Vardlokkur - Med Döden Til Fölge

Review

Obwohl Kumpels von ANGANTYR-Meisterhirn Ynleborgaz (der nun fester Basser bei VARDLOKKUR ist), ist der Black Metal der beiden Dänen vom Pagan-Einschlag ANGANTYRs größtenteils unberührt geblieben. „Med Döden Til Fölge“, vier recht kurze Stücke lang, ist ruppig, teils atonal und positiv chaotisch. In vollkommen naturbelassenem Sound und mitgeteilt durch zwischen progressivem Einschlag und straighter Prügelei pendelnde Drums und fuzzige, uralte Black-Metal-Gitarren ballern sich die beiden durch Songs, die zunächst noch strukturlos und schräg scheinen.

Mit dem dritten, vierten, fünften Hören erschließen sich dann aber Wiedererkennbarkeiten, die mit üblichen Riffs oder billigen Heroenmelodien gar nichts zu tun haben. Eigentümliche, aber pfiffige Drumpatterns, langgezogene und mutige Riff-Anomalitäten, Thrasheinflüsse und krude Breaks, die man so selten gehört hat (und bei welcher Band kann man das noch sagen?) offenbaren etwas wahrlich Seltenes: VARDLOKKUR gehen einen vollkommen emotionalen Weg, Black Metal auszudrücken, in dem der Wille zum Anders-, aber gleichzeitig Skandinaviersein hinter jedem Gitarrenlauf hervorlugt. Latent schwingt durch die archaisch-rüde und ungeschminkte Produktion eine gewisse Gewalttätigkeit hindurch, die mittlerweile reichlich selten geworden ist. Das ist auch dem außerorderntlich bösartigen Gesang geschuldet.

Unversehens also versetzt einen diese nette, aber doch sehr kurze Mini-CD in die frühen Neunzigerjahre zurück und erinnert dabei vielleicht an frühe TRELLDOM, die erste IMMORTAL, eventuell die ersten beiden ENSLAVED (wenn auch ganz ohne Synthesizer) und eine ganze Reihe norwegischer Bands, die über das Demostadium nie hinausgekommen sind. Somit bieten sich VARDLOKKUR nicht nur als echte Alternative zu pompösem Melodic-Black-Metal an, sondern sogar zu northcore-lastigen Kollegen aus dem skandinavischem Raum, weil ihr Flair und ihre Ausdrucksweise tatsächlich relativ eigen ist. Mal schauen, wie das auf Albumdistanz so klingt.

18.12.2007

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