Vidargängr - A World That Has To Be Opposed

Review

Laut Wikipedia war in unseren Breitengraden „bis ins frühe 20. Jahrhundert der Glaube verbreitet, dass Tote nach ihrem Tod trotzdem weiterlebten und einen unheilvollen Einfluss aus dem Grab heraus ausübten.“ Man sprach dann von den sogenannten Wiedergängern. Ob es sich bei den Leipziger Black-Metallern VIDARGÄNGR wirklich um Untote handelt, entzieht sich unserer Kenntnis, aber Unheil verbreiten sie allemal.

Drei Jahre nach ihrem selbstbetitelten Debüt knallen einem die sächsischen Misanthropen nun ihren zweiten Vorschlaghammer „A World That Has To Be Opposed“ vor den Latz. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn nach dem bedrohlichen Geflüster geht’s mit „Burning Abyss“ gleich mal Vollgas zur Sache. Dabei benutzen VIDARGÄNGR für ihre Songs stets ein recht ähnliches Schema: Man ist meist höllisch schnell unterwegs und versprüht dabei einen angenehm dreckig punkigen Charme. Dazu passt auch prima die Stimme von Fronter P, die sich lieber genüsslich im Dreck wälzt, als dem üblichen Black-Metal-Gekreische blind zu folgen. Die fiese Raserei wird jedoch immer mal wieder von gemäßigteren Parts mit feinen Melodien unterbrochen. Diesem Strickmuster folgt man ziemlich konsequent. Das mag sich vielleicht etwas eindimensional anhören, macht aber ganz im Gegenteil mächtig Laune. Warum sollte man auch krampfhaft etwas ändern, das doch eigentlich prima funktioniert?

Eben. Und außerdem gibt’s da ja zur Abwechslung auch noch „No Acquiescence“. Hier tuckert man zunächst wie eine Regionalbahn durch das Land der Sachsen, zumindest für VIDARGÄNGR-Verhältnisse, nimmt dann aber plötzlich Fahrt auf und brettert als ICE ins Ziel. Gegenüber dem wahrlich nicht schlechten Vorgänger konnten sich die Jungs insgesamt nochmal merklich steigern. Müsste man einen Tourpartner für die sächsischen Schwarzmetaller auswählen, kommen einem irgendwie sofort MARDUK in den Sinn. Noch besser passen würde allerdings THE ABYSS, das alte Black-Metal-Nebenprojekt von Peter Tägtgren. Leider gibt es die Kapelle ja nicht mehr, aber die Leipziger könnten definitiv deren legitime Nachfolger sein. War Anthem promoten Band und Scheibe mit „VIDARGÄNGR stands for nothing!“ Naja, stimmt so sicherlich nicht ganz, denn sie stehen auf alle Fälle für kompromisslosen Black Metal. Gut zu wissen, dass die Schwarzwurzeln auch in deutscher Erde richtig gut gedeihen – die Ernte wird immer üppiger!

06.04.2016

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