Vojd - The Outer Ocean

Review

Markenbekanntheit ist wichtiger denn je, da es momentan sehr schwierig ist, sich zu etablieren, weswegen eine bereits vorhandene Fanbase einen enormen Vorteil darstellt. Den Musikern von BLACK TRIP ist das jedoch nicht so wichtig. Sie haben sich nämlich mit den beiden Alben „Goin Under“ und „Shadowline“ einen Status als Geheimtipp erspielt. Als Schlagzeuger Jonas Wikstrand ausstieg, löste sich das Quintett auf, bloß um sich mit Anders Bentell als VOJD neuzugründen. Aber schon nach einer Split-EP mit den DEADHEADS kam es wieder zum Besetzungswechsel, so dass von den ursprünglichen BLACK TRIP nur noch Peter Sjtärnvind (g.) und Joseph Tholl (v., b.) übrig geblieben sind. Diese bringen nun das erste Full-length-Album von VOJD heraus, welches auf den Namen „The Outer Ocean“ hört.

Keine Panik

Schon der Opener ‚Break Out‘ macht klar, dass man eine Veränderung des Bandsounds nicht befürchten muss. Der Song knüpft nämlich nahtlos an „Shadowline“ an und birgt durchaus Hit-Potenzial in sich. Eine der typischen BLACK TRIP-Zutaten, wie man sie auch sonst im Verlauf des Albums regelmäßig findet: Seien da etwa die klassischen Double Leads in u.a. ‚On An Endless Day Of Everlasting Winter‘ und ‚On The Run‘, die LoFi-Produktion oder aber auch knackige Refrains. Zudem ist die Experimentierlust von „Shadowline“ nicht vergangen: Ausreißer wie der Blues-Track ‚Dream Machine‘ können überzeugen. Dazu gefallen die rauen Gitarren und die erhöhte Dynamik.

Die Medaille hat eine Kehrseite

Auf der anderen Seite wirkt das Album stellenweise schrecklich uninspiriert, wie etwa bei der Vorab-Single ‚Delusions In The Sky‘, wo man allen Ernstes das ‚Born To Be Wild‘-Riff kopiert. Und auch sonst überzeugen die Gitarristen nicht durch Originalität, was insbesondere bei den Double Leads zu Tage tritt: Anstatt auch mal eigene Akzente zu setzen, spielt das Gitarrenduo nur die Vorlagen von THIN LIZZY und IRON MAIDEN nach. Der Titeltrack wirkt ziemlich langatmig, was nicht zuletzt durch die penetrante Wiederholung des Titels bedingt ist. Auch der Rausschmeißer ‚To The Light‘ will nicht so recht zünden. Dafür muss man „The Outer Ocean“ zugutehalten, dass es, abgesehen von genannten Ausnahmen, konstant auf hohem Niveau abliefert.

Willkommen zurück

BLACK TRIP sind tot, lang leben VOJD. Auf ihrer ersten Langspielplatte knüpfen sie nahtlos an die beiden Underground-Klassiker ihrer Vorgänger an und fügen ihrem Sound einige neue Facetten hinzu. Dies kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Nähe zu ihren Vorbildern teilweise unerträglich groß ist. Dazu können die Jungs immer noch keine Balladen schreiben. Aber unter dem Strich haben wir hier ein gelungenes Album, dass sich zumindest jeder NWoBHM-Fanatiker ins Regal stellen sollte.

20.02.2018

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2 Kommentare zu Vojd - The Outer Ocean

  1. StrangeWorldClass sagt:

    Ok, bisher hab ich nur Delusions in the Sky gehört, Wertung kann ich mir also noch ncht erlauben.

    Also wegen mit besteht da eine grewisse Ähnlichkeit zum Born to be Wild Riff – aber sorry, die spielt für den Song doch nun wirklich eine untergeordnete Rolle. Die meisten Bands die auf metal.de rezensiert kopieren doch deutlich dreister und uninspirierter, aber das wird so gut wie nie erwähnt (man höre 99% aller Thrash und Todesbleischeiben). Offenbar muss man das aber bei gewissen Stilen nicht tun, da die Bands eh nicht mehr auf die Reihe bekommen als olle Kopien von schon 1000mal Dagewesenem zu produzieren – aber man sich offenbar damit abgefunden hat und es da ganz selbstverständlich findet.
    Ich mag nun wirkllich keine Kopiererei und finde das hier Dargebotene auch nicht gerade progressiv, aber die Kritik kann ich an der Stelle nicht wirklich nachvollziehen. Finde den Song nett und durchaus in Teilen eigenständig. Nicht mehr nicht weniger. Aber genug, um mit mal die ganze Platte anzuhören. Aber ok, der Rezensent hat auch 8 Punkte vergeben. So arg scheint es ihn also auch nicht gestört zu haben.

    1. StrangeWorldClass sagt:

      Sorry für all die Rechtschreib- und Grammatikfehler. Ist spät