Withering Soul - No Closure

Review

Das, was ABSUs letztem bzw. noch aktuellem Album fehlt, ergänzen WITHERING SOUL mit ihrem mittlerweile zweiten Album „No Closure“ offensichtlich mit Mühelosigkeit: Melodielinien, die sich nach nur wenigen Durchläufen ins Hirn fräsen, und eine kalte, zugleich aber auch mysteriöse Atmosphäre, die sich wie ein roter Faden durch das Album zieht und unheimlich fasziniert. Hat Chicagos Paranormal-Black-Metal-Fraktion WITHERING SOUL mit ihrem Debüt „Apparitions Of The Surreal“ noch verhaltenen Beifall ernten können, bewegt sich das Quintett mit diesem Album gleich in Siebenmeilenstiefeln und eilt der skandinavischen Szene mit großen Schritten hinterher, um einige der Szenegrößen teilweise sogar hinter sich zu lassen. Das dabei Songs wie „Phantasmal Chaos Divinity“ oder „Tides Of The Accursed“ stellenweise ausgerechnet an DIMMU BORGIR erinnern, ist bei der Fülle an eigenen Ideen allerdings leicht zu verschmerzen.

Mit „Night Of The Revinent“ öffnet das Album seine Pforten zu einer Welt, die uns im alltäglichen Leben nur marginal beschäftigt, aber genauso real neben uns existiert, wie die Wirklichkeit, die wir als gegeben betrachten. Kalt, bedrohlich, mysteriös und auf eine gewisse Weise stark erotisierend ist das verbotene Spiel mit dem Verborgenen, musikalisch perfekt in Szene gesetzt, bevor eine erste Raserei deutlich zu verstehen gibt wohin die Reise führt. Zwischendrin wird das Tempo und auch die Lautstärke etwas gedrosselt, um sich der allgegenwärtigen Atmosphäre anzugleichen, nur um kurz darauf wieder in tiefste Abgründe hinabzugleiten. Überzeugend ist dabei vor allem das Gitarrenspiel, denn Krystofer (Lead Guitar) und Kain (Rhythm Guitar) bedienen sich nicht nur ausschließlich beim Black- oder Death Metal, sondern stehen auch dem Heavy Metal nicht engstirning gegenüber.

Neben Mykils gesanglichen Fähigkeiten, die über Screams, Growls und Clean Vocals ein bemerkenswert umfangreiches Repertoire offenlegen, hat sich die Band mit Sopranistin Melissa Ferlaak (Ex-VISIONS OF ATLANTIS, Ex-AESMA DAEVA) für „Lifeless They Lie“ und „Unquiet“ für diese Art von Musik eine eher untypische Unterstützung geholt, denn neben Mykils heiseren Growls und bitterbösen Screams in „Unquiet“ wirken die Female-Vocals hier etwas verloren.

Nichtsdestotrotz haben WITHERING SOUL mit „No Closure“ ein faszinierendes und vor allem abwechslungsreiches Album im Gepäck, dessen druckvolle und kalte Produktion überzeugt, und definitiv nicht auf taube Ohren stoßen wird. Denn dass WITHERING SOUL in ihrer Heimat letztendlich auch gemeinsam mit ABSU auf der Bühne stehen, dürfte für sich sprechen.

P.S.: Der ein oder andere wird nach dem Lesen dieses Reviews eine Déjà-vu-Erfahrung erlebt haben. Soetwas kommt vor und gibt der Wissenschaft immer wieder Rätsel auf. In diesem Fall jedoch besteht kein Grund zur Beunruhigung, denn tatsächlich harrte dieses Werk schon mehrere Jahre darauf von einem Label veröffentlicht zu werden: Vor gut zwei Jahren noch als Demo-Album mit dem Titel „Beyond The Veil Of Mortality“ rezensiert, hat sich der Eindruck der vorliegenden Songs auch heute nicht geändert.

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25.02.2011

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1 Kommentar zu Withering Soul - No Closure

  1. xXx-Oimel-xXx sagt:

    Die Mucke ist an & für sich nicht schlecht. Sehr gut arrangiert, die Atmosphäre düster. WITHERING SOUL haben es drauf. Wäre da nicht der beschissene Drumsound, denn der klingt so künstlich & steril, dass man in schnellen Gefilden meint, einen Drumcomputer zu hören. Eine alte russische Nähmaschine ist ein Scheißdreck dagegen. Moral von der Geschicht: Ein gutes Album kaputt produziert. Nach 4 Songs fliegt die CD meistens aus der Anlage.

    5/10