Pro-Pain - No End In Sight

Review

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Zehn Songs mit mehr als 40 Minuten Spielzeit? Was ist denn das für NY Hardcore? Alles über zwei Minuten ist doch Blasphemie! Weit gefehlt. PRO-PAIN melden sich zurück. Nach Ihrem letzten Langspieler ”Age Of Tyranny – The Tenth Crusade“ schlagen die Mannen um Gary Meskil wieder zu. ”No End In Sight“, der Name ist Programm. Schon ewig treiben sie sich rum und massakrieren alles, was ihnen nicht passt. Jede Menge Hits gelandet und mit diesem mittlerweile elften Album schlagen sie in eine recht melodiöse Hardcore-Kerbe.

Mit ”Let The Blood Run Through The Streets“ zum totalen Ausrasten auffordernd brechen sie in alter NYHC-Reinkultur vorne weg. Kurz darauf, man hört auf, ist Stephan Weidner bei ”Hour Of The Time“ (Ex-BÖHSE ONKELZ) mit von der Partie. Bekanntermaßen waren PRO-PAIN und die ONKELZ ja recht eng miteinander verstrickt, oder sind es offensichtlich immer noch. Und so ist es auch nicht besonders überraschend einen der ”Unfreundlichen Verwandten“ auf der Liste zu sehen.
Hier kommt es auch schon zum ersten Ohrwurm-Song. Recht punkig und mit beinahe fröhlichem Charakter, aber vielleicht genau deshalb frisst er sich fest.

Die Punkattitüde wird allerdings direkt von ”To Never Return“ mit Doublebass und beinahe schon Prog-ähnlichen Einflüssen zum Teufel. Wobei der Refrain nicht weniger zum Mitgröhlen einlädt und die Soli sich einwandfrei einpassen. Moment! Bin ich noch betrunken? Oder hört sich Garys Stimme stellenweise hier an wie die von Chris Boltendahl? Komisch. Aber trotzdem geile Hymne.
In der gleichen Art und Weise geht es auch weiter. Eine weitere geile Zusammenarbeit, die sich in ”Phoenix Rising“ manifestiert hat, ist mit Rob Barrett von CANNIBAL CORPSE, seines Zeichens Gitarrist.
Die verbleibenden vier Tracks machen den Sack dann zu. Catchy Riffs gepaart mit grundsolidem Sound, der ohne viel Gefrickel und Gezeter auffährt, lassen einen schon hinhören. Das Songwriting ist unterschiedlich wie es nur sein kann. Hier fast nett anzuhören (”Hour Of Our Time“) und dort fies und gefährlich aus den Boxen schallend (”God’s Will“). Sehr interessant auch der letzte Track, ein Remix von ”Where We Stand“, der faktisch als Familienproduktion eingespielt wurde, da der Neffe von Gary das Geschrei im Hintergrund veranstaltet.

NY Hardcore, wie man ihn sich von Grunde auf vorstellt, à la Genrevertreter aus dem gleichen Lande, ist es allerdings nicht so wirklich. Verfechter der puristisch-rohen Materie sollten deshalb zunächst einmal die Platte Probe hören, bevor es zur Kasse geht. PRO-PAIN sind eben kein Standard. Nichts desto trotz, oder gerade deshalb allerdings eine Institution, die mit Sicherheit erst dann die Bühnen dieser Welt verlassen, wenn sie von eben diesen tot runterkippen. Oder eine neue Scheibe unters Volk werfen. In diesem Sinne auch der finale Song ”The Fight Goes On“.
PRO-PAIN kicks ass!

15.08.2008

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