Mork - Monolitt

Review

Galerie mit 17 Bildern: Mork - Walpurgisnacht 2023 in Berlin

Mit nunmehr acht Alben im Katalog sind MORK aus dem zeitgenössischen Black Metal nicht mehr wegzudenken. Dass Alleinunterhalter Thomas Eriksen nach zwanzig Jahren erfolgreicher als je zuvor ist, liegt daran, dass man zwar grundsätzlich bei MORK weiß, was man bekommt. Andererseits setzt der Multiinstrumentalist mit jedem Album neu an, kopiert die Formel niemals eins zu eins und wagt stets den einen oder anderen Schlenker nach links und rechts. Daran ändert sich auch auf dem achten Streich “Monolitt” nichts, was die Scheibe erneut zu einem herausragenden Album im norwegischen Black Metal macht – wenngleich man vor dem Kauf ein Ohr riskieren sollte.

MORK schreiben Abwechslung groß

Gleich im Opener ziehen MORK die erste Überraschung. “Under Vekten Av Verden” könnte in Grundzügen von einem IMMORTAL-Album wie “Damned In Black” oder “Sons Of Northern Darkness” stammen. Die Riffs sägen, die Drums ballern technisch versiert, das Tempo ist überdurchschnittlich hoch. Den für MORK typischen, subtil rock’n’rolligen Groove bieten hingegen Songs wie “Ødelagt”, “Ferdamann” oder “Martyr”. Wobei die schleppenden Stücke auf “Monolitt” dieses Mal irgendwie nicht recht zünden wollen und etwas hüftsteif wirken, allen voran “Ødelagt”.

Deutlich besser funktionieren MORK, wenn sie das Tempo anziehen oder die angesprochenen Ausreißer wagen. So macht der Opener nach einigen Durchläufen tierisch Laune, “Torden” rockt kompromisslos nach vorne und “Skrømt” ist eigentlich überhaupt nichts Besonderes, gerade aber dadurch eine cooler Song der alten MAYHEM-Schule. Zu fesseln vermag auch “Inn I En Annen ”, dass die von Olli in der Review zu “Syv” angesprochenen Einflüsse von ENSLAVED wieder durchscheinen lässt, obwohl “Monolitt” insgesamt geradliniger und traditioneller gehalten ist als sein Vorgänger. Am Ende fasst das stimmungsvoll riffende “Utryddelse” die Facetten des Albums zusammen und erzeugt die Dynamik, die man sich von einigen wenigen anderen Songs des Albums auch erhofft hätte.

Nicht unbedingt ein “Monolitt”, aber dennoch eine Bereicherung

Für einen Monolithen ist das Album eigentlich zu abwechslungsreich und – man traut es sich kaum zu sagen – etwas unfokussiert. Dennoch finden MORK natürlich ausschließlich innerhalb eines gewissen Qualitätsstandards statt, sodass Fans der Band bedenkenlos zuschlagen können. Einige wenige schwächere Songs bremsen den Fluss des Albums latent aus. Trotzdem ist “Monolitt” sowohl eine Bereicherung für die Diskografie als auch für den Black Metal der Gegenwart.

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12.07.2026

Redakteur

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