Desaster
Die beiden sind Schwestern, und sicher schon mal von Lemmy vernascht worden!

Interview

DESASTER haben ein neues starkes Album namens „Churches Without Saints“ veröffentlicht, auf welchem die Koblenzer Black Thrasher alle Facetten und Trademarks der Band bündeln. DESASTER sind eben DESASTER und machen genau das, was sie am besten können. Wir sprachen darüber mit Sänger Sataniac.

Desaster - Churches Without Saints

Desaster – Churches Without Saints

Ihr habt gerade mit „Churches Without Saints“ ein neues Album rausgebracht! Aber darauf mussten wir leider ganze fünf Jahre nach „The Oath Of An Iron Ritual“ warten. Warum habt ihr eure Fans so lange auf die Folter gespannt?

Na ja, es braucht nicht alle zwei Jahre ein neues DESASTER Album. Auch sind fünf Jahre in unserer Situation keine soooo lange Zeit. Wir gehen alle unseren Jobs nach und haben jeder seine privaten Geschichten und Prioritäten. Auch haben wir den Schlagzeuger getauscht was auch etwas Zeit in Anspruch genommen hat. Merke, es gibt selten einen, oftmals mehrere Gründe. Hahaha…

Es ist das erste Album mit eurem neuen Schlagzeuger Hont. Wie hat er sich in DESASTER integriert und wie würdest du das aktuelle Bandfeeling beschreiben?

Ja, Hont hat sich hervorragend eingefügt. Er ist ein Metal- und Musikmaniac und darüber hinaus ein talentierter Drummer, welcher sehr songdienlich und vor allem leidenschaftlich spielt. Wichtig war für uns, dass wir einen Schlagzeuger haben, welcher mit uns im Proberaum Songs schreibt. Die Stimmung ist fantastisch, da wir genau wissen, was wir wollen und was wir nicht wollen.

„Churches Without Saints“ bietet erst einmal alle bekannten Trademarks von DESASTER, ihr bleibt eurem Black Thrash Metal absolut treu, was auch nicht anders zu erwarten war. Aber es gibt schon einige Dinge, die mir aufgefallen sind. Fangen wir mit dem gelungen platzierten Opener „Learn To Love The Void“. Die Riffs sind schon recht punkig, so dass der Song auch aus der deutschen Thrash-Ursuppe stammen könnte. Und gleichzeitig ist da was von VOIVOD. Und dann zitiert ihr fast schon ein Riff von eurem „Porter Of Hellgate“. Was kannst du uns über den Song erzählen und wie beurteilst du ihn?

Ich analysiere unsere Musik selber nicht so wirklich. Letztlich kann ich mich, oder können wir uns auch immer darauf verlassen, dass wir erfahrene Songwriter und der Kuschke (Infernal, Gitarrist von DESASTER, Anmerk. d. Verf.) ein cooler Riffmeister mit Überblick ist. Er hat das mit der Abwechslung auf einem Album immer sehr gut im Blick. Es gibt dann irgendwann den Punkt, wo eine Idee ein Song wird. Das ist ein Moment, welchen man nicht erzwingen kann, wo jeder seinen Part abliefert und spielt und es dann einfach Klick macht. Grundsätzlich muss uns das einfach nur gefallen was wir machen, wir planen oder konstruieren sowas nicht. Bei „Learn To Love The Void“.war jedem von uns klar, dass das der Opener wird. Ob es jetzt am Punkriff oder am schmissigen Titel oder an sonst was liegt, man spürt es einfach. Oder zumindest sollte man was spüren…

„Armed Architects Of Annihilation (In Clarity Of Total Death)“ hat auch was Punkiges, ich nehme an, ihr seid insbesondere Old School Punkfans? Und wie kommt man auf solch einen Songtitel?

Infernal und Odin sind definitiv Punkfans der ganz alten Schule. Ich bin sicher kein Punkfan, hab aber einiges an Sympathien für die Urform dieses Genres übrig. Ich glaube Hont kann gar nicht auf Punk. Der textliche Inhalt des angesprochenen Songs ist dann eher philosophischer Natur. Der Song beschreibt eine Situation in welcher unsere Spezies sich vermutlich wohl fühlen würde. Etwas Abstrakt wie der Titel schon verspricht. Hahahaha…

Natürlich müssen wir auch über die „Hellputa“ sprechen, ist das eine Art Höllenversion von der „Angelwhore“? Musikalisch wird sie von Lemmy vernascht, richtig?

Die beiden sind Schwestern, und sicher schon mal von Lemmy vernascht worden!

Die absolute Überraschung ist aber das Outro „Aus Asche“, das mit cleaner, verhallter Gitarre in Richtung Gothic Wave geht. Wie kam es denn dazu?

Infernal kam vor über einem Jahr mit diesem Gitarrenthema von dem er nicht wusste, ob es besser ein DESASTER- oder ein MOONTOWER-Outro werden sollte. Wir haben eine Demo aufgenommen, ich hab ein altes Gedicht „drübergeflüsstert“, welches ich vor Jahren mal verbrochen habe und wir haben den Song wieder vergessen. Kurz vor den Albumaufnahmen kam Infernal mit diesem Demo, und wir haben den Song einfach aufgenommen. Vielleicht auch nur um zu sehen, wie die Leute darauf reagieren.

Inwiefern ist für euch Songwriting und das Aufnehmen von einem neuen Album Routine, bzw. stellt euch das noch vor Herausforderungen?

Das Schreiben an sich ist weder Routine noch Herausforderung. Es ist einfach notwendig. Man merkt wann diese Dinge raus müssen. Die Herausforderung besteht dann darin alles leidenschaftlich und authentisch aufzunehmen und den Moment festzuhalten.

Der Albumtitel ist natürlich ein Angriff auf die Kirche. Welche Intention steckt dahinter, welche Botschaft/Meinung? Ein Konzeptalbum ist es nicht, oder? Und warum findet ihr, dass es auch 2021 ein antichristliches Statement braucht? 

Ja, Infernal und Odin haben den Titel vorgeschlagen. Er ist schmissig, und ist, wenn es nach mir geht, antireligiös und nicht nur antichristlich gemeint. Es geht generell um scheinheiliges, manipulierendes und verwerflich niederträchtiges Verhalten. Darin ist unsere Spezies furchterschreckend gut. Und ich bitte dich, man will uns immer noch mit einem Afterlife motivieren, oder mit Höllenmotiven Angst einjagen und so weiter und so fort. Damit ist die Frage nach der Dringlichkeit eines antireligiösen Statement ja wohl beantwortet.

Der Sound von „Churches Without Saints“ ist noch etwas organischer ausgefallen als die direkten Vorgänger. Habt ihr an der Produktion was geändert?

Ja, das ist offensichtlich. Infernal wollte diesmal einen „wärmeren“ Sound und hat das entsprechend selber mit unserem Mixer Janosch Gensheimer umgesetzt. Anfänglich hat mich der Sound etwas genervt, da ich einen trockeneren, kälteren Klang bevorzuge. Im Nachhinein muss ich dem Kuschke aber Recht geben, da das Klangbild des neuen Albums sehr eigenständig ist.

Was habt ihr in nächster Zukunft alles geplant?

Wir würden gerne wieder Reisen und Bühnen unsicher machen. Im Moment freue ich mich, dass „Churches Without Saints“ heute raus kommt!

Vielen Dank für das Interview! Die letzten Worte gehören dir!

Habt Euch alle wohl!

Galerie mit 28 Bildern: Desaster - Eindhoven Metal Meeting 2018
09.06.2021

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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