Savaasaq
Interview mit Savaasaq zur Split "War Daemon Into Battle Beast" mit Neurotic Of Gods

Interview

Savaasaq

SAVAASAQ aus Karlsruhe haben zusammen mit NEUROTIC OF GODS, eine Band aus Indonesien, eine Split-CD namens „War Daemon Into Battle Beast“ veröffentlicht. Wir führten hierzu folgendes Interview mit den badischen Black-Metallern, und auch die Schwarzmetaller aus Indonesien kommen zum Schluss zu Wort.

Savaasaq

Bitte stell doch zuerst einmal SAVAASAQ vor! Wann und wie kam es zur Gründung? Was waren eure ersten Schritte?

SAVAASAQ entstanden 2011 und spielen Black Metal, was soll man sagen.

Was gab den Ausschlag für die Gründung einer Black Metal-Band, mehr als 20 Jahre nach DARKTHRONE’s „A Blaze In The Northern Sky“? Wurde nicht schon bereits alles erzählt, gespielt, gehört?

Die meisten von uns kennen sich schon seit über 15 Jahren. Daher ist die Band im Proberaum aus dem Interesse an der Musik entstanden. Da wir neben der Band viele verschiedene Einflüsse haben, gibt es auch keine Limitierungen. SAVAASAQ versteht sich nicht als Fortsetzung von irgendwas, sondern der Umsetzung der eigenen Ideen. Black Metal als Stilrichtung stellt dabei eine Art  Minimalkonsens dar.

Welche Bedeutung steckt hinter eurem Bandnamen?

Wir hatten schon fünf Songs fertig, bevor wir endlich auf diesen seltsamen Namen kamen. Wie schon erwähnt, machen wir Black Metal. Der Bandname sollte also in dieses „Universum“ passen. Sowohl Klang als auch Bedeutung haben uns von „Savaasaq“, was auf grönländisch für  Ziege steht, überzeugt. Abgesehen davon gab es SLAYER schon.

Nach eurem Debütalbum habt ihr nun eine Split namens „War Daemon Into Battle Beast“ mit NEUROTIC OF GODS veröffentlicht. Wie kam es zu der Idee zu dieser Split, und wie kam der Kontakt mit dieser Band aus Indonesien zustande?

Unser Sänger P.H. War 3 drei Monate in Bandung, Indonesien. Er reiste hin, um ein wenig mehr über die Situation des extremen Metal dort in Erfahrung zu bringen. Auch war ihm klar, dass er den Indonesiern eine ganze Menge über Metal beibringen musste. Er irrte sich. Bandung ist wahnsinnig musikalisch und extreme Musik sehr beliebt und P.H. musste das ein oder andere lernen. Bandung ist eine Metal Hochburg. Kennen und schätzen gelernt hatte er dort eben auch die Jungs von NEUROTIC OF GODS. Klasse Musiker, positiv Verrückte und gute Menschen.

Plötzlich war SAVAASAQ geboren und uns wurde tatsächlich die Ehre zu Teil, diesen hässlichen Bastard mit NEUROTIC OF GODS zu veröffentlichen.

In welchem Zeitraum entstanden die dort enthaltenen Stücke? Und wie schreibt ihr neue Songs?

Es gibt bei SAVAASAQ weder ein straffes Konzept noch einen Songwriter. Das meiste entsteht spontan beim Proben, indem jeder seine Ideen einfließen lässt.

Ich möchte ein wenig auf die Texte eingehen. Worüber handeln sie im Allgemeinen?

Die Texte haben keinen Bezug zueinander. Ihre einzige Gemeinsamkeit ist, dass ich keine Lust habe, über die üblichen Black-Metal-Themen zu schreiben und zu singen. Sie sollten eine kleine Geschichte erzählen, im Idealfall ein wenig verblüffen und halt nicht ganz behindert sein. Aber im besten Fall sind sie dem Publikum z. B. Live komplett unverständlich. Dann hab ich meinen Job in meinen Augen gut gemacht. Ansonsten haben mich Texte nie besonders interessiert. Es hat auch seine Zeit gedauert, bis ich einsah, dass es Sinn macht solche zu verwenden. Zu Beginn wollt ich nur rumschreien und die Sau – nein die Ziege – rauslassen. Ich seh das ganz simpel: beim Gesang ist Klang viel wichtiger als Inhalt.

Im Stück „Kraftmensch“ sprecht ihr von „Heilsbringern“. Wer sind diese in euren Augen?

Immer wenn ich Künstler über ihre ach so facettenreiche Kunst reden höre, schalt ich den Fernseher aus oder gehe aus dem Raum. Meistens kommt da nur Blödsinn raus. Künstler sollen schaffen und nicht reden. Aber du hast halt gefragt. Bei dem Song geht’s nur indirekt um Heilsbringer. Er ist vielmehr ein Versuch vorzuführen, dass auch ein gebildetes und gewachsenes Individuum einen gewissen spirituellen, sinnstiftenden Impuls braucht. Damit ist nicht nur Religion gemeint.

In „Adlerschwinge“ besingt ihr die „Grausamkeit“ der Natur. Bitte geht darauf weiter ein!

Die „Adlerschwinge“ ist der kryptischste und sinnfreiste Text auf der Split. Klar geht’s um Grausamkeit. Es könnte sich aber auch um Hoffnung oder Sex mit Vögeln gehen. Ist mir auch nicht so ganz klar. Eigentlich war er doppelt so lang, da der Gesang aber dann zu eintönig und ein bisschen langweilig geworden wäre, haben wir ne ganze Menge Strophen einfach gestrichen. Leider litt darunter der inhaltliche Zusammenhang. So wie er aktuell ist hört er sich aber zufriedenstellend an. Wie erwähnt: Klang > Inhalt

Worin seht ihr selbst die Unterschiede zwischen diesen und den Songs auf dem Debütalbum?

Niemand bleibt als Musiker stehen. Die Grundidee der Band hat sich zwischen den Alben aber nicht verändert. Den neueren Songs hört man die vielen Einflüsse sicherlich etwas mehr an. Wenn wir ein Jazz Stück geschrieben hätten, wäre es auch auf dem Album gelandet.

Hattet ihr gewisse Ziele vor Augen, welche ihr mit dem Debütalbum und der Split erreichen wolltet?

Die Scheiben sind reiner Selbstzweck. Daher auch die Eigenveröffentlichungen. Bei SAVAASAQ kommt alles aus einer Hand, es gibt keine äußeren Erwartungen, denen wir gerecht werden wollen oder müssen.

Was sind eure hauptsächlichen musikalischen und außermusikalischen Einflüsse?

Jeder von uns hat viele verschiedene Einflüsse, die ihren Weg in die Musik finden. Da SAVAASAQ aber keine Kategorien kennt, gibt es keine erklärte Agenda. Außermusikalische Einflüsse spielen nur insofern eine Rolle, als dass sie einen indirekten Weg in die Songs finden. Da wir die Band als Selbstzweck sehen, geht es dabei weder um Rebellion noch um das bedienen irgendwelcher Klischees.

Seid ihr noch in anderen Bands involviert?

Bei den Bands ist das so, J.S. spielt in einigen Black-Metal-Projekten. M.W. spielt noch bei 90/DD (AC/DC Covers). Auch haben wir uns ja nach dem Rauswurf aus den Proberäumen in der Bannwaldallee vor 2 Jahren unseren eigenes kleines „Studio“ hochgezogen (Manne Records 2000 -Studios). Jetzt sind unsere Räumlichkeiten Treffpunkt für viele Mucker der Gegend, man freut sich immer mit anderen Leuten zu jammen und ein Bierchen zu trinken.
PS: touché Peterchen!

Was steht in nächster Zeit mit SAVAASAQ noch alles an?

Derzeit entsteht neues Material für weitere Aufnahmen. Wann und welchem Rahmen es erscheint wird sich zeigen. Natürlich sind weitere Alben und Konzerte in der Mache. Wenn es klappt, steht im kommenden Jahr etwa ein weiterer Besuch in Indonesien an. Für uns als Band haben persönliche Kontakte einen hohen Stellenwert.

Vielen Dank für das Interview! Die letzten Worte gehören euch!

Destroy your M.B. for SAVAASAQ!

Savaasaq

NEUROTIC OF GODS:

Erzähl uns doch etwas über Indonesien bzw. die dortige Metalszene?

Hell Yeah … hellist greating from the dark side of Indonesian land! Wir hier in Bandung haben eine sehr vitale Black-Metal-Szene, und das ist in den restlichen Teilen unsres Inselreichs nicht anders. Hier gibt es einige sehr aktive Bands, wie z. B. HELLGODS, WARKULD, HYPERION, die nicht nur ihre Instrumente beherrschen und ihren musikalischen Schwerpunkt auf Black Metal gelegt haben, sondern auch die hinter dieser Musik liegende Philosophie verstanden haben und leben.

Unterschiede Europa-Indonesien:

Vor einigen Jahren haben wir realisiert, dass wir Indonesier in musikalischer Hinsicht die Trends und Stereotypen aus Europa und Amerika fast schon absorbieren. Als GREEN DAY das erste Mal nach Jakarta kamen, machten alle plötzlich Punk. Dann kamen SUFFOCATION und die gleichen Leute spielten Death Metal. Es war toll, dass diese Bands kamen und den Kids die Musik gezeigt haben, aber wir hier sind gerade dabei, unsere eigene kulturelle Herkunft und Identität mit der Musik zu verweben und einzuarbeiten. Es ist uns ein starkes Anliegen, dem Black Metal hier ein indonesisches Antlitz zu verleihen. Achso: Fuck Trends!

 

05.10.2013

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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