The Flight Of Sleipnir
Im Interview zu "V,"

Interview

The Flight Of Sleipnir

THE FLIGHT OF SLEIPNIR sind eine Besonderheit, selbst im Metal. Denn das US-Duo hat erst mit dem fünften Album einen Deal beim renommierten Szene-Label Napalm Records ergattert. Doch von Spätzündern kann keine Rede sein, denn ihre vorherigen Alben erfahren weit über den Underground hinaus Beachtung – kein Wunder, ihr spezieller Stil ist tatsächlich nahezu einzigartig. Wir sprachen mit den beiden Protagonisten hinter THE FLIGHT OF SLEIPNIR über „V“, ihre neue Label-Heimat und wie zwei Amis dazu kommen, die nordische Mythologie als textliches Konzept zu verarbeiten.

The Flight Of Sleipnir

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum Deal mit Napalm Records. Ich war ehrlich überrascht, als ich festgestellt habe, dass ihr bei einem großen Label unterschrieben habt, da ihr ja doch recht spezielle Musik macht. Wie kam es dazu und welche Unterschiede konntet ihr bisher ausmachen, da all eure Alben bislang auf einem kleineren Label erschienen sind?

David Csicsely: Napalm kamen ungefähr um die Zeit herum auf uns zu, als wir gerade dabei waren, „Saga“ über Eyes Like Snow zu veröffentlichen. Ich glaube, ihr Interesse an uns flammte nach unserem dritten Album „Essence Of Nine“ auf, da es den Anschein hat, als wären sie Fans von genau diesem Album. Wir beide fühlen uns sehr geehrt, die Möglichkeit zu haben, mit Napalm zu arbeiten, und ich denke, wir beide waren mehr als überrascht.

Clayton Cushman:
Napalm legen ein bisschen mehr Wert auf diese „Buisness-Sache“ und sagen deutlicher, was sie wollen, aber sie mischen sich nicht in den kreativen Prozess ein – und das ist das allerwichtigste.

Das neue Album ist schlicht „V.“ betitelt. Das ist das erste Mal, dass ihr schlicht eine Zahl verwendet – was hat es damit auf sich?

David:
Ursprünglich haben wir über eine selbstbetitelte Veröffentlichung nachgedacht, aber dann entschieden, es „V.“ zu nennen, da es unser fünftes Album ist. Wir wollten zudem, dass es mit dem Cover harmoniert, das eine Darstellung von „Gullveig“ ist und zudem der fünfte Song auf dem Album.

Ich habe das Album in meiner Rezension als typisches THE-FLIGHT-OF-SLEIPNIR-Album beschrieben, auf dem ihr euch aber wieder einen Ticken weiter entwickelt habt. Wo ordnest du „V.“ auf eurem Veröffentlichungspfad ein? Ich finde es fast ein bisschen „schroffer“ als „Saga“.

Clayton: Interessant, dass du das sagst. Ich dachte, es wäre – zumindest klanglich – kultivierter als „Saga“. Ich mag es nicht, unsere Alben miteinander zu vergleichen, da sie aus meiner Sicht alle für sich alleine stehen, aber lass mich sagen, dass unsere Denkansätze deutlich offener waren. Es gab dieses Mal kein Konzept, was uns ein bisschen mehr Freiheit in manchen Aspekten gegeben hat.

Bisher war ich nahezu von allem, was ihr veröffentlicht habt, begeistert. Als ich aber darüber nachgedacht habe, wie oft ich ein THE-FLIGHT-OF-SLEIPNIR-Album höre, dann muss ich zu dem Schluss kommen, dass das nicht häufig der Fall ist – da wird auch „V.“ keine Ausnahme machen. In einer hektischen Zeit seid ihr tatsächlich eine Band, die Ruhe und Konzentration braucht, um vollständig genossen werden zu können. Würdest du dem Zustimmen und woran liegt es deiner Meinung nach, dass ein THE-FLIGHT-OF-SLEIPNIR-Album, sagen wir, als „Nebenbeibeschallung“ nicht taugt, dafür aber beim konzentrierten Hören in eine andere Welt entführt?

Clayton: Ich habe von vielen Leuten etwas Ähnliches gehört. Ich selber liebe Alben, die dich als Hörer woanders hinbringen, und das über unsere Musik gesagt zu bekommen, ist ein Kompliment für mich.

Ich habe mal gelesen, das ihr Vinyl allen anderen Formaten vorzieht. „V.“ erscheint ja glücklicherweise ebenfalls auf Vinyl. Was ist deiner Meinung nach der Vorteil an diesem Format und würdest du sagen, dass eure Musik auf CD oder im iPod schlechter funktioniert als über einen Plattenspieler?

Clayton: Das hängt alles vom Hörer ab, und die Leute werden immer über Formate diskutieren. Ich glaube, dass der Fokus auf der Musik liegen sollte und die Leute, die sie kaufen, sollten das Format selbst wählen können. Ich bevorzuge Musik auf beidem, CD und Vinyl. CDs sind für mich das Referenzformat – klarer und tiefer Klang, „perfekter“ Sound. Vinyl ist, als würdest du mit einem alten Freund rumhängen – du akzeptierst seine Macken und nichts kann die Erfahrung ersetzen.

David: Ich fand schon immer, dass Vinyl die beste Hörerfahrung bringt. Wenn ich mich genau mit einem Album auseinandersetzen und es als Gesamtwerk erfassen möchte, bevorzuge ich dieses Format, da es auch eine sehr bewusste Entscheidung voraussetzt.

Ihr behandelt in euren Texten und in eurem Artwork häufig die nordische Mythologie. Wo liegt eure Verbindung, da ihr ja Amerikaner seid, zu diesem Themengebiet?

Clayton: Meine Eltern waren immer sehr an Paganismus interessiert und es gab eine Menge Bücher um mich herum, die ich als Teenie erkundet habe. Daher war ich daran immer sehr interessiert, von einem literarischen Standpunkt aus gesehen.

Da euer Stil sehr einzigartig ist – welche Musik hört ihr im Privatleben und gibt es irgendwelche Bands, die euch musikalisch beeinflussen? Und noch ein kurzer Rückblick, wart ihr mal Teil einer Szene oder zumindest davon fasziniert?

Clayton: Ich höre eine Menge Progressive Rock, eine Menge Metal und ein bisschen Electronic / Ambient. Ich bin mir sicher, dass mich alles auf die eine oder andere Weise beeinflusst hat. David und ich haben in Death- und Black-Metal-Bands gespielt, bevor wir mit THE FLIGHT OF SLEIPNIR angefangen haben.

Gibt es durch den Labelwechsel die Chance, euch öfter live zu sehen, vielleicht auch in Deutschland?

Clayton: Wir versuchen alles, was wir können, um rüber zu kommen!

Ich danke euch vielmals für eure Zeit und das Gespräch. Die letzten Worte gehören an dieser Stelle natürlich euch.

Clayton: Vielen Dank für deine Zeit und ich hoffe, ich betrete bald wieder europäischen Boden!

David: Danke für dein Interesse.

21.03.2015

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