The Flight Of Sleipnir - V.

Review

Es gibt wenige Bands, denen ich es mehr gegönnt hätte, auf einem großen Label zu landen als THE FLIGHT OF SLEPNIR. Trotzdem ist es eine kleine Überraschung, dass sich Napalm Records dem US-Duo angenommen haben, handelt es sich bei THE FLIGHT OF SLEIPNIR doch vor allem um eines: Liebhaber-Musik, die nicht unbedingt den Massengeschmack trifft. „V.“ macht da keine Ausnahme.

Das heißt im Umkehrschluss, Fans der Band müssen sich keine Sorgen machen. „V.“ ist nämlich mitnichten urplötzlich glatt gebügelt, sondern zeigt sich ebenso atmosphärisch, aber auch kantig wie seine Vorgänger – ist gar einen kleinen Ticken ungestümer als der direkte Vorgänger „Sagas“. Die einzigartige Mischung aus Doom Metal, Stoner Rock, Folk Metal und einer verschwindend geringen Note Black Metal wirkt auf dem fünften Album nahezu genau so frisch wie seinerzeit auf dem Debüt „Algiz + Berkanan“ (2009). THE FLIGHT OF SLEIPNIR wissen wie es geht, schwanken zwischen Lagerfeuerromantik, kurzzeitig aufbrausenden Stürmen und einer entsprechend teils beruhigenden, teils dramatischen Stimmung.

Highlights bleiben dabei selbstredend nicht aus. „Sidereal Course“ beginnt wie auf einem LSD-Trip und lässt den Hörer damit über beste Stoner-Rock-Gefilde schweben … bis die verträumte Stimmung plötzlich kippt und auf einen spannungsgeladenen Höhepunkt zusteuert – welch Dramatik! Ohnehin eine Stärke auf „V.“, THE FLIGHT OF SLEIPNIR spielen gekonnt mit dem Laut-Leise-Effekt, mit der Mischung aus tiefstem Traum und ungemütlichen Erwachen. Mal packen einen die Melodien, treibend, beklemmend und schön. Dann wiederum wird’s düster, drückende Riffs und keifender Gesang durchstoßen die eben aufgekommene Ruhe binnen Sekunden …

… und ohne dass es unpassend wirkt. „V.“ schafft es trotz aller Ecken und Kanten, einen roten Faden zu verfolgen und den Hörer mit auf seine holprige Reise zu nehmen. Ein weiteres Beispiel dafür liefert „Archaic Rites“, das dem schroffen Keifen weiblichen Klargesang als Kontrast entgegensetzt und THE FLIGHT OF SLEIPNIR damit eine weitere Nuance hinzufügt.

„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“, sagte einst Aristoteles und selbiges trifft auf „V.“ noch mehr zu als auf jedes andere THE FLIGHT OF SLEIPNIR-Album. Für sich genommen mögen die Bausteine nett sein, in der Art und Weise, wie Clayton Cushman und David Csicsely diese verbinden, entsteht eine einzigartige Mischung, die einen hypnotischen Sog entwickelt und an dem ich mich auch nach fünf Alben einfach nicht satt hören kann. Für mich bleiben „Essence Of Nine“ und „Sagas“ zwar noch einen Hauch besser, aber „V.“ ist ein typisches THE FLIGHT OF SLEIPNIR-Werk und damit schon ein Garant für außergewöhnliche Qualität.

25.11.2014

Chefredakteur

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