The Flight Of Sleipnir - Essence Of Nine

Review

Auf acht Beinen lässt es sich schnell vorangaloppieren: Erst 2007 ins Leben gerufen, waren THE FLIGHT OF SLEIPNIR in den vergangenen Jahren ein fleißiges Duo, das auf bereits zwei Alben („Algiz + Berkanan“ in 2009, „Lore“ im Folgejahr) durch seinen recht originellen Stil zwischen Wikingerära-BATHORY und traditionellem Doom Metal sowie Artworks von Schlagzeuger/Sänger/Gitarrist David Csicsely, die die Bezeichnung auch wirklich verdienen, einige Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte.

Ihrem Rhythmus von einem Album pro Jahr treu bleibend, folgt nur 13 Monate nach „Lore“ das dritte Langeisen „Essence Of Nine“. Im Vergleich zu den Vorgängern gibt es keine groben, aber dennoch ein paar feinere Unterschiede: Die Gesamtspielzeit der acht Stücke ist leider deutlich unter die 40-Minuten-Grenze gesunken, akustische Anteile, Gitarrenleads und klarer Gesang haben gefühlt noch ein wenig mehr Raum bekommen. Die Musik der zwei US-Amerikaner aus dem Gebirgsstaat Colorado erscheint besonnener, nicht mehr so ruppig und ungeschliffen wie in den Anfangstagen, und erinnert mittlerweile deutlicher an den epischen Doom von Kapellen wie WHILE HEAVEN WEPT. Nichtsdestotrotz hebt der für etwas mehr Härte sorgende Kreischgesang noch oft an.

Die Produktion ist angenehm klar und differenziert, der Gesang kommt dabei eher aus dem Hintergrund, die Melodien fließen zwischen Anmut und einer unterschwelligen Melancholie dahin. Die beiden sehr atmosphärischen Instrumentals „As The Ashes Rise (The Embrace Of Dusk)“ und „As Cinders Burn (The Wake Of Dawn)“ oder das ruhige „The Seer In White“ mit seinem starken, zerbrechlich und erhaben zugleich wirkenden Gesang sorgen für viele gedankenversunkene Momente. Im Gegensatz dazu rahmen die beiden lebhaftesten, mit reizvollem Kontrast zwischen wütender und sanfter, manchmal gar flüsternder Stimme für sich einnehmenden Nummern „Transcendence“ und „The Serpent Ring“ die anderen Lieder eindrucksvoll ein; führen jeweils mit einem Donnerschlag in die ferne Welt der nordischen Mythen und wieder hinaus.

Mit dem für sie charakteristischen, in ihre eigene Ästhetik mit stets wunderbaren Artworks gekleideten Viking Doom Metal überzeugen THE FLIGHT OF SLEIPNIR auch auf ihrem dritten Album „Essence Of Nine“. Ohne auf ein gewisses Maß an Aggression und schwere Gitarren zu verzichten, agieren sie bedächtiger als zuvor und erschaffen dabei wahrlich ein Werk zum Darin-Versinken – doch trotz dieser oft präsenten Verträumtheit löst sich die Spannung glücklicherweise nie vollends auf, der schmale Grat zwischen Epik und Langeweile wird gemeistert. Ach, währte das alles doch nur ein paar Hufschläge länger …

Da darf man froh sein, dass auf den Tag genau am Freitag, den 13. Mai 2011, neben „Essence Of Nine“ auch noch eine THE FLIGHT OF SLEIPNIR-Split mit dem beiden Doom-Bands APOSTLE OF SOLITUDE und RITUALS OF THE OAK vom Himmel herabfährt und uns zwei weitere neue Kompositionen der talentierten Musiker David Csicsely und Clayton Cushman beschert.

28.04.2011

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