Long Distance Calling
Ein Wohnzimmer-Konzert getarnt als Club-Gig

Konzertbericht

Billing: Long Distance Calling
Konzert vom 28.02.2018 | Lux , Hannover

Gelungenes Gastspiel im Lux: LONG DISTANCE CALLING begeistern auf ihrer „Boundless“-Tour vor ausverkauftem Haus das hannoversche Publikum. metal.de war für euch dabei.

Konzertfoto von Long Distance Calling auf Boundless Tour 2018 in Stuttgart

Long Distance Calling

Welche guten Gründe kann es schon geben, an einem Mittwochabend bei Temperaturen von -10 Grad und Schneefall das Haus zu verlassen? Bier alle? Großmutter krank? Mit dem Hund Gassi gehen? Vielleicht. Nun, ein ganz besonders guter Grund: LONG DISTANCE CALLING sind in der Stadt. Also runter von Sofa, rein in die Kälte und ab in das Lux – bereits Wochen vor dem Auftritt meldete dieses jedoch „Ausverkauft“. Und damit war der kleine Club in Hannover nur eines der ersten von vielen Gigs, die auf der „Boundless“-Tour der Münsteraner keinen Kartenverkauf an der Abendkasse mehr erlaubten: Auch Hamburg, Berlin, München und viele weitere Auftritte waren bereits vor Konzerttermin restlos ausgebucht. Das spricht natürlich zum einen für die generelle Zugkraft von LONG DISTANCE CALLING als Live-Band, aber auch für das neue Album „Boundless“, das in seiner puristischen, „back to the roots“-Art einen tollen Auftritt erwarten ließ. Angenehm fällt sofort auf, dass das Lux zwar formal „ausverkauft“ ist, sich aber noch ausreichend Bewegungsfreiheit innerhalb des Clubs bietet. Auch die Bar ist bei laufendem Auftritt der Band noch problemlos ansteuerbar – ein lobenswertes Beispiel dafür, wie ein paar verkaufte Tickets weniger zu einer angenehmen Konzertatmosphäre beitragen.

Dass LONG DISTANCE CALLING gänzlich auf gesangliche Unterstützung verzichten würden, war ja nach den Statements zu „Boundless“ und den darauf enthaltenen Kompositionen durchaus zu erwarten. So kommt das aufgestellte Mikrofon auch nur für die obligatorischen Ansagen an das Publikum („Hallo, Hannover“) und dem Hinweis auf den Merch-Stand zum Erwerb des neuen Albums zum Einsatz. Bei der Frage danach, wer denn dieses neueste Werk bereits gehört habe, gehen überzeugend viele Hände nach oben – Angst davor, auch neues Material zu spielen, müssen LONG DISTANCE CALLING an diesem Abend folglich nicht haben, auch wenn der Schwerpunkt der Setlist eindeutig auf Material von der „Satellite Bay“ und der „Avoid The Light“ liegt.

Konzertfoto von Long Distance Calling auf Boundless Tour 2018 in Stuttgart

Long Distance Calling – „Boundless“ Tour 2018

Und das man nicht zwingend einen vorturnenden Frontmann braucht, das beweisen LONG DISTANCE CALLING zum wiederholten Mal: Die vier Musiker haben großen Spaß auf der Bühne, welcher sich ohne Umschweife auf das Publikum überträgt. Man hat das Gefühl eher einer Bandprobe oder einem kleinen Wohnzimmerkonzert beizuwohnen, denn einem durchgeplanten Konzert. Dazu tragen natürlich auch die niedrige Bühne und der kleine Club bei – aber diese Unmittelbarkeit der Darbietung, der lockere Umgang der Bandmitglieder untereinander, gepaart mit dem Gefühl, dass hier nicht nur ein weiterer Punkt auf dem Tourplan abgearbeitet wird: Das zeichnet diese Band aus. Auch der Sound an diesem Abend enttäuscht nicht: Die Lautstärke ist angenehm, insbesondere der Schlagzeug- und Basssound kommt gut zur Geltung. Die eingespielten Samples sind wenig aufdringlich und eher leise, der Schwerpunkt liegt heute eindeutig auf der außergewöhnlichen instrumentalen Arbeit der vier Musiker.

Galerie mit 38 Bildern: Long Distance Calling - Boundless Tour 2018 in Stuttgart

Dass die Spielfreude von LONG DISTANCE CALLING an diesem Abend hoch ist, schlägt direkt auf das Publikum durch: Das  Songmaterial der Band ist zwar wenig geeignet einen Circle-Pit zu provozieren, dennoch werden die Titel doch ordentlich abgefeiert. Besonders natürlich die „Klassiker“ wie „Black Paper Planes“ und „Into The Black Wide Open“. Ansonsten beherrscht das typisch postrockige, rhythmische Kopfnicken des Publikums das Bild. Die knapp über zwei Stunden Konzert vergehen folglich wie im Flug.

So steht nach der Zugabe „The Very Last Day“ ein runder Auftritt der vier Herren von LONG DISTANCE CALLING zu Buche. Den einzigen Wermutstropfen an diesem Abend hält dann die Witterung bereit: Für die Zuschauer besteht um kurz nach 22.00 Uhr die Herausforderung den Temperaturunterschied beim Verlassen des Clubs zwischen Drinnen (also tropische, feucht-warme 30 Grad) und der nächtlichen Kälte draußen (gefühlt so -20 Grad) zu verdauen. Wohl dem, der da seine Jacke nicht im Auto hat liegenlassen.

Setlist:

01. Ascending
02. The Figrin d´an Boogie
03. Trauma
04. In The Clouds
05. Aurora
06. Black Paper Planes
07. Out There
08. Into The Black Wide Open
09. The Far Side
10. Sundown Highway
11. Skydivers
12. Apparitions
13. Arecibo
14. Metulsky Curse Revisited
_____________________
15. The Very Last Day

 

Bericht: Sven Lattemann – Lux Hannover
Bilder: Dagmar Geiger, Stephanie Lauber – Club Cann Stuttgart

11.03.2018

Iä! Iä! Cthulhu fhtagn!

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