Abominor - Opus: Decay (EP)

Review

Die isländische Black-Metal-Szene hat in den letzten Jahren eine ordentliche Schippe zugelegt und einige gute bis grandiose Bands wie SVARTIDAUÐI, SINMARA beziehungsweise deren Vorgängerkapelle CHAO, MYSTHYRMING oder CARPE NOCTEM hervorgebracht. Mit ABOMINOR schickt sich nun ein Quartett aus der Hauptstadt Reykjavik an, nachzulegen. Allerdings ist beim Genuss der Debüt-EP „Opus: Decay“ fraglich, ob die Band tatsächlich nachlegt oder eher als Trittbrettfahrer auf den Zug aufspringt. Denn im Gegensatz zu den oben genannten Größen der isländischen Szene fügen ABOMINOR dem typisch-isländischen Black-Metal-Sound, der sich über die Jahre herauskristallisiert hat, nur wenige neue Facetten hinzu.

Ganz im Geiste von SVARTIDAUÐI bauen ABOMINOR nämlich auf das Hervorheben von hypnotischen, den Hörer in ihren Bann ziehenden, aber gleichzeitig disharmonisch und atonal anmutenden Riffs und Leads. Auch das Schlagzeugspiel erinnert ein ums andere Mal an die großen Landsleute des Vierers, während der Gesang die Gedanken eher in Richtung SINMARA schweifen lässt. Trotzdem ist die „Opus: Decay“-EP nicht schlecht. Denn die mangelnde Eigenständigkeit gleichen ABOMINOR durch die schiere Energie des Materials, die dichte Atmosphäre ihrer Songs sowie ihr hörbares Händchen für interessante und wendungsreiche Strukturen aus. Somit können die beiden Stücke „474“ und „Opus Decay“ trotz ihrer Spiellängen von zwölfeinhalb beziehungsweise knapp neun Minuten auf voller Länge überzeugen.

Was jetzt noch fehlt ist die eigene Nische, die sich die Band stilistisch bauen sollte. Wenn kommende Werke der Band eigenständiger klingen als die „Opus: Decay“-EP, dann können wir uns auf ein weiteres Genrehighlight aus dem Nordwesten Europas freuen. Fans der genannten Bands oder generell Freunde von orthodoxem, disharmonischem Black Metal sollten ABOMINOR aber auch jetzt schon auf dem Schirm haben.

30.08.2015

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