Aluk Todolo - Occult Rock

Review

ALUK TODOLO haben schon einige Veröffentlichungen auf dem Buckel, waren dabei nie gewöhnlich und weit davon entfernt, ihre Hörer vor leichte Aufgaben zu stellen, allerdings dürfte „Occult Rock“ noch ein ganzen Schritt weitergehen. Das Doppel-Album des französischen Duos bietet mit einer Spielzeit von fast 85 Minuten tatsächlich eine gewaltige Herausforderung und darf dennoch fast selbstverständlich als kleines Kunstwerk gelten.

Einfach ist es aber nicht, sich darauf einzulassen. Inzwischen schlagen bei mir schon einige Versuche zu Buche, mir „Occult Rock“ in voller Länge zu Gemüte zu führen. Woran es scheiterte? Nun, vermutlich an der Grundstimmung, die für eine Band wie ALUK TODOLO essentiell ist. Nein, diese Band findet ihren Platz nicht im hektischen Alltagsgeschehen, nicht in ein paar Minuten Freizeit, sondern bedarf der vollen Aufmerksamkeit. Erst dann entfalten sich die vielen Details, die hypnotischen Rythmen und die verstörenden, häufig disharmonischen Gitarren. Dabei setzen die Franzosen gern auf ausgedehnte Passagen, ergehen sich in erhabener Monotonie und unterstreichen damit nur ihren Anspruch, den Hörer völlig aus der Realität zu reißen. Die psychedelischen Anstriche, die über den irgendwo verankerten Black Metal-Grundlagen stehen, verleihen „Occult Rock“ dann erst recht ein unfassbar einnehmendes Wesen. Die anschwellende Lautstärke der Songs, das vibrierende Grummeln des Basses und die rituellen Drums wabern wie ein Nebel durchs Hirn, ermatten das Denken, wirken zeitweise verstörend, anziehend und bedrohlich.

„Occult Rock“ ist wie bereits erwähnt kein Happen für zwischendurch, sondern bedarf einen Moment der absoluten Konzentration. ALUK TODOLO brauchen dafür auch keine Vocals, sondern lassen ihre drei Instrumente, in minimalistischer Ausrichtung, ein Klangbild erschaffen, das so surreal und doch intensiv ist, dass ein einmaliges darauf Einlassen für ein höchst interessantes Klangerlebnis sorgt. Beinahe skurril wirkt das Trio, wenn es wie in „Occult VII“ kurzzeitig beinahe rockig, ja fast harmonisch wirkt, aber das sind nur kurze Augenblicke. Ein intensives, alles andere als kurzweiliges Hörerlebnis, das vor allem für alle interessant ist, welche die Extreme der Musik erkunden wollen. Leicht verdaulich ist was anderes, anspruchslos oder langweilig aber ebenso. Spannend!

05.11.2012

Chefredakteur

Der metal.de Serviervorschlag

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