Angels & Agony - Unison

Review

„Futurepop“ – ein Wort, mit dem viele zunächst einmal Bands wie VNV NATION und ASSEMBLAGE 23 verbinden, die dieses Genre vor ca. 10 Jahren quasi erfanden und somit logischerweise auch nachdrücklich prägten. Heute besitzt der Begriff „Futurepop“ oft eine negative Konnotation, was mit Sicherheit auch daran liegt, dass sich in den vergangenen Jahren viele oft drittklassige Bands in diesem Genre versucht haben und so zu einer Übersättigung bei den Fans beigetragen haben. Schade, denn „Futurepop“ war ein wichtiger Impuls innerhalb der Elektroszene, um sich aus den jahrelangen Front242-EBM-Fesseln zu lösen und mehr auf Melodik und Eingängigkeit zu setzen. Viele Futurepop-Bands sind in den vergangenen Jahren gekommen und oft auch wieder schnell verschwunden. Eine Konstante in diesem Kommen & Gehen war jedoch stets die holländische Formation ANGELS & AGONY, die seit ihrem 2001er Debüt „Eternity“ im Geschäft ist.

Sechs Jahre nach „Eternity“ erscheint mit „Unison“ erst das dritte Album der Band – mit Sicherheit auch ein Grund, warum die Abnutzungserscheinungen im Fall ANGELS & AGONY noch nicht weit fortgeschritten sind. Doch nicht nur das, denn ANGELS & AGONY konnten mit allen ihren Veröffentlichungen stets überzeugen – so auch mit „Unison“.

Die Holländer schaffen es erneut, auch auf „Unison“ gleichzeitig vertraut, abwechslungsreich und frisch zu klingen. ANGELS & AGONY sind inzwischen mehr als nur eine Futurepop-Band. Sie schaffen es, mit ihrem Sound den modernen Elektro am Leben zu erhalten und vor allem auch, sich nicht stetig selbst zu kopieren. Gerade darin liegt wohl auch die Kunst, sich im Bereich des melodischen Elektro zu etablieren.

„Unison“ ist mehr als das sterbende Wort „Futurepop“ es auszudrücken vermag. ANGELS & AGONY zelebrieren auch auf ihrem dritten Album wunderbar melodischen, stellenweise hymnischen Elektro, der sowohl Clubtauglichkeit beweist, als auch zum entspannten Hören auf der heimischen Couch geeignet ist. Einzelne Songs herauszuheben ist wie so oft schwierig. Vielleicht ist es jedoch gerade ein emotionaler Song wie „Wreckage“, der eindrucksvoll unter Beweis stellt, dass Futurepop NICHT tot, langweilig oder ausgelutscht klingen muss. Auch „Watchers“ mit seinem zweistimmigen Gesang im Refrain ist ein Beleg dafür, dass ANGELS & AGONY ihr Handwerk verstehen und die Fans dieses Genres mit dem versorgen, was diese sich wünschen und ohne ihnen dabei Einheitsbrei zu servieren. Songs wie „Unison“, „Lethargy (Rise)“, „Euphoria“ oder „Systems“ ergänzen die Auswahl an Highlights. Einzig die ruhigeren Songs „Inner Light“ und „Walk On Stars“ sind meiner Meinung nach stellenweise ein wenig zäh, auch wenn sie ihre Aufgabe, für die etwas entspannteren Momente auf „Unison“ zu sorgen, dennoch erfüllen.

Vor einigen Jahren hieß es: „EBM IS DEAD“ – 2007 heißt es: „FUTUREPOP IS NOT DEAD“ – ANGELS & AGONY sei Dank!

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02.03.2007

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