Emptiness - Vide

Review

Ursprünglich im extremen Bereich des Metal unterwegs, beschreiten die Belgier EMPTINESS mit „Vide“ einen wesentlich ruhigeren, aber nicht weniger finsteren Ansatz. Vor allem auf dem Vorgänger „Not For Music“  traten bereits verstärkt elektronische Elemente in den Vordergrund, welche auf dem neuen Album noch präsenter sind und die Gitarren weiter in den Hintergrund rücken lassen.

„Vide“: Eine schleichende Finsternis

Ruhig und verträumt leitet „Un Corps À L’Abandon“ das Album ein und die hypnotischen Beats von „Vide, Incomplet“ führen in eine düstere Trance. Der Gesang ist nur noch ein unheimliches Flüstern und entfernt sich damit vollständig vom extremen Metal der Anfangstage. Die Texte und Songtitel sind außerdem zum ersten Mal komplett auf Französisch.

Songs wie „Ce Beau Visage Qui Brûle“ und „L’Erreur“ fließen traurig dahin und erzeugen ein Gefühl beklemmender Klaustrophobie. Passend, dass das Album an Orten wie kleinen Apartments, einer Hütte im Wald und Hausdächern aufgenommen wurde. Dieser traurige Sog wird am Ende von „L’Ailleurs“ abrupt mit dem Geräusch eines gezogenen Steckers unterbrochen, nur um durch dieses plötzliche Ende ein noch unangenehmeres Gefühl der Einsamkeit zu erzeugen.

EMPTINESS – zähe Einsamkeit

Mit „Vide“ servieren EMPTINESS einen schweren Brocken. Das Album wirkt zu großen Teilen wie ein einziger Song, da es so gut wie keine Abwechslung in der Struktur der einzelnen Songs gibt. Der Vergleich mit Ambient Music oder einem Soundtrack zu einem Film über Depressionen und Einsamkeit an verregneten Tagen dürfte es am besten treffen. Der Nachteil ist, dass das Ganze dadurch zum Teil etwas zäh und eintönig wirkt und auch der durchgehend geflüsterte Gesang sich zu schnell abnutzt.

EMPTINESS ist es zwar wie beabsichtigt gelungen, ein Album mit der Wirkung von klaustrophobischer Isolation zu erschaffen, jedoch ist das Gesamtergebnis etwas zu monoton geraten. Ein mutiger Schritt, der sich noch weiter von der Frühphase der Band entfernt. Das Ergebnis verliert sich allerdings leider zu sehr in sich selbst.

08.02.2021

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