Between The Buried And Me - The Silent Circus

Review

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Ein stiller Zirkus? Mitnichten. Was uns die Amis von BETWEEN THE BURIED AND ME mit ihrem Zweitwerk „The Silent Circus“ zum Fraß vorwerfen, ist ein brutal harter Brocken mit akuter Gefahr des Hervorrufens von Verstopfung. Ich beschreibe es mal so: Stellt euch vor euren CD-Schrank und zieht Scheiben von folgenden Bands aus dem Regal: CANNIBAL CORPSE, EVERY TIME I DIE, MESHUGGAH, AT THE GATES (wahlweise auch alte IN FLAMES), DOWN (oder SOILENT GREEN), A PERFECT CIRCLE, RADIOHEAD und GODSPEED YOU BLACK EMPEROR!. Nun legt ihr diese in acht verschiedene CD-Spieler und betätigt überall gleichzeitig den Play-Knopf. Was kommt dabei heraus? Ein völlig wirres Chaos, obwohl jede einzelne Komponente für sich gesehen erstklassig ist und von dem Quintett in den jeweiligen Parts auch überzeugend interpretiert wird. Das Problem ist nur, dass der unkoordinierte Mix von allem so überhaupt nicht ins Gehör laufen will, auch nicht nach zig Durchläufen. Betrachtet man das Durcheinander mal genauer, kommt man nämlich ziemlich schnell zu dem Schluss, dass wildes US-Death-Gemetzel, lupenreiner Metal-/Hardcore, mathematisch komplexe Songstrukturen, schwedische Melodieattacken, Stoner-/Sludge-/Emo-Einschübe aus New Orleans, seicht rockender Stoff, herzzerreißend melancholische Soli und collagenhafte Klanggebilde einfach nicht auf ein und dieselbe Platte passen. Wie gesagt, einzeln betrachtet haben BETWEEN THE BURIED AND ME jedes dieser Segmente absolut im Blut, aber weniger ist manchmal dann eben doch mehr. Eines muss man den Jungs aus North Carolina dabei allerdings auf jeden Fall zugestehen: ihr Höchstmaß an Eigenständigkeit. Selbiges wird ihnen aber auch zum Verhängnis, denn auf welche Zielgruppe ist „The Silent Circus“ zugeschnitten? Wie gehen Fans der ruhigeren, rockigen und avantgardistischen Klänge mit den heftigen Knüppelparts um? Wie verarbeiten die Brutalo-Freaks die sanften Elemente? Oder was machen die wenigen Leute, die gerne mal Musik aus beiden Lagern konsumieren, sich aber an der Konfusion stören? Fragen über Fragen. Nur für ganz Hartgesottene, die die haarsträubendsten Experimente schon zum Frühstück verspeisen, aber nicht für den Otto-Normal-Todesbleier-Hardcoreler-Avantgardist geeignet.

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03.03.2004

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6 Kommentare zu Between The Buried And Me - The Silent Circus

  1. anonymus sagt:

    Grandioses Review, Greg ! Ich hasse diese Band… die schreiben keine Songs, die schreiben höchstens einzelne Fragmente und würfeln die dann auf gut glück zusammen und schauen dann was dabei rauskommt. So stehen dann Göttermelodien und melancholische Passagen neben matschigem Geknödel und unerträglichem Gekloppe. Wirr, wirr, wirr. Und scheisse !!!

    1/10
  2. hypoc sagt:

    Mein Gott, das Album ist so bekloppt, dass es schon fast wieder genial ist… Selten so etwas merkwürdiges gehört…

    9/10
  3. Anonymous sagt:

    Baah! Diese Scheibe ist nahezu das Nonplusultra! Ständig wird unter dem Metallervolk die ewige Endlosschleife beklagt, in der – nicht zuletzt dank verkaufsintensiver Trends – tausende Bands ihre Kreativität gefangen halten. Und tut dann mal die ein oder andere Gruppe einen Schritt nach vorne und entlässt mal eben 100% der Klischees in die Bedeutungslosigkeit, fühlt sich die Metallergemeinde um ihre Trademarks betrogen bzw. ihrer offenbar doch arg geliebten Stereotypen beraubt. Fortschrittsangst – auch wenn das wohl jeder der Betroffenen wehement von sich weisen würde/wird. – Between the Buried and Me sind dementsprechend vermutlich nichts für jene "Metaller". Macht aber nichts. Den die Komplexität von "The Silent Circus", die eben NICHT wie irgendein Death/Thrash-Klon von der Stange nach 3x Hören wie Schmalz in den Ohren festbappt, bietet auf jeden Fall auf lange Zeit hin viel zu entdecken und – was viel schöner ist – ein unglaublich breites Spektrum an (verschiedenartiger) Emotionalität. – Greg, ich will nicht Deine Kompetenz als Rezensent in Frage stellen, das Review ist zu 90% zutreffend. Nur Deine Schlüsse aus den musikalischen Gegebenheiten sind mir völlig unbegreiflich. "Völlig wirres Chaos"? Wirklich unzugänglich sind THE LOCUST, sogar CANDIRIA sind noch schwerer verdaulich. "Konfusion"? Mitnichten! Allenfalls für Metalfans, die bereits Death Metal mit Pop-Einflüssen als "Progressivität" (also Fortschritt) begreifen. – him

    9/10
  4. Anonymous sagt:

    Wahnsinn. Also sowas hab ich echt noch niemals gehört. Die ansonsten so blöde Einteilung von Bands in Kategorien kann man hier echt vergessen. Zum Teil kann ich dem Review zustimmen, die Band beherrscht die Musik der Richtungen in denen sie wildert absolut! Aber mich hat diese (zugegebenermassen anstrengende) Mischung gleich vom ersten Moment an begeistert. Alles wirkt hier trotz dem Chaos logisch und flüssig. Endlich mal eine Band, die auf die eingefahrene Musikszene scheisst und ihr eigenes Ding durchzieht. Und da ich generell genau die Musikrichtungen mag, die die Band spielt ist dieses Album (wie auch schon das selbstbetitelte Debut) das, was ich auf ne einsame Insel mitnehmen würde um meinen gesamten Musikbedarf abzudecken. So begeistert war ich von nem Album nicht mehr seit "The Beyond" von Cult of Luna. Genial! Respekt!!!

    10/10
  5. crippled fluffy catcat sagt:

    ich schließ mich him größtenteils an, aber da noch deutlich potential nach oben vorhanden ist, erstmal 8,4 punkte…

    8/10
  6. zat sagt:

    Es gibt auch Leute die genau dieses Durcheinander lieben. Grandiose Gitarrenarbeit und Songs die beim 30sten
    Durchlauf noch nicht langweilig werden. Dazu noch genug Chaos, dass auch die melodischen Parts nicht in den Standard DeathMetal(Core)abrutschen! Geiles Album!

    9/10