Between The Buried And Me
Experimentelle Reise

Interview

BETWEEN THE BURIED AND ME sind die Märchenonkel, ja die Geschichtenerzähler der progressiven Musik. Ihre bisherigen Werke sind ineinander tief verschlungenes Storytelling gepaart mit einer kraftvollen Klangpalette, die einem jedesmal wieder aufhorchen lässt und überrascht. So auch dieses Mal. Mit „Automata Part I“ schaffen es die US-Amerikaner erneut mit ihrer außergewöhnlichen Verschmelzung von Progressive Metal, Mathcore und Metalcore eine eigene kleine Welt zu erschaffen, die mit einem weiteren Release in den nächsten Monaten mit dem Namen „Automata II“ ihre Vervollständigung findet. Dan Briggs, der Mann am Bass von BETWEEN THE BURIED AND ME, nahm sich im Interview etwas Zeit und vervollständigte auch mein Bild etwas mehr.

Konzertfoto von Between The Buried And Me am 07.03.2017 im Columbia Theater Berlin

Über „Automata Part I“:

Ursprünglich ist „Automata“ als ein einziges Album entstanden. Wir haben aber generell immer schon eine große Vorliebe für das Konzeptionelle gehabt und finden es spannend damit zu jonglieren, eine Geschichte zu erzählen und sich damit dem musikalischen Thema anzunähern. Es sind viele, für sich selbst stehende Elemente im ersten Teil von „Automata“ zu finden, aber einiges wird im zweiten Part in anderer Form wieder auftauchen. In einer anderen Variante auf  „Automata Part II“ seinen Platz finden. Diese musisch, kreativen Reisen haben sich über die Jahre bei uns entwickelt und wir haben großen Spaß darein ein Album als Konzept zu präsentieren. Keine Aneinanderreihung von einzelnen Songs, sondern ein Ineinandergreifen, ein Ineinanderfließen. Die Musik, die auf einem derartigen Album stattfindet, bekommt so in unseren Augen eine größere Bedeutung. Es ist schon ein Unterschied, ob ich ein Stück nach dem anderen schreibe oder im Auge und im Kopf behalte, wie alle Songs am Ende zusammenpassen. Das macht uns unheimlichen Spaß. Das macht das ganze im Gesamten noch größer und wichtiger. Ein Track wie „Millions“  ist zum Beispiel mit seinen knapp 4 Minuten relativ kurz für unsere Verhältnisse, aber sehr vertrackt und gleichzeitig beginnt und endet er auf dieselbe Art. Im Mittelteil arbeiten wir mit einer Bridge und variieren mit der Komposition. Der Hörer glaubt zu meinen, er wüsste nach den ersten Sekunden, wie es weitergeht, wir aber überraschen die Menschen innerhalb der Spielzeit eines Tracks auf natürliche Weise.

Between The Buried and Me-Automata I-Cover

Über „Automata Part II“:

„Automata Part II“ hat einen stark theatralischen Stellenwert und eine ebenso dramatische Außenwirkung. Der zweite Teil startet mit sehr ausgiebigen Tracks und man könnte Part II von der Stimmung her als launisch, ja sehr eigensinnig bezeichnen. Es ist nicht düsterer sondern einfach noch komplexer und ernster als der erste Teil. „Automata Part II“ enthält für mich persönlich, eine der besten Stücke, die wir bisher mit BETWEEN THE BURIED AND ME  geschrieben haben. Wem „Automata Part I“ gefällt, der wird den zweiten Teil auch echt spannend finden. Ich freue mich sehr, wenn beide Teile veröffentlicht sind und die Menschen beide Seiten vor sich liegen haben. Sie inhaltlich miteinander vergleichen und genießen können. Es gehört alles zusammen, am Ende ergeben beide Teile eine große Geschichte.

Über die musikalische Reise von BETWEEN THE BURIED AND ME:

Ich bin mit Platten aufgewachsen, die sehr wichtig für mich sind und über die Jahre immer wichtig waren. Eines der Alben ist zum Beispiel PINK FLOYDS Konzeptalbum „Dark Side Of The Moon“. Mich hat es immer schon fasziniert, wenn man beim Hören realisiert, wie alles zusammenpasst und als gesamtes eine Wirkung entfaltet. Für mich hat es auch einige Jahre gebraucht, um zu realisieren, wie Konzeptalben überhaupt entstehen, was dahinter steckt. Ich glaube ich war damals in der Highschool. Ja genau, in etwa in dem Alter, habe ich angefangen Konzeptalben zu hinterfragen und meine persönliche Liebe dazu entdeckt. Hinzukommt, dass ich mit ständiger Musik um mich herum aufgewachsen bin. Meine Mutter ist Musiklehrerin. Von ihr habe ich gelernt, Musik wirklich sehen zu können, weil sie mir das Hintergrundwissen vermittelt hat. Es lief immer irgendwie Musik in unserem Haus. Alles. Auch Klassik. Ich habe sogar mal ein paar Jahre Saxophon gespielt. Ich glaube, man bekommt diese Einflüsse unbedarft über Jahre vermittelt und realisiert erst später, das sie da sind und wie sie in deiner eigenen Arbeit, deiner eigenen Welt Platz einnehmen. Am Ende ist unser spezieller Sound auch ein Ergebnis des Wachsens, des Lernens. Es ist eine experimentelle Reise. Wir kopieren nichts, arrangieren ständig neu und basteln herum und haben keine festgelegten Strukturen oder Regeln. Ich versuche mich ständig mit neuen Musikrichtungen und Stilen zu versorgen. Das kann dann auch schon mal Jazz aus den 70er oder Alternative Rock der 90er sein. Einfach, um den Kopf freizubekommen, neue Arrangements zu finden und mich für neue Möglichkeiten im Composing zu öffnen. Beim Schreiben von Songs, versuchen wir alle Einflüsse, Gedanken und Ideen zuzulassen.

Über die aktuelle Musikszene:

Die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen, hat sich leider stark verändert, ist weitaus geringer geworden. Sicherlich gibt es Bands, die innerhalb kürzester Zeit eine Veröffentlichung nach der anderen herausschleudern. Jeder hat da sicherlich seine eigene Herangehensweise, seinen eigenen Plan. Wir sind aber nicht die Art von Band. Du musst dir als Band auch Zeit geben, dir auch mal Auszeiten gönnen. Das Ganze von Außen zu betrachten hilft Qualität zu halten und wachsen zu lassen. Ich persönlich höre gerade die Musik am liebsten, die bleibt. Alben, die nicht kurzweilig sind, sondern mich dauerhaft faszinieren. Das betrifft genauso die Filme, die ich mag, einfach Kunst im Generellen. Und ich glaube, damit stehe ich kulturell nicht ganz alleine da. Ich selber bin ständig am komponieren, auch mit anderen Menschen, arbeite neben BETWEEN THE BURIED AND ME an anderen Projekten. Das hilft mir sehr weiter. Ich kann so ständig dazulernen, und diese Erfahrungen dann bei BETWEEN THE BURIED AND ME umsetzen und anwenden. Die Freiheiten nicht ständig nur für eine Band zu schreiben und zu komponieren, gibt mir die Möglichkeiten meinen Horizont zu erweitern und mit einer größeren Palette an Ideen dazustehen, wenn wir an neuem Material arbeiten. Wir nehmen und geben uns alle Zeit der Welt bei neuen Platten, und lassen uns nicht unter Zeitdruck setzen. Gleichzeitig sind wir sehr dankbar, dass wir weiterhin unseren Platz auf dem Markt haben und uns die Fans erlauben weiter zuwachsen. Mit jedem Album kommen ein paar neue Hörer dazu, ein paar neue Fans und das ist nach wie vor eine spannende Entwicklung.

Über Schlussworte:

Ich bedanke mich, für das Interesse an BETWEEN THE BURIED AND ME. Wir werden bald auch in Deutschland auf Tour gehen und euch „Automata Part I“ und „Automata Part II“ live präsentieren. Wir freuen uns sehr darauf.

Galerie mit 8 Bildern: Between The Buried And Me in Berlin als Support von Devin Townsend
Quelle: Between The Buried And Me/ Dan Briggs
19.03.2018

It`s all about the he said, she said bullshit.

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Between The Buried And Me auf Tour

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13.11.18metal.de präsentiertTesseracT - "Sonder"-Tour 2018Tesseract, Between The Buried And Me und PliniColos-Saal, Aschaffenburg
14.11.18metal.de präsentiertTesseracT - "Sonder"-Tour 2018Tesseract, Between The Buried And Me und PliniGruenspan, Hamburg
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