Burning Witches - Hexenhammer

Review

Galerie mit 25 Bildern: Burning Witches auf dem Delta Metal Meeting 2018

Wenn DESTRUCTION-Frontmann Schmier eine Newcomer-Band in höchsten Tönen lobt, wird der geneigte Metaller schnell hellhörig. Wenn er dann auch noch ihr erstes Album mitproduziert erst recht. So geschehen im Falle der Schweizerinnen BURNING WITCHES. Nur ein Jahr nach besagtem Debüt steht mit „Hexenhammer“ bereits der zweite Langspieler an.

Um es kurz zu machen: Die Vorschusslorbeeren hat sich das Quintett absolut verdient. Dass ein junger Act sich bereits so professionell in Szene setzt, erlebt man äußerst selten. „Hexenhammer“ besticht durch ausgereiftes Songwriting voller eingängiger Melodien. „Lords Of War“ etwa frisst sich augenblicklich in die Gehörgänge. Frontfrau Seraina wechselt zudem gekonnt zwischen melodischer Singstimme und aggressiven Shouts.

„Hexenhammer“ überrascht durch Eigenständigkeit

Das coole Riffing ist derweil vom klassischen Thrash genauso beeinflusst wie von den gängigen britischen Metal-Heroen. Und ja: Das ein oder andere Mal erinnert die Gitarrenarbeit auch an DESTRUCTION („Maneater“). Schmiers Begeisterung für BURNING WITCHES kommt also nicht von ungefähr. Trotzdem ist „Hexenhammer“ ein überraschend eigenständiges Album, denn obwohl die Band musikalisch in den der 80ern verwurzelt ist, ist die Platte nicht krampfhaft auf Retro getrimmt.

Stattdessen zimmern Schmier und V.O. Pulver den Hexen einen zeitgemäßen, aber nie zu sterilen Sound. Damit liefern sie die perfekte Unterstützung für das abwechslungsreiche Songmaterial. Von gefühlvoller Ballade („Don’t Cry My Tears“) über stampfende Hymne („Dead Ender“) bis hin zur Speed-Attacke („Possession“) bietet „Hexenhammer“ alles, was das Metaller-Herz begehrt. Stinker findet hier wohl selbst der größte Kritiker keine.

BURNING WITCHES lehnen sich aus dem Fenster

Dafür schließt die Platte allerdings mit einem zumindest gewagten Cover von DIOs „Holy Diver“. Die Gesangsleistung ist durchaus solide, allerdings nicht mehr. An der Instrumentalfront wiederum gibt’s nix zu meckern, auch wenn die Musikerinnen keine eigenen Akzente setzen. Gotteslästerung sieht anders aus. Gegenüber den durchweg starken Eigenkompositionen auf „Hexenhammer“ verblasst diese Klassiker-Interpretation aber genauso wie im Vergleich zum Original.

Klar, eine Revolution starten BURNING WITCHES mit ihrer zweiten Langgrille nicht. Aber das kann noch kommen, denn in dieser Band steckt verdammt viel Potential. Für den Moment ist „Hexenhammer“ auf jeden Fall eine mehr als amtliche Heavy-Metal-Platte.

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02.11.2018

"Irgendeiner wartet immer."

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Burning Witches auf Tour

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12.01.19metal.de präsentiertGrave Digger - Tour Of The Living DeadGrave Digger und Burning WitchesLive Club, Andernach
13.01.19metal.de präsentiertGrave Digger - Tour Of The Living DeadGrave Digger und Burning WitchesZ7, Pratteln
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9 Kommentare zu Burning Witches - Hexenhammer

  1. Bluttaufe sagt:

    Das sind also die BURNING WITCH von denen man dieser Tage überall liest? Ich habe die jetzt das erste Mal auf dem Schirm. Zieht man den Tittenbonus ab, bleibt letztendlich leider nicht mehr viel übrig. Das einzige was heraussticht ist die Leadgitarre. Ansonsten ist das auch nur aufgewärmter Kaffee von vor-, vor-, vorgestern.
    Wenn der Rest auch so klingt dann wären das höchstens 7 Punkte.
    Letztendlich steckt dahinter auch nur Kalkül, Hype und sinnloses Gepushe.

    1. BlindeGardine sagt:

      Ach komm, ernsthaft jetzt, Tittenbonus? Muss man 2018 echt immer noch ein Fass aufmachen wenn ausnahmsweise mal ein paar nicht ganz unansehnliche Damen zusammen Musik machen? Also mir ist schon klar, dass dieser Umstand sicherlich für NB auch Teil der Marketingstrategie ist, All-Girl-Metalbands sind ja immer noch vergleichsweise selten. Aber muss man so plump darauf reagieren? Schau dir mal einen Großteil der Schönlinge im Metalsektor, spricht da jemand von Eisenpimmel/Bizeps-Bonus? Und macht NB nicht sowieso grundsätzlich gerne ein Fass auf wenn es ums Marketing geht? Ich denke da mal jüngst an Behemoth, Dimmu Borgir usw. Die Vermarktung der Musik ist halt deren Job.

      Was die Mucke angeht: das erste Album fand ich unterhaltsam, nicht überragend, aber gut. Das ist halt gut gespielter traditioneller Heavy Metal mit nem Schuss Thrash, mir gefällt das. Die Sängerin ist nicht außergewöhnlich, aber sie versteht ihr Handwerk und hat eine variable Stimme; der verlinkte Song ist vielleicht nicht das beste Beispiel dafür. Und man hört selten genug in diesem Bereich weiblichen Gesang, der NICHT kitschig klingt. Dazu kommt eine zeitgemäße aber nicht zu moderne Produktion.

      Kurzum: ich freue mich auf das Album, ich mag aber auch traditionellen Metal und erwarte in diesem Genre keine großen Innovation, sondern lediglich eine gute Umsetzung und gutes Songwriting. Warum das Geschlecht der Musiker da jetzt eine große Rolle spielen muss ist mir schleierhaft.

      1. Bluttaufe sagt:

        Das ist es ja was ich nicht verstehe. Da wird so ein Hehl um eine All-Girl Gruppe (wie du es nennst) gemacht als wäre es jetzt die Sensation und sooo inovativ. Überall liest man wie toll die doch sind & da hat man seine Erwartungen.
        Ich sage ja nicht, dass die Mädels schlechte Mucke machen…aber ein Überwerk des neuen Jahrtausends ist das nun mal wirklich nicht. Es klingt OK.

        Gut, beim Thema NB muss ich dir beipflichten! Aber da mich der Großteil derer VÖ´s kaum interessiert, bekomme ich da nicht viel mit.
        Unter´m Strich scheint es ein Album zu sein, was man sich nicht zwingend kaufen muss.

      2. BlindeGardine sagt:

        NB macht das, was NB nunmal macht. Ihre Bands promoten. Das ist ihre Aufgabe und das machen sie auch beim Großteil der andren Bands in ihrem Stall. Dass man beim Marketing im Idealfall erstmal gewisse Alleinstellungsmerkmale hervorhebt ist normal und dass es traurigerweise irgendwie immernoch als Besonderheit gilt, wenn eine Band aus Frauen besteht, nutzen die natürlich aus. Dass der erste Kommentar erwartungsgemäß vom Tittenbonus spricht beweist ja auch, dass es wirkt.
        Klar machen Burning Witches jetzt musikalisch nichts großartig anders als die zig anderen jungen Retro-Metalbands. Aber seih mal ehrlich, wenn es hier jetzt um das neue Album von Portrait/Attic/Bullet/Enforcer/Ram gehen würde, hättest du dich vermutlich nicht mal zu nem Kommentar hinreißen lassen. Die kommen nämlich auch in der Presse alle sehr gut weg (wenn auch ohne die NB-Promomaschine) und machen auch alle absolut nichts Revolutionäres.

      3. Bluttaufe sagt:

        Wirken würde ich eher nicht sagen. Der Bandname erweckte bei mir Assoziationen an das erste WARLOCK Album und als ich dann das Goldkehlchen sah, ging meine Tendenz auch in die Richtung.
        Mir ist es doch wumpe ob der Rest aus Frauen besteht – das ist bei GIRLSCHOOL seit Jahrzehnten der Fall – oder nicht.Behauptet ja auch niemand, dass das weibliche Geschlecht nicht ihre Instrumente halten kann.
        Aber hier wird mir etwas zu sehr kokettiert und darauf geschielt. Selbst wenn das die erste Transgender Band wäre oder die erste Band von dem Mars- mehr als überdurchschnittlich klingt das nicht.

  2. nili68 sagt:

    Die klingt wie’n Mann, der versucht, wie ’ne Frau zu singen. Wie bei polnischen Synchronisationen, wo einer alle Stimmen macht.. lol

    1. Bluttaufe sagt:

      Du sollst dir keine Pornos aus dem Osten anschauen.

      1. nili68 sagt:

        Naja, solange die nicht singen.. 😉

  3. BlindeGardine sagt:

    Habe das Teil jetzt auch endlich mal komplett hören können und muss sagen, schönes Album. Klar werden hier keine neuen Akzente gesetzt, bei Oldschool Heavy Metal erwartet das aber wohl auch keiner. Burning Witches machen handwerklich alles richtig und haben eine recht flexible Sängerin am Start. Auf dem Album gibt es, wie der Rezensent schon schreibt, keine Stinker und mit dem Titeltrack mal mindestens einen bockstarken Ohrwurm. Selbst bei der Ballade rollen sich einem nicht die Fußnägel hoch, was in diesem Genre ja gerne mal der Fall sein kann. Mir gefällt auch die dezente Thrash-Schlagseite in einigen Nummern, die aber nie zu sehr in den Vordergrund tritt. Dass Schmier das gefällt überrascht mich nicht.
    Der Doro/Warlock-Vergleich, den einige Magazine (metal.de zum Glück nicht!) direkt parat haben, ist wie ich finde ziemlich aus der Luft gefriffen. Die Gemeinsamkeiten enden beim Bandnamen und der Haarfarbe der Sängerin.

    8/10