Carnifex - Hell Chose Me

Review

Galerie mit 20 Bildern: Carnifex – Summer Breeze Open Air 2018

Nun denn, geben wir heute einmal wieder einer Band aus einem verhassten Genre eine Chance: Die Kalifornier CARNIFEX können (nicht zuletzt aufgrund hoher Live-Präsenz) von sich behaupten, eine der erfolgreichsten Truppen des Deathcore zu sein, einem der nervigsten musikalischen Trends der letzten Jahre, der durch eine Vielzahl an unglaublich belanglosen Mitläuferbands und dazu abspackenden Karatekämpfern auf den Tanzflächen der Republik schon einmal die Halsschlagadern des eher mit den Klassikern sozialisierten Metallers anschwellen lassen kann.

Der dritte Streich der Fünf aus dem US-Sonnenscheinstaat nennt sich „Hell Chose Me“ und auch hier können sie nicht auf unglaublich langweilige bis nervtötende Breakdowns und somit einen modern-trendigen Anstrich verzichten. Insgesamt aber tendieren CARNIFEX auf ihrem neuesten Album deutlich mehr in Richtung Death Metal denn Deathcore: Während die charakteristischen Elemente des letztgenannten Genres – neben den erwähnten Breakdowns etwa Pig-Squeels – doch etwas in den Hintergrund gerückt sind, ist die Death-Metal-Schlagseite während der guten halben Stunde überraschend hoch: Schnelle, böse Riffs, brutale Grunts (hoch und tief) und tightes Schlagzeugspiel inklusive Blastbeat-Attacken wissen in Brutal-Death-Metal-Manier zu gefallen, erinnern etwa an SUFFOCATION oder IMMOLATION und schaffen es sogar, dass man die (verblienen) Breakdowns als nicht ganz so fürchterlich wahrnimmt.

Aber – und das ist der große Minuspunkt – Variation oder spannende Arrangements muss man wirklich mit der Lupe suchen. Hier klingt – nein, das ist ausnahmsweise nicht der Standardspruch des Rezensenten, der keinen Bock hat, sich eingehender mit einer Platte zu beschäftigen – wirklich jedes der zehn Stücke wie das davor und das danach und so ist es müßig, einzelne Lieder hervorzuheben. Man nimmt nur 34 Minuten wohltuend aggressiven, technisch versierten Krawall wahr, aber kann – außer etwa einer Minute Akustik-Gezupfe zu Beginn des mittig platzierten „Heartless“ (kleiner Höhepunkt) am Ende des Rausschmeißers „Genocide Initiative“ – nichts ausmachen, was irgendwie kreativ anmutet und den einzelnen Stücken eine Identität geben würde.

Das Energieniveau und die Brutalität der Musik ist zweifellos beeindruckend, aber das CARNIFEX-Drittwerk bietet (trotz stärkerer Hinwendung zum Death Metal) weniger Neues und Überraschendes als die eigene Ungerbutz. Es mangelt den Liedern an Charakter, an etwas, das sie ausmacht und den Zugang sowie ihren Verbleib im Gedächtnis ermöglicht – nur brutal reicht eben (meistens) nicht. Der vorliegende Hassklumpen erscheint trotz seiner Wut und Angepisstheit merkwürdig uninspiriert.

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07.05.2010

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08.02.20Thy Art Is Murder - Human Target EU/UK Tour 2020Thy Art Is Murder, Carnifex, Fit For An Autopsy und I AmBackstage, München
11.02.20Thy Art Is Murder - Human Target EU/UK Tour 2020Thy Art Is Murder, Carnifex, Fit For An Autopsy und I AmSzene, Wien
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3 Kommentare zu Carnifex - Hell Chose Me

  1. jens sagt:

    Mal wieder ein Deathcore Review was von einem daran nicht interessierten geschrieben wurde. Für mich hört sich Black Metal auch IMMER gleich an. Und der Breakdown Kritikpunkt ist einfach lächerlich. Diese sind eines der Markenzeichen des Genres. Wems nicht gefällt, der kann auch nichts damit anfangen, aber ein Kritikpunkt kanns eigenlich nicht sein. Wenn man schon den Einleitungsteil liest, weiß man was als Bewertung ansteht.

    8/10
  2. sickman sagt:

    Nettes Album. Vor einigen Jahren hieß dieser Stil allerdings noch schlicht und einfach Death Metal und nicht -core. Core (von Hardcore) höre ich hier überhaupt nicht. Mittlerweile wird ja alles, was nicht zu 100% nach Death Metal klingt in die -core-Ecke geschoben, wobei ich finde, dass CARNIFEX mehr nach Death Metal klingen als nach allem anderen; zwar modern und zeitgemäß aber immer noch Death Metal. Naja, wie dem auch sei, mal abgesehen von der, über die gesamte Distanz gesehen, recht sterilen und etwas herzlosen Produktion (die aber wiederum alle heutigen Standards erfüllt) ist die Scheibe ein guter Hassklotz, der zwischen die Augen zielt.

    8/10
  3. Joel sagt:

    Ich muss jens voll und ganz recht geben. wie kann man jemanden ein review schreiben lassen der dieses genre hasst? sowas geht echt garnich! gut 100% objektiv kann man meiner meinung nach eh nie sein. und freie meinungsäußerung is natürlich auch kein ding. aber für viele leute sind reviews eben ein grund ne platte zu kaufen oder nicht! dieses review kann man getrost in die tonne treten!! mir unverständlich sowas. da komm ich leider nimmer mit…

    7/10