Cloak - The Burning Dawn

Review

In Georgia, tief im Süden der USA, braut sich etwas Düsteres zusammen. Dort, wo sonst eigentlich Blues, Country und Jazz beheimatet sind, entstand vor einigen Jahren eine der vielversprechendsten Hoffnungen von zeitgenössischem Black Metal: Bereits 2017 lieferten CLOAK aus Atlanta mit „To Venomous Depths“ ein durchweg gelungenes Debüt, welches eindeutig bewies, dass frostige Riffs mit skandinavischem Einschlag eben auch in der prallen Südstaatensonne gedeihen können. Nun meldet sich das junge Quartett mit seinem Zweitling „The Burning Dawn“ zurück. Ob die Mischung aus melodischem Black Metal und markanten Rock-Anleihen erneut zündet, lest ihr hier!

CLOAK – Neue Ideen treffen auf Altbewährtes

Einen besseren Namen hätten CLOAK ihrem neusten Werk wohl nicht geben können. Ähnlich wie die titelgebende Morgendämmerung erweist sich „The Burning Dawn“ als majestätisches Schauspiel, welches den Zuschauer – beziehungsweise Zuhörer – von Anfang bis Ende fesselt. Einziger Unterschied: Während der Tagesanbruch für die ersten Sonnenstrahlen am frühen Morgen sorgt, hüllt sich der Zweitling des US-Quartetts in einen Mantel aus dicht-atmosphärischer Finsternis.

Das Instrumental-Intro „March of the Adversary“ gibt die Marschrichtung des Albums eindeutig vor: fiese Melodien treffen auf perfekt portionierte Härte, während der Wechsel aus voranpreschenden Riffsalven und harmonischeren Klängen in Songs wie „A Voice in the Night“ oder „Tempter’s Call“ seine absolute Vollendung findet. Insbesondere letztere Nummer steht stellvertetend für das Erfolgsrezept von CLOAKs rau-aggressivem, aber dennoch eingängigen Sound. Musikalisch bewegt sich der Genrenachwuchs dabei zwischen galligem Black Metal, schnörkellosen Dark Rock-Ansätzen und jeder Menge okkulter Energie. Altbewährte Einflüsse werden so dank einer neuen, für Genreverhältnisse recht unorthodoxen Herangehensweise frisch aufbereitet und durchweg überzeugend präsentiert.

CLOAK gelingt es dabei, den Hörer immer wieder aufs Neue zu überraschen. Vielschichtige Nummern wie das von Spannungsmomenten getragene „Lifeless Silence“ oder das opulente Instrumental „The Fire, The Faith, The Void“ beweisen, dass „The Burning Dawn“ ein durch und durch facettenreiches Album ist, das auch Fans anderer Genres einiges zu bieten hat. Hier und da mag der ein oder andere Song zwar nicht sofort zünden, der Qualität der Platte tut das grundsätzlich jedoch keinen Abbruch. Dennoch wirken einige Parts manchmal doch etwas zu formelhaft. Nichtsdestotrotz dürfen sich CLOAK weiterhin gerne auf ihr überaus gelungenes Soundrezept verlassen.

Cloak - Bandfoto 2019

Sorgen für gehörig Finsternis am Ende des Tunnels: CLOAK

„The Burning Dawn“ – Der Anbruch einer neuen Ära?

CLOAK sind der leibhaftige Beweis dafür, dass ein Genre niemals stehen bleibt – und angesichts ihres gelungenen Zweitlings „The Burning Dawn“ wohl auch dafür, dass es niemals stehen bleiben sollte. Das schwarzmetallische Grundgerüst mit seinem rockigen Anstrich und dem innovativen Ideenreichtum bietet sowohl Puristen als auch Quereinsteigern ein durchweg überzeugendes Hörvergnügen, an dem man – von den zuvor genannten Aspekten einmal abgesehen – kaum etwas kritisieren kann. Ob CLOAK gerade das große Zeitalter des Südstaaten-Black Metals einläuten? Es bleibt spannend!

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23.10.2019

"What is this that stands before me?"

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