Coheed and Cambria - Year Of The Black Rainbow

Review

Galerie mit 15 Bildern: Coheed And Cambria auf dem Summer Breeze Open Air 2016

Sich in das „The Amory Wars“-Konzept hineinzudenken, das COHEED AND CAMBRIA-Mastermind Claudio Sanchez auf nunmehr fünf Alben gesponnen hat, ist allles andere als einfach. Dies liegt nicht nur daran, dass neben den Alben auch eine Comic-Serie die Geschichte begleitet, sondern vor allem auch an der nicht chronologischen Erscheinungsreihenfolge. Man möge es dem Rezensenten also verzeihen, dass er selbst über keinen wirklich guten Überblick über die Konzepthandlung verfügt. So soll das aktuelle Album, das den „The Armory Wars“-Zyklus abschließt und gleichzeitig dessen erstes Kapitel darstellt, in erster Linie als eigenständiges Werk mit einem deutlichen Schwerpunkt auf der musikalischen Leistung der Band betrachtet werden.

Nach dem ersten Hördurchgang bleiben vor allem der eindringlich-hypnotische Gesang von Claudio Sanchez und die abwechslungsreich-treibenden Rhythmus-Strukturen hängen. Die Melodien greifen – wie so oft im Prog-Bereich – erst bei genauerer Betrachtung und einer gewissen Eingewöhnungsphase. Dafür wächst das Album enorm und entfaltet schon bald seine exzellente Langzeitwirkung. Zwischen treibend-schnell („World Of Lines“), brutal-aggressiv („Guns Of Summer“) und ruhig-melancholisch („Pearl Of The Stars“) sind die Stücke allesamt hervorragend durchkomponiert und arrangiert. Nie bekommt man den Eindruck, dass hier zum Wohle der Konzeptstory schwächere Füllstücke oder gar Hör- und Zwischenspiel-Passagen eingebaut wurden.

Zu meckern gibt es hier nicht viel. Die ein oder andere Song-Passage wirkt redundant, ohne dabei aber wirklich zu stören. An einigen Stellen überschreitet die Melodieführung den schmalen Grat zum Kitsch, bevor sie sich stets im rechten Moment wieder fängt, damit der Song nicht in die Banalität abgleiten kann. Auch mag Frontmann Claudio Sanchez technisch nicht zu den besten Sängern der Szene gehören. Dies macht er mit einer unverwechselbaren Note und einem größtmöglichen Maß an Emotionalität aber mehr als wett. Abgerundet wird dieses starke Album mit einer kristallklaren Produktion von Atticus Ross und Joe Barresi, die nie übertrieben wirkt und die Stimmung der Songs gekonnt unterstreicht.

Mit COHEED AND CAMBRIA wird es (hoffentlich) auch nach dem würdigen Abschluss der „The Armory Wars“-Pentalogie weitergehen. So bietet sich Claudio Sanchez und seinen Mitstreitern nun die Möglichkeit, in Zukunft ganz neue und eigenständige Geschichten zu schreiben. Damit erleichtert man in Zukunft vielleicht auch neuen Hörerschichten, die sich nicht durch ein extrem ambitioniertes und umfangreiches Story-Konzept kämpfen wollen, um die Band und ihre Musik vollständig erfassen zu können, den Zugang zu dieser starken und für die moderne Prog-Metal-Szene enorm wichtigen Band, die sich auf „Year Of The Black Rainbow“ trotz einiger kleiner Schwächen in absoluter Höchstform zeigt.

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17.04.2010

Der metal.de Serviervorschlag

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