Danko Jones - Rock And Roll Is Black And Blue

Review

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Album Nummer 6 für die Kanadier um den Mann mit der sehr unverwechselbaren Stimme, DANKO JONES. Wenigstens kann man sich um zwei Dinge Gedanken machen: 1. Warum so ein hässliches, einfallsloses Cover? Und 2. Was zur Hölle soll der Titel bedeuten?

Ansonsten muss man sich auf dem Album um gar nichts Gedanken machen. Dafür gibt’s zwölfmal (plus Bonus) die Möglichkeit, einfach nur eingängigen, straighten Hard Rock zu hören, ohne allzu tiefe Aussagen, ohne vertrackte Strukturen und – hoch und heilig versprochen – ohne auch nur einen einzigen unnötigen Gitarrenakkord. Im Vergleich zu den vielleicht etwas rotzigen Vorgängern ist das von Matt DeMatteo absolut poptauglich produzierte „Rock And Roll Is Black And Blue“ vergleichsweise handzahm, sicherlich aber im eher positiven Sinne harmlos.

Das resultiert nicht nur in einem geglätteten Soundgewand, sondern auch in höllisch eingängigen, oft punkigen, manchmal gar etwas grungigen Nummern. Da wäre zum einen die Single „Just A Beautiful Day“ zu nennen, deren Refrain man unter Garantie nicht mehr aus dem Schädel kriegt, oder auch das von Neu-Drummer Atom Willard mit schweinecoolem Groove angetriebene „Conceited“. Überhaupt: Der Ex-THE OFFSPRING-Fellgerber macht hinter dem Kit richtig was her und gibt der ganzen Platte einen angenehmen Garage-Drive. Kontrastierend dazu geht’s auch bluesig mit LED ZEPPELIN-Reminiszenz („You Wear Me Down“) oder mit lustigem Gospel-Chor („I Believed In God“). Das ist’s dann aber auch mit den Überraschungen. Den Rest der Zeit regiert DANKO JONES pur, mit Mitsingrefrains, schmissigem Gitarrenspiel im NIRVANA-Gedächtnis-Stil und ein paar unterhaltsamen Soli – wie Horden von Fans die Band eben kennen- und liebengelernt haben.

Vielleicht ist die leichte Kurskorrektur in Richtung einer noch massen- und radiokompatibleren Ausrichtung als ohnehin schon auch der Tatsache geschuldet, dass diesmal in einer Band mit drei Musikern auch drei Musiker an der Platte gearbeitet haben – das schleift ein bisschen zurecht. Sicher wird das DANKO JONES kommerziell gut tun. Es gibt immerhin auch Löcher zu stopfen – die FOO FIGHTERS machen Pause, GREEN DAY sehen sich aus irgendeinem nicht begreifbaren Grund genötigt, drei Alben in vier Monaten zu veröffentlichen (kann ja nur schiefgehen…) und THE OFFSPRING haben gerade vor ein paar Monaten erst nachgelegt. Da können DANKO JONES mit solidem punkigem Rock so viel Geld verdienen, dass es für alle drei Jungs zu einem verdammt großen Weihnachtsbaum reicht.

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16.10.2012

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