Decapitated - The Negation

Review

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Das polnische Zerstörungskommando DECAPITATED dürfte spätestens seit seinem Zweitwerk „Nihility“ jedem Freund von anspruchsvollem Techniktodesblei ein Begriff sein. Vor allem, weil die mittlerweile zum Quintett angewachsene Truppe trotz ihres unlaublich jungen Alters (damals um die 20) Bands wie CRYPTOPSY oder NILE in punkto Instrumentbeherrschung in nichts nachgestanden hat. Da soll noch mal einer sagen, Musikschulen seien nutz- und sinnlos! Nur im Songwriting hinkte man den Großmeistern noch einen kleinen Schritt hinterher. Dies hat sich auf dem nun in den Startlöchern stehenden, dritten Album „The Negation“ endlich geändert. DECAPITATED holen sich nämlich keinen mehr auf ihr Technikgeprotze als Wichsvorlage runter, sondern haben den perfekten Kompromiss zwischen vertrackten Strukturen samt Griffbrettfuddelein und straighter Auf-die-Fresse-Komposition gefunden.

Die neuen Songs kommen einfach schneller und besser auf den Punkt, weil man sich nicht davor scheute, zwischen immer noch massig vorhandenen Breaks (also kein Grund zur Beunruhigung, ihr Technikfreaks!) auch einfach mal ohne Rücksicht auf Verluste gnadenlos nach vorne riffen (z.B. während „Lying And Weak“). Dies ist auf dem Vorgänger nur in Ansätzen geschehen (z.B. bei „Eternity Too Short“). Die dadurch entstehende Erhöhung der Brachialität und Brutalität ihrer Mucke steht DECAPITATED gut zu Gesicht. Hierbei ist es erneut die Gitarrenabteilung, die einem ein ums andere Mal das Maul offen stehen lässt. Egal ob mit einer Fingerfertigkeit hantiert wird, die selbst einen Erik Rutan vor Neid erblassen lassen würde, oder ob Abrissbirnenriffs und Stakkatosalven en masse („Three-Dimensional Defect“) vom Stapel gelassen werden, die einem Song wie „Xeper“ von ihren Landsmännern VADER in nichts nachstehen, bei DECAPITATED hat alles Hand und Fuß. Wenn dann auch noch mit der Geschwindigkeit variabel von High-Speed-Geknüppel („The Fury“, „Long-Desired Dementia“) bis hin zu Midtempowalzen, denen man nicht entrinnen kann („The Negation“, „The Empty Throne“), jongliert wird, kann man wohl nur von einer Death-Metal-Vollbedienung, die das Beste aus Amerika und Osteuropa zusammenfasst, sprechen.

Einzig die magere Spielzeit von gerade mal etwas mehr als einer halben Stunde treibt mir die Zornesröte ins Gesicht, reicht aber auch gleichermaßen aus, um unverrückbar festzustellen, dass DECAPITATED endgültig in der ersten Liga angekommen sind.

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03.02.2004

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5 Kommentare zu Decapitated - The Negation

  1. alarmist sagt:

    Im Vergleich zum klasse Vorgänger nochmal eine Steigerung! Super Scheibe!

    9/10
  2. feacer sagt:

    yeah die cd ist einfach nur geil.

    10/10
  3. mf_greg sagt:

    Ein Monsterscheibe! Neben dem letzen Werk von Behemoth ist dies mit das beste Death Metal Album, was seit langem veröffentlicht wurde. Genial.

    9/10
  4. Anonymous sagt:

    Fuck, was ist hier passiert ??? Wenn nicht gross "Decapitated" draufstehen würde, wär‘ ich nie im Leben darauf gekommen daß das die selbe Band ist, die "Nihility" eingespielt hat. Auf "The Negotiation" klingt NICHTS mehr nach dem Vorgänger. Das ist jetzt natürlich nicht per se schlecht, nervt mich aber extrem. Da können die neuen Songs technisch noch so over the top sein, "Nihility" war geiler und hat mir besser gefallen. Punkt.

    7/10
  5. blooddawn sagt:

    Hammer Scheibe!!
    Kesselt von Anfang bis Ende durch und haut richtig rein.

    9/10