Die Apokalyptischen Reiter - Have A Nice Trip

Review

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Die Zeiten, in denen Die Apokalyptischen Reiter nur wütend drauflos geknüppelt und rumgekeift haben, gehören der Vergangenheit an. Der musikalische Einschlag der schon mit „All You Need Is Love“ seinen Anfang gefunden hat, hat auf „Have A Nice Trip“ seine – teilweise überraschende – Weiterentwicklung gefunden. Musikalisch als auch menschlich haben sich die Reiter weiterentwickelt, was deutlich in den Songs zum Ausdruck kommt. Man ist nicht mehr gar so zornig wie früher und versprüht dafür unglaublich viel Lebensfreude. Lasst euch dabei aber nicht von mir in die Irre führen! Die Reiter können immer noch mit bitterer Unbarmherzigkeit einem die Stücke entgegenschleudern. Schon der hasserfüllte Opener „Vier Reiter stehen bereit“, mit seinem einsetzendem Urschrei und aggressiven Drumming, setzt allen Zorn frei. Wer „Unter der Asche“ vergöttert, wird dieses Lied nicht weniger lieben. Kaum hat man sich den ganzen Zorn aus dem Leib geschrien, hinterfragt Sänger Fuchs auch schon den Sinn der eigenen Existenz in „Warum?“, bei dem Andy Classen an der Gitarre aushalf. Jedesmal bin ich wieder von der unsagbaren Wucht der Gitarre und des Schlagzeugs im Refrain fasziniert, über die Sänger Fuchs so erbarmungslos schreit. Die Produktion ist einfach ohne jeglichen Makel und toppt den Vorgänger um Längen. Besonders Sir G’s Schlagzeugspiel ist wirklich beeindruckend. Egal ob Doublebass-Attacken, Hard-Rock-mäßige Beats, die Snare oder all die kleinen Fills und Feinheiten, es ist eine Wonne ihm zu zuhören. Der Junge hat wirklich Goldhändchen … und -füßchen. Hört euch nur die einsetzenden Drums in „Sehnsucht“ an – einfach Wahnsinn. Genial gespielt und perfekt in Szene gesetzt. Was natürlich auffällt sind die vermehrten Folk-Einflüsse und der erhöhte Melodieanteil, der sich am deutlichsten an Fuchs Gesang festmachen lässt. Aber gerade diese Tatsache verleiht so vielen Songs auf „HANT“ jenes mitreißende Feeling. Stücke wie das 80er Metal lastige „Ride On“ oder „Du kleiner Wicht“ mit der Reiter-typischen, sehr dominanten Keyboardmelodie versprühen so viel Frohsinn und Freunde, dass man am liebsten rumhüpfen und tanzen möchte. Mit „We will never die“ ist auch wieder eine Reitermania-Hymne vertreten, die irgendwo zwischen Schlagergesang und Metalinferno rangiert. Mein persönlicher Favorit ist und bleibt aber „Komm“ aufgrund seiner eingängigen, verträumten Melodie und dem harten Refrain. Der aber wohl überraschendste Song des Albums ist das „Die Apokalyptischen Reiter go Buena Vista Social Club“ Liebeslied „Baila conmígo“, komplett mit Flamencogitarren und Bläsern. Mag es beim ersten Mal auch noch so seltsam aus den Boxen schallen, geht von ihm doch eine Magie aus, wie sie nur die Reiter kreieren können. Frei von irgendwelchen Genregrenzen und Scheuklappen bewegen sich die Reiter schon längst in ihren eigenen Sphären, in denen ihnen niemand mehr etwas vormacht. Sie sind und bleiben einzigartig. 2003 ist Reitermania angesagt!

25.02.2003

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14 Kommentare zu Die Apokalyptischen Reiter - Have A Nice Trip

  1. David sagt:

    Yesyesyes, das bisher beste Album des Jahres! Ein unglaublicher Killer! Aber ich kann (leider) jetzt schon die Stimmen hören, die wieder an der Entwicklung der Reiter rumnörgeln werden und wieviel NB doch daran schuld sei! Hallooo, das ist doch mal sowas von egal, wenn die Musik dermaßen killt und einen riesigen Spagat von alter Raserei, über modernere Elemente bis hin zu spanischen Liebesliedern mühelos meistert. Das ist großes, ganz ganz großes Kino, was die Reiter hier abgeliefert haben. Und "Warum?" ist für mich jetzt schon der Song des Jahres! P.S.: @all, die diesen Song schon von der Rock Hard-CD kennen: Spart Euch jetzt bitte etwaige Nörgeleien wegen latenter Rammstein-Anleihen, etc.! Dieses Riffing ist einfach nur genial!

    10/10
  2. dorgard sagt:

    Kann die Euphorie nicht ganz teilen. Die Scheibe ist äusserst seltsam geworden. Für mmeinen Geschmack zuviel Salz (genrefremde Stilelemente) in der Suppe.

    6/10
  3. Anonymous sagt:

    Die Platte geht hingegen den Vorgängern klar in die "mainstream" Ecke, was meiner Meinung viel ausmacht. Ich seh jetzt schon die ganzen 14 Jährigen Kinder auf den Konzerten, bah. Doch nun zu den einzelheiten. Nach 12 maligen durchhören im Auto, machen die Texte doch einiges an Spaß. Terra Nola, Baila conmio und Komm – möchte ich besonders hervorheben da diese Titel doch recht, naja, Reiter untypisch sind und sich "neu" anhören. Die Hymne "We will never die" hört sich billig im vergleich zu "Metal will never die" an. "Seid Willkommen" hingegen wird wieder ein Live kracher. Das ganze Album ist vielleicht von der Produktion die beste, das gefühl welches diese Platte vermittelt schmeckt allerdings bitter. Mainstream hier, Komerzscheiß da! Einzig "Wo die Geister ganz still sterben" gefällt und passt in die Playlist mit den alten Liedern. Meine 6 Punkte sind wie ich finde gerecht.

    6/10
  4. colajunkie sagt:

    Ich finde das Album hört sich größtenteils an, als wäre es von Ramstein! Zweitgrößter Einfluss ist Subway To Sally… was daran positiv sein soll weiß ich nun wirklich nicht! Ein wirklich gutes Stück ist Vier Reiter stehen bereit, We will never die ist annehmbar, Das Paradies ist eine Katastrophe, HipHop a la Freundeskreis, gefolgt von Ramstein-Rumgeplärre…. Die Bravo-Hits Redaktion wird wahrscheinlich zuerst dieses Lied mit in die Trackliste aufnehmen und Baily Conmio wird sicherlich als neuer Sommerhit den Ketchup-Song ablösen…. -ein enttäuschter Reiter-Fan-

    2/10
  5. Anonymous sagt:

    Ok, Entwarnung, hab‘ mich geirrt… das Ding killt ! Sogar mit diesem blöden Warum-Song kann ich mich nach 10 mal Anhören anfreunden, auch wenn die Highlights von Have a nice Trip woanders liegen ("Sehnsucht","Komm","Das Paradies"). Schade ist imo nur die fast völlige Abkehr vom Death Metal alter Tage und an Soft & Stronger reicht das neue Album dann auch nicht ganz ran, trotzdem, ich hab‘ mir ja viele Sorgen gemacht und bin letztendlich froh daß ich falsch gelegen hab‘. Trotzdem, an dieser Stelle noch ein herzliches "Fuck You" an die lieben Jungs von amazon.de, die nix besseres zu tun haben als mir die Bude mit verschissenen Digi-Paks zuzuknallen, was sich bei diesem Teil hier als besonders ärgerlich rausstellt, weil das so’n Scheissteil zum aufklappen ist, und wenn’s eine Sache gibt die diese beknackten Pappverpackungen brauchen, dann ist das eine Extra-Seite zum aufklappen die knicken kann…

    10/10
  6. Anonymous sagt:

    Alter, was ist das denn… Während ich das Teil hörte mußte ich mich mehrere Male vergewissern, daß das wirklich die neue Reiter-CD ist, die da läuft. OK, die Jungs waren schon immer anders als die anderen Kinder und haben unkonventionellen Black Metal gemacht. Das war ja auch gut so, denn die ersten drei Alben gehören zu meiner persönlichen Top 10. Aber das da… Ich weiß ja nicht, wie die auf die Idee kamen, fast durchgehend Clean-Gesang zu verwenden und selbst vor Hip Hop Einlagen nicht zurückzuschrecken. Ich will ja noch nicht mal behaupten, daß die CD von vorne bis hinten Schrott ist, es sind durchaus einige wenige brauchbare Lieder darauf (z.B. das erste). Aber insgesamt gesehen ist das eher ein peinlicher Auftritt für die Reiter. Da sieht man mal was rauskommen kann, wenn eine "Weiterentwicklung" daneben geht. Siehe auch die neue Subway to Sally.

    3/10
  7. dedy sagt:

    All You Need is Love war die Platte damals die Platte des Jahres für mich, also hab ich mich schon ewig auf den Nachfolger gefreut.Und da ist er! Die CD ist ganz klar sehr gut aber deutlich kommerzieller als der Vorgänger.Sehr viel melodischer (teilweise Balladen) und weniger druckvoll und brutal.Trotzdem geil!

    9/10
  8. Anonymous sagt:

    "all you need…" hach ja, ihr bestes album *trauer

    6/10
  9. Anonymous sagt:

    Eine wirklich hervorragende Scheibe, allerdings vermisse ich die Reiter-typische Aggressivität sehr (den kreischenden Gesang) Und stellenweise ist es vielleicht ein wenig dick aufgetragen mit den Einflüssen anderer Genres. Für mich ist "All you need is love" einfach immer noch das beste Album. Nur die Reiter-Texte sind genial wie immer… Alles in allem: Pflichtkauf, vor allem für die Weichei-Metaller 😉

    9/10
  10. Anonymous sagt:

    *mich-erstmal-wieder-sammeln-muß* Was hat denn hier die Reiter geritten?? Etwa geniales Songwriting? Das gibt es nämlich zuhauf auf der akutellen Scheibe! Vielen vielen Dank für "Have A Nice Trip", die sicherlich zu den Highlights im Jahr 2003 gehört!!

    10/10
  11. Anonymous sagt:

    Dieses Album von "Die Apokalyxptischen Reiter" hat mich zu einem absoluten Reitermaniac gemacht. Es war eindeutig eines, wenn nicht das Highlight des Jahres 2003. Mittlerweile besitze ich alle ihre Alben und ich muss sagen "Have A Nice Trip" kann mit den anderen Alben auf jeden Fall mithalten. Zwar wurde der Agressionsfaktort etwas nach unten geschraubt, aber trotzdem sind es noch die Apokalyptischen Reiter. Mein Lieblingslied auf Have A Nice Trip ist das absolut unvergleichliche "Komm" aber auch der Rest der Platte ist einfach total genial geworden!

    10/10
  12. funnybunny sagt:

    Super Scheibe, wenn auch Trend zum Kommerz. Zu viel cleaner Gesang, blitzsaubere Produktion, der teilweise die Härte fehlt. Dafür viele Einflüsse, guter Keyboardeinsatz und geniale Lieder, die denen von AYNIL meist in nichts nachstehen (siehe Fatima, Komm, Vier Reiter). Sehr gelungen

    9/10
  13. Anonymous sagt:

    Ich hätte gerne besser benotet. Allerdings ist dieses Album ein gemischte Säckchen. Die englischen Texte stören die Harmonie und den lyrischen Anspruch der deutschen Texte. Zudem haben wir hier einiges an Fillermaterial und ein verdammt lahmarschiges Paradies, für dessen Abwesenheit jeder Metalhead die CD neu auflegen lassen würde. Was ebenfalls negativ in die lyrische Landschaft einfärbt, ist diese verdammte Selbstglorifizierung. Das erinnert mich immer an Pseudobands wie "Böhse Onkelz" die mit irgendwelchen Prollolyrics rumschmeißen aber musikalisch nichts auf der Lampe haben. Was den Metal in der Musik angeht, muss man sagen, dass sich dieser, im Gegensatz zum Vorgänger, stark vermindert hat. Die Musik ist kommerziell besser geeignet und irgendwie sehe ich zu wenige Death-Metal Einflüsse. Seltsam ist, dass hier grade die wildesten Mischungen glänzen. Die Fixierung wechselt ebenfalls stark von Instrumentales auf Gesang. Absolut kein Vergleich zum Vorgänger. Fazit: Das Konzept der gemischte Stile in Verbindung mit guten, deutschen Lyrics funktioniert gut. Schlechte Englische Texte mit irgendwelchen Pipapo-Einflüssen und langweiliger Musik wirken albern und abstoßend. Geschichten wie "Paradies" sollte man sich für die Zukunft besser gleich einsparen…

    6/10
  14. wurznsepp sagt:

    Noch nie hat mich ein Album so lange gefesselt wie dieses hier – in fast jedem Text hab ich mich selbst wieder gefunden in irgend einer Weise… das baut auf! Ich hoffe, die Reiter genießen irgendwann den Erfolg, der ihnen Zusteht!

    10/10