Doodswens - Doodswens

Review

Das niederländische Black-Metal-Trio DOODSWENS veröffentlicht sein zweites Studioalbum. Dieses trägt den Bandnamen und befasst sich inhaltlich mit der Bedeutung des Begriffs: Todeswunsch. Wie die Band bei Veröffentlichung der Single „Driven By Death“ angemerkt hat, will „Doodswens“ aber kein Album über das Aufgeben sein. Es soll darum gehen, dem Tod ins Auge zu schauen und stärker daraus hervorzugehen. Passend zum klassischen Black Metal wird es auf dem Album zudem ritualistisch, wie die Single „The Black Flame“ gezeigt hat.

Von Gerumpel bis Melodik

Den Anfang macht „Driven By Death“. Das Stück beginnt mit einer Rezitation, die ein Gottesdienst oder ein dunkleres Ritual sein mag. Bald setzt schwarzes Geprügel ein, samt Blast Beats der Sorte ‚Nähmaschine‘. Man fürchtet schon, die Sache könnte zu monoton werden, doch es folgt ein Hook mit leichtem Black’n’Roll-Flair. Letzteres verstärkt sich sehr zugunsten des Albums bei „Verrot“, wobei es hier gegen Ende melodischer wird. Dieser Trend setzt sich vor allem auf der zweiten Albumhälfte fort. Der Begriff ‚melodisch‘ soll jedoch nicht abschrecken, denn „Doodswens“ bleibt durch und durch schwarz. Der Sound ist ordentlich rumpelig, was beim Hören gemischte Gefühle auslöst. Einerseits passt diese Rohheit gut zum Gesamtkonzept. Andererseits wünscht man sich gelegentlich, dass die Gitarrenspuren etwas sauberer rauskämen.

„Doodswens“ kann sich sehen lassen

Ein interessantes Stilmittel ist der Mix aus englischen und niederländischen Titeln und Lyrics, die sich gerne in einzelnen Songs mischen. Das Verstehen der Vocals ist aber natürlich so eine Sache. Die sind genretypisch, dabei aber nicht zu keifig, und nehmen in „These Wounds Never Healed“ gequälte Züge an. Auf der zweiten Hälfte des Albums zeigen DOODSWENS mehr Varianz, vor allem in „She Carries The Curse“. Nach diesem melancholischen Stück zieht das Tempo wieder an. „Vlaamse Vloek“ beendet das Album schließlich als starker Rausschmeißer.

„Doodswens“ kann sich sehen lassen, auch wenn die Band insgesamt nichts Neues liefert. Sie setzt bekannte Elemente allerdings souverän ein. Das Album punktet bei Pacing, transportiert verschiedene Stimmungen und hat ein gesundes Maß an Melodik. Mit gut 37 Minuten ist es konzise und verzichtet auf Füllmaterial. Die bewusst dreckige Umsetzung hat ihren Charme, sorgt aber für Einbußen beim Hörerlebnis, wenn man einen druckvollen und vielschichtigen Sound schätzt. Kein großer Wurf, aber eine Empfehlung für jene, die es moderat garstig mögen.

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11.04.2026

headbanging herbivore with a camera

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