Electric Wizard - Black Masses

Review

Galerie mit 12 Bildern: Electric Wizard live in Berlin

“Black Masses“, der Name ist Programm. Denn auf ihrem mittlerweile siebten vollwertigen Album agieren die Briten um Fronter Jus Oborn gewohnt düster und atmosphärisch.

Schon die ersten Klänge des Openers “Black Mass“ sind wegweisend; hier regieren sinistre, äußerst basslastige Gitarrenklänge. Während der erste Track noch im Midtempo angesiedelt ist, finden sich im weiteren Verlauf der Scheibe zahlreiche Downtempo-Stücke wieder, die den Hörer mit einer unglaublich schweren, ja fast schon erdrückenden Atmosphäre so richtig schön in ihren Bann ziehen. Paradebeispiel hierfür ist der Song “Satyr IX“ der trotz des langsamen Tempos ziemlich groovig aus den Boxen knallt. Obendrein ist er mit nicht identifizierbaren, mystisch anmutenden Geräuschen angereichert, die dem Ganzen einen schönen psychedelischen Touch verleihen. ELECTRIC WIZARD eben.

Allerdings muss man dazu sagen, dass “Black Masses“ im Vergleich zu vorherigen Platten insgesamt nicht ganz so heavy ausgefallen ist. Vielmehr hat man offensichtlich größeren Wert auf mitreißenden Groove gelegt. Somit ist die Scheiblette deutlich zugänglicher und leichter zu verdauen, als frühere Werke. Trotzdem, das neue Songmaterial klingt immer noch eindeutig und unverkennbar nach ELECTRIC WIZARD. Das liegt nicht zuletzt an der charismatischen Stimme des Sängers, die einmal mehr beim Großteil der Songs mit Echo und haufenweise anderen Effekten belegt ist. Besonders schön kommt das beim hervorragenden “Scorpio Curse“ zur Geltung, welches mit schönen Melodieansätzen aufwartet und mit einem dreckigen, effektbeladenen Gitarrensolo veredelt wurde. Diesen Song kann man sich wirklich immer wieder aufs Neue anhören. Trotz seiner Überlänge (fast acht Minuten) und einer gewissen Monotonie wird er nie langweilig und ist fast schon als eingängig zu bezeichnen. Fans der ersten Stunde mag das vielleicht nicht ganz so gut in den Kram passen. Allerdings muss man meiner Meinung nach einer Band, die seit über 15 Jahren im Geschäft ist, auch zugestehen, mal etwas zu machen, was es nicht schon auf früheren Alben gab, denn Stillstand ist ja bekanntermaßen Rückschritt.

“Black Masses“ ist ein Album, das sich aufgrund der gesteigerten Eingängigkeit möglicherweise gut als Einstiegsdroge für ELECTRIC WIZARD-Neulinge eignet. Ein bisschen “luftiger“ als gewohnt, aber immer noch verdammt heftig und drückend.

06.05.2011

Der metal.de Serviervorschlag

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