Engst - Flächenbrand

Review

Galerie mit 18 Bildern: Engst - Support von Crazy Town

Vor einigen Jahren gewann Matthias Engst irgendeine Musik-Show im Privatfernsehen. Einen damit verbundenen Plattendeal bei einem Majorlabel schlug er allerdings aus. Stattdessen sammelte der Sänger einige Mitmusiker um sich und gründete die Band ENGST, die nach einer ersten EP im vergangenen Jahr dieser Tage ihr erstes Album namens „Flächenbrand“ veröffentlicht.

ENGST – alles authentisch?

Handgemachter Deutschrock mit Ecken und Kanten wird versprochen. Alles authentisch, keine vom Label bezahlten Songschreiber, keine Statisten an den Instrumenten. Diesen ansonsten in der Branche verbreiteten Missstand kritisieren ENGST unter anderem mit dem Song „Ein Sommer in den Charts“ plakativ aber auch treffend. Dazu will allerdings nicht so ganz passen, dass der letzte Song „Träumer & Helden“ eine fast schon eklige Anbiederung an den Mainstream ist, deren Text aus einem Zufallsgenerator zu stammen scheint. Die melancholische Verklärung der Jugend im Vorort, das erste Tattoo, Kurt-Cobain-Namedropping, dazu uninspiriertes Wohoo-Gejaule im Hintergrund – ein knapp vier Minuten langer Augenblick zum Fremdschämen, der zum Glück am Ende des Albums steht und deswegen schnell geskippt werden kann.

Hand aufs Herz, so weit weg vom Mainstream sind ENGST mit „Flächenbrand“ dann auch insgesamt nicht. Die versprochenen Ecken und Kanten sind rar gesät, eine eigene Note hat die Band aber dennoch. Zu glatt, um so richtig zu punkig angehauchten Gruppen wie SERUM 114 oder den ROGERS zu passen, aber auch zu kraftvoll, um Neo-Schlager-Sternchen wie ANDREAS BOURANI die Fans abzugrasen. Auf dem deutschen Markt passen am ehesten noch MASSENDEFEKT als Vergleich, blickt man nach Übersee wird die Nähe zu zeitgenössischen  Pop-Rock-Musikern wie DAUGHTRY oder 3 DOORS DOWN deutlich.

Zu bekömmlich für einen „Flächenbrand“

Die Produktion ist entsprechend glatt gebügelt, aber auch hochwertig. Dies sorgt für einen bekömmlichen Hörgenuss, der für Rockmusik stellenweise aber etwas zu bequem ist. Egal, mit ihren omnipräsenten Wohoo-Backing-Vocals im Hintergrund und den einprägsamen sowie kitschigen deutschen Texten richten sich ENGST ohnehin eher an Mainstream-Hörer. Und zugegeben: das machen sie nicht schlecht. Deutschrock-Fans können durchaus ein oder zwei Ohren riskieren. Wer mit keiner der hier im Artikel verlinkten Bands etwas anfangen kann, wird auch durch „Flächenbrand“ nicht bekehrt werden.

 

09.11.2018

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