Forhist - Forhist

Review

Soundcheck Februar 2021# 12

FORHIST sind keine Unbekannten und dennoch sind sie mysteriös. Hinter dem Projekt steckt Vindsval, Sänger und Gitarrist der französischen Querköpfe BLUT AUS NORD. Das war es auch schon mit verifizierten Angaben zu FORHIST. Keine Fotos, keine Texte, keine Songtitel. Es geht ja immerhin um die Musik. Was in den meisten Fällen eine wahre und zugleich ziemlich prätentiöse Plattitüde ist, passt bei diesen (vermeintlichen) Franzosen wie die Faust aufs Corpsepaint-Auge.

FORHIST: Neunziger-Huldigung in zeitgemäßem Gewand

Vindsval lebt mit FORHIST seine Liebe zu den primär norwegischen Klassikern der frühen Neunziger aus. Dabei schreckt er auch nicht vor flächigen Keyboards zurück, die – zugegeben – vor allem während jener Zeit nicht unüblich waren. Die Mischung aus Raserei und ätherischen Soundteppichen erinnert insgesamt stark an das EMPEROR-Debüt “In The Nightside Eclipse” und ein bisschen alte SATYRICON nebst den Frühwerken von GEHENNA. Allerdings verzichten FORHIST auf den urtümlichen Rumpel-Sound: Das nach der Band benannte Debüt knallt druckvoll und transparent aus den Boxen, ohne Atmosphäre oder Brutalität einzubüßen. Im Gegenteil: “Forhist” tönt zwar hörbar zeitgemäß, erschafft aber eine frostig-finstere Atmosphäre, die trotz zahlreicher Bemühungen gar nicht so alltäglich im aktuellen Genre-Geschehen ist.

Dadurch kann “Forhist” auf die Hörenden sehr einnehmend wirken. Das Album funktioniert als Ganzes, als Reise oder innerer Film einer hermetischen Welt, die auf keinen Fall weltliche Ablenkung getrübt werden möchte. Anhaltspunkte wie Hooks oder erkennbare Chorus-Parts gibt es nahezu nicht, was dem introspektiven Charakter des Albums zugutekommt. Somit passt die zur Schau gestellte Anonymität ausgezeichnet zu diesem Album. Sie zeichnet ein Gesamtkunstwerk aus, das es überhaupt nicht nötig hat, zu viel von sich preiszugeben und sich durch nichts aus seiner eigenen Welt reißen lässt.

FORHIST? Solltet ihr auf dem Zettel haben!

FORHIST sind mit dem aktuellen Wiedereinbruch des Winters zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ihr wollt in Gedanken auf dem verschneiten Caradhras wandern? Durch Wälder längst vergessener und böser Hexerei pirschen? Bisschen depressiv aus dem Fenster in die Landschaft gucken? Vindsval und seine heimlichen Mitstreiter können das alles mit Leichtigkeit untermalen und werden am Ende des Jahres sicher zu den Black-Metal-Highlights gezählt werden.

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19.02.2021

Redakteur

Der metal.de Serviervorschlag

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16 Kommentare zu Forhist - Forhist

  1. Lord Budweiser sagt:

    Gutes Teil! Kann man für dieses Jahr auf dem Zettel haben

  2. Schraluk sagt:

    So sehr ich Yerûšelem und Blut Aus Nord auch verehre, aber mit diesem Ding rennt Vindsval bei mir keine Türen ein. Es mag ja Leute geben, die einen ziemlich authentischen 90s Sound auch 2021 noch feiern und für….aaargh…..trve halten. Ich eher nicht. Wenn ich Burzum oder Satyricon hören möchte, dann höre ich die Originale. Oder lass eben auch das.

  3. Lord Budweiser sagt:

    Heißt moderne Musik darf nicht Rückwärtsgewandt sein? Nicht nur im Black Metal gibt es heute Bands die mukke machen die nach vergangenen Tagen klingt. Im Heavy gibts teilweise so starke Sachen die hättest du früher nicht besser schreiben können. So verhält es sich auch mit Musik aus anderem gefilde… Old school Death, Synthwave, Folk usw.
    Ich find das toll das auch immer noch Musik gemacht wird die wieder zurück zum Ursprung geht. Schließt ja nicht aus das ich auch neues hören kann…
    Und ein bisschen Abwechslung schadet auch nicht 😉

  4. BlackForest sagt:

    Finde ich gar nicht mal so schlecht!
    Aber bei der Masse an Neueröffnungen weiß man gar nicht mehr was man noch alles hören soll oder muss!
    Weiß nicht wie das bei euch so ist!?

  5. nili68 sagt:

    Eines der typischen First World-Problems halt. Ich hab‘ aber keine Angst mehr, etwas zu verpassen. Dann habe ich halt eine Band nicht kennengelernt. No big deal.
    Vielleicht denke ich das anders drüber, wenn ich dann vor der Himmelspforte stehe und in die Hölle muss, weil ich nicht genug gute Bands gehört habe.. :-/

  6. BlackForest sagt:

    Was hat euch in den letzten Jahren nochmal so richtig mitgenommen wo ihr sagt das kann was?
    Bei mir ist es Mgla und Panzerfaust!
    Hatte ich lange ignoriert und muß sagen genau mein Ding!

  7. Lord Budweiser sagt:

    Da gibts garnicht mal so viel…
    Was mir spontan einfällt ist Caligula von Lingua Ignota. Das ist einfach ein Meisterwerk was sich von dem herkömmlichen black, death und was weiß ich alles im hohen Maße abhebt.

  8. nili68 sagt:

    Das letzte mal, wo mich etwas richtig gepackt hat, was ich vorher nicht kannte: Schammasch – Contradiction, so aus dem Stegreif.. wenn es um Metal geht.

  9. BlackForest sagt:

    👍Werden ich mir beides mal anhören!

  10. Watutinki sagt:

    Das einzige BM Album das mich in den letzten Jahren wirklich umgehabuen hat und ich gerade künstlerisch auf einer Stufe mit den 90er Alben sehe, ist Wolves In The Throne Room – Thrice Woven. Sonst gab es viele sehr gute Sachen, aber im Vergleich zu den 90ern trotzdem nur zweite Wahl.

  11. Lord Budweiser sagt:

    Ungfell mit Tôtbringære hab ich noch

  12. der holgi sagt:

    sehr geil, großartige Atmosphäre, Melodien von hier bis Feuerland Mitte, gekauft

    10/10
  13. der holgi sagt:

    bei Debemur Morti ist die CD für 9,99 € zu erhalten, fair, aber zzgl. 8,17 € Versandkosten, die haben wohl ne Schraube locker, kommt das Ding in Blattgold eingeschlagen?

    Over and Out

  14. Lord Budweiser sagt:

    Das mit dem Versand ist echt zum Kotzen… Wieviel ich mir deshalb doch nicht gekauft hab.
    Da heißt es immer unterstützt die Musiker und nicht dhl

  15. Lord Budweiser sagt:

    Auch interessant: bei BC kostet der Versand tatsächlich weniger… Dafür ist die CD entsprechend teurer als beim label