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Gehenna - Malice

Review

Genau wie ihre Kollegen von Dimmu Borgir gehören die norwegischen Gehenna zu den Bands, denen man einige Beachtung widmen sollte, denn auch sie heben sich aus der Masse diverser Black-Metal-Combos ab. So liefert uns diese Band mittlerweile ihren dritten Longplayer Malice, auf dem sie uns zeigen, daß ihnen die Ideen noch lange nicht ausgegangen sind und präsentieren uns fast 60 Minuten hervorragendste Musik. Was vielleicht nicht zuletzt an der radikalen Art von Gehenna liegt, so gaben sie in einem Interview klar zum Ausdruck, daß die Band wichtiger als Freundschaft und jedes Mitglied ersetzbar ist. Was allerdings nicht heißt, daß die sicherlich recht verschiedenen Charaktere sich nicht gegenseitig akzeptieren, sondern nur von ihrer Kompromißlosigkeit zeugt, ständig die musikalischen Ansprüche, die man sich stellt, auch mit aller Konsequenz durchzusetzen. Und diese Ansprüche sind wahrlich nicht niedrig. Gehenna haben einen sehr schweren, dichten und mitziehenden Sound; sie haben den Sound mit den Wahnsinnsmelodien, die jede böse und bedrückende Stimmung ausmachen. Sie haben den Soundtrack für das Ende der Welt, sie haben einfach alles. Die Keyboards sind nicht zu stark in den Vordergrund gestellt, was ihnen allerdings mehr an Feinheit und Mystik verleiht. Die Texte handeln in erster Linie von den persönlichen Überzeugungen und philosophischen Ansichten Sanrabbs und Dolgars. Auch der Gesang ist nicht übertrieben, sondern bodenständig aggressiv, rauh und verschafft sich unter den musikalischen Höllenattacken seinen Weg. So startet dieser Silberling mit „She who loves the flames“ mit einem absolut packenden Rhythmus, der einen mit sich zieht und auch der Bass kommt nicht zu kurz. Die Keyboards weisen zeitweise geisterhafte Züge auf und drohen den Hürer zu verschlingen. Das folgende Stück ist sehr rhythmusorientiert, die Drums stehen im Vordergrund und die Gitarren kommen mit brachialer Kraft. Es ist eines der brutalsten und zerstörerischsten Black-Metal-Stücke, die ich je hörte. „Will tomorrow bring you pain? Will tomorrow be a new day? Rise and shine or fade… Are you alive or are you dead? Time will tell“. Der nächste Song „Touched And Left For Dead“ ist eine Genialität für sich. Begleitet von einer mystischen Keyboard-Melodie bewegt sich das Stück im Slow-Temp-Bereich und versteht es auf diese Weise, seine epische Breite voll auszuweiten, bis der Refrain etwas abgrundtief böses heraufbeschwört. Mit „Bleeding The Blue Flame“ steigern Gehenna dann die Geschwindigkeit um einiges, wobei das Keyboard immer wieder für dramatische Höhepunkte sorgt und sich die CD in dieser Weise fortsetzt, bis mit „Malice“ wieder ein Inferno gestartet wird und die folgenden Tracks „The Word Became Flesh“ und „Before The Seventh Moon“ an die Keyboard-Attacken von Emperor erinnern.

18.01.1997

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2 Kommentare zu Gehenna - Malice

  1. guthwulf sagt:

    Im Grunde genommen stimme ich mit der Punktevergabe überein, nur hört sich der geschriebene Text mehr nach…sagen wir 20 an…

    8/10
  2. Nyarlathotep sagt:

    Dies ist eine wirklich sehr gute Scheibe. Düsterer, hasserfüllter, jedoch zugleich melodischer aber nicht "netter" Black Metal (wäre eh ein Widerspruch), der einem wie ein eiskalter Nordwind ins Gesicht weht. Wahrlich ein Meisterwerk!

    9/10