High Spirits - Motivator

Review

Galerie mit 19 Bildern: High Spirits - Motivatour 2017

Entschuldigung, Mr. Black, eigentlich sind Ihre HIGH SPIRITS zu verehren. Der Patch kommt hundertpro nicht von der Kutte, das Shirt nicht an die Scheuche. Wo kämen wir da auch hin? Und im Prinzip ist „Motivator“ mit seinem steilgehenden Flugzeug vorn und Melodie-Attacke drin eine ziemliche Adrenalin-Bombe.
Wenn da nur nicht… also… schuld ist im Grunde die Spielzeit: 29 Minuten, 28 Sekunden. Vollkommen ausreichend (s. „Reign In Blood“ etc.), aber leider auch relativ Punk Rock. Und ist man erst einmal perspektivisch verrückt, drängeln sich statt gestauchten MAIDEN bei all der Melodieseligkeit von „Motivator“ eher die unaufhaltsamen BAD RELIGION von Anfang der 90er ins Hirn. Und dann klingen die neun griffigen Ansagen auf „Motivator“ im direkten Vergleich schon gar nicht mehr so aufregend außer Kontrolle. Schon klar, ganz aufrecht ist diese Gegenüberstellung nicht, aber wenn die HIGH SPIRITS und ihr Mastermind sich entscheiden, endgültig alles auf die Melodie-Fräse zu setzen, dann kommt halt sowas dabei heraus.

„Motivator“ verteilt den Zucker zu großzügig

Und hinzu kommt, dass bei all dem Tralala die lyrische Motivations-Botschaft abseits jeglicher Underground-Darkness zwar prinzipiell passt und erfrischt, im Detail aber des Zuckers zu viel verabreicht. So endet der Rausschmeißer „Thank You“ ungefähr oder präzise mit den Worten: „I should say every day: thank you! Thank you for being my friend! Thank you for everything! Thank you! Thank you and thank you again! Thank you and thank you again! Thank you and thank you agaaain!“ Das sind die Worte, die man dann als Ohrwurm mit sich rumträgt, leidlich motiviert vor sich hin summt und irgendwann leicht befremdet ästhetisch im Poesie-Album des Pop abheftet.
„Motivator“ hat mehr Drive als der Vorgänger „You Are Here“, ist allerdings bei aller Hymnenhaftigkeit nicht so lässig gegen den Strich gebürstet wie das durchaus kantige Kult-Debüt „Another Night“ und insgesamt einfach eine Dosis zu süß bzw. nicht offensiv genug (s. o.) ausgefallen, um vollends zu begeistern.

Die Faust wird trotzdem in der Luft geballt, nicht in der Tasche

So. Andererseits ist Chris Blacks helle Simme weiterhin ein nicht zu leugnender Trumpf. Und (mindestens) der Titelsong inklusive einleitender „Up And Overture“, das erneut das Band-Motiv aufgreifende „This Is The Night“ und „Reach For The Glory“ sind mit etwas Ab- bzw. Anstand betrachtet schon kleine NWOBHM-Pop-Hits. Ohne natürlich wirklich irgendwas von Melodycore zu haben; der Kontext ist letztlich schon wichtig. Und wer seine Faust beim Konzert der HIGH SPIRITS bei den neuen Stücken in der Tasche statt in der Luft ballt, hat sie auch nicht mehr alle.
In diesem Sinne: „Thank you and thank you again“. Let’s rock.

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13.09.2016

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