I Am The Trireme - Gnosis: Never Follow The Light

Review

Als Redakteur kann man sich ins eigene Fleisch schneiden, wenn man sich ein Album wie „Gnosis: Never Follow The Light“ – dem Debütalbum der (mittlerweile) Black Metaller von I AM THE TRIREME – zu Gemüte führt, während man noch einen Haufen anderer Platten zum Rezensieren vor sich hat. Viele Alben öffnen sich dem Hörer schnell und sind zugänglich, so dass das Rezensieren selbiger nicht schwer fällt. Dann gibt es aber auch Werke wie „Gnosis: Never Follow The Light“, die viele Durchgänge brauchen, bis sich ihre hohe Qualität und ihr Anspruch erschließen und sich ausgefallene Elemente ihrer Musik in den grauen Zellen abspeichern.

Zum einen wären da simple Elemente wie der atmosphärische, akustische Endpart des zweiten Stückes „Trusty Noose“, der einem tatsächlich erst nach mehreren Durchgängen auffällt. Zum anderen wären da Songs wie „Sombering Light“, welche – und da musste ich staunen – im Endpart mit einem markdurchdringenden Schrei einen Breakdown einleiten, was für diese Metal-Richtung ungewöhnlich ist und gut umgesetzt wurde. Das siebte Stück „A Sullen Reflection Of Purity“ hat mir am besten gefallen, da sich I AM THE TRIREME hier als Meister melodischer Klangkunst erweisen. Die schöne, mit gelungenen Gitarrensoli unterlegte Hauptmelodie des Songs gehört mit zum Besten, was ich an logisch strukturierter Melodie in den letzten Monaten zu hören bekommen habe.

Man sieht, dass I AM THE TRIREME abwechslungsreiche Ideen haben und sich trauen, Elemente in ihre Songs einzubauen, die nicht der Black-Metal-Norm entsprechen. Dem stehen leider auch Ideen gegenüber, welche nicht zu Ende gedacht scheinen. Zu nennen ist hier „Tamerlane (Chapter 1)“: Der Mittelteil des Songs ist nichts als Black-Metal-Stangenware und klingt im Vergleich zum gelungenen Anfangsriff eher mau. Desweiteren trägt die Band im Endpart einen melodischen Teil vor, der an die großartige Melodie von „A Sullen Reflection Of Purity“ angelehnt erscheint. Das kann als Wink mit dem Zaunpfahl verstanden werden – kann man der Band aber auch als Selbstkopie auslegen. Ein weiterer Negativpunkt ist die lange Spielzeit des Albums. So gelungen die Platte sein mag, eine Spielzeit von über einer Stunde ist einen Tick zu lang und man hätte gut daran getan, sich die letzten zwei Songs zu sparen.

Nichtsdestotrotz ist „Gnosis: Never Follow The Light“ ein tolles Black-Metal-Album, das sich traut, aus der Reihe zu tanzen. Besonders hoch rechne ich I AM THE TRIREME an, dass sie schon mit ihrem Debüt solch einen Knaller im Gepäck haben. Das schaffen nicht viele Bands und man darf gespannt sein, was auf dieses tolle Album folgen wird.

22.06.2015

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