Infernal Angels - Pestilentia

Review

Was heutzutage nicht alles aus Italien kommt. Metallisch betrachtet. Da hatte ich erst kürzlich eine solide Brutal-Death-Metal-Combo auf dem Tisch und zuletzt eine Band, die schwer nach schwedischem Todesmetall klang. Die Stiefelbewohner sind keineswegs auf Gothic und/oder Power Metal zu reduzieren. INFERNAL ANGELS wuseln in einer ganz anderen Ecke, und die ist so schwarz wie die Asche in der Hölle, aus der sie kommen. Black Metal, auch wenn die Stimme eher untypisch im tieferen Bereich liegt (das passt wiederum zur Death-Metal-Verneigung, die hin und wieder anklingt). Seit 2002 schwingen die Italiener ihre tiefschwarzen Flügel, und das letzte Lebenszeichen vorm Neuling war „Midwinter Blood“ (2009). Fünf lange Jahre später fliegen die infernalischen Engel wieder an die Oberfläche: mit „Pestilentia“, dem dritten Langspieler.

Nach einem eher überflüssigen Intro überzeugt der Opener, gleichzeitig der Titelsong, als recht facettenreiches Stück Schwarzmusik. Von Kloppen über Klimpern bis hin zu Klirren ist schon alles dabei – darunter zwei richtig gut ins Ohr fließende Riffs, von dem das eine zwar nicht wirklich neu klingt, aber sehr gut verwoben und gespielt wurde, und das andere durch die prägnante Melodik an das überragende Demo der Schweden BEGRAFVEN erinnert. Schweden ist dann auch ein passendes Stichwort. INFERNAL ANGELS bedienen sich hier und da, doch schwedischer Black Metal kann als Haupteinflussquelle herhalten, um „Pestilentia“ grob einzuordnen. Obwohl ich phasenweise auch an DARK FORTRESS und vor allem an ihr Debüt „Tales From Eternal Dusk“ denken musste.

Es ist nicht der ganz große Wurf, der INFERNAL ANGELS hier gelingt. Die Scheibe macht aber mächtig Laune und überrascht mit guten Auflockerungsideen. So bricht „Blood Is Life“ mit einer stürmischen GORGOROTH-Passage über einen her, um anschließend wieder sanftere Melodie-Wellen branden zu lassen, bevor ein Blastbeat-Platzregen einsetzt. Die Abwechslung stimmt. Noch ein Beispiel: „Carpathians“ beweist, dass man sowohl in High- als auch in Midtempo musizieren kann. Die Nummer beginnt rasend, das Tempo wird jedoch fix von der Leadgitarre, die ein simples Lick spielt, runtergeholt, während das Schlagzeug gemächlich klackert. Zwischendurch gesellen sich basslastige Einsprengsel und gen Ende ein atmosphärisches Interludium dazu, bevor der Song so endet, wie er begonnen hat – schnell. Auch „Thorns Crown“ kann im Mittelteil mit einem Riff überraschen, das ein paar Schnüre am pechschwarzen Korsett löst. Die Gitarrensaiten-Wischer in „In The Darkness“ wirken hingegen etwas unbeholfen. Also: Ich war während des Hörens gespannt, was als nächstes kommt, und genauso gespannt bin ich jetzt auf einen Nachfolger – nur bitte nicht wieder so lange warten.

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10.07.2014

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