Iron Savior - Kill Or Get Killed

Review

Galerie mit 20 Bildern: IRON SAVIOR - Rockharz Open Air 2014

Irgendwie sind IRON SAVIOR die Workaholics des deutschen Power Metal. Auf ganze fünf Alben in sechs Jahren haben es die Hanseaten gebracht. Da müssen die Kollegen von GAMMA RAY wohl erst mal ein wenig schlucken. Natürlich drängt sich einem die Frage auf, ob Piet Sielck und Konsorten es schaffen, sich so oft immer wieder neu zu erfinden und auf jedem Album neue Wege zu gehen. Um es direkt vorweg zu nehmen: Nein. Interessiert sie das in irgend einer Weise? Vermutlich nicht. Die Jungs – Pardon, reifen Herren – haben es einfach nicht mehr nötig, sich irgendwo anzubiedern und machen auch auf „Kill Or Get Killed“ einfach die Musik, auf die sie am meisten Bock haben.

IRON SAVIOR – Gewohnte Standardkost

Schon der Titeltrack als Opener holt direkt zum Rundumschlag mit der Klischee-Keule aus. Der Tag des jüngsten Gerichts ist nahe, der im Zwielicht geborene Held muss sie alle besiegen, töten um nicht selbst getötet zu werden. Könnte irgendwie auch von MANOWAR stammen. Die haben allerdings schon lange das Gaspedal nicht mehr so durchgedrückt, wie das IRON SAVIOR tun, abgesehen davon, dass die Amis aktuell natürlich noch ganz andere Probleme haben.

Die angeraute Stimme von Urgestein Piet Sielck bleibt natürlich Geschmackssache. Während sie gerade in kräftigen Refrains einfach perfekt in Szene gesetzt wird, klingt sie in ruhigeren Strophen manchmal ein wenig gewöhnungsbedürftig.  Seine Gitarren-Riffs sind im Übrigen nicht originell, aber immer treffsicher und verleihen den meisten Songs einen ordentlichen Punch. Leadgitarrist Joachim „Piesel“ Küstner, vielen vermutlich als Guitar Tech von Kai Hansen bekannt, macht mit seinen Soli ebenfalls keine Gefangenen. Im Gegensatz zu den, ansonsten stilistisch vergleichbaren, „Königen des Mid-Tempo“ von PRIMAL FEAR, schaffen es IRON SAVIOR übrigens deutlich häufiger, ihre Speed-Metal-Wurzeln durchblicken zu lassen.

Natürlich ist neben Highlights wie „Sinner Or Saint“, „Eternal Quest“ und „Stand Up And Fight“ auch so einiges an Füllmaterial dabei. Selbst diese Songs erhalten aber, mit Ausnahme des Rausschmeißers „Legends Of Glory“, alle das Prädikat „kann man machen“, die Versuchung zum Skip-Button zu greifen, ist nicht all zu groß. No Fillers, just Killers sollte man aber nach 23 Jahren Bandgeschichte und zwölf Alben lieber nicht erwarten.

Ein wenig Klischee-Käse gefällig? – „Kill Or Get Killed“

Bieten IRON SAVIOR auf „Kill Or Get Killed“ diesen typischen europäischen 0815-Standard-Power-Metal mit einer Extraportion Klischee-Käse obendrauf? Natürlich tun sie das! Allerdings wissen die Hamburger auch sehr genau, dass sie das tun, und obwohl man alles irgendwie schon kennt, erwischt man sich immer wieder dabei, mit einem breiten Grinsen die Faust in die Höhe zu recken. Fans, die ein IRON SAVIOR-Album blind kaufen, erwarten schlicht und einfach nichts anderes und werden sicher auch mit dem neuesten Werk zufrieden sein.

Betrachtet man alle Songs möglichst objektiv, bietet das Album ein paar wenige echte Hits und ganz viele mittelgute Songs. Totalausfälle sind aber auch fast keine auszumachen. Der knackige Sound und die Authentizität der Band tragen außerdem dazu bei, dass „Kill Or Get Killed“ immer noch ein leicht überdurchschnittliches Album ist, dem man anmerkt, dass IRON SAVIOR trotzdem noch mit Spaß bei der Sache sind. Da gibt‘s im Bereich Power Metal wirklich ganz viel deutlich schlechteres. Bis GAMMA RAY es schaffen, auch mal wieder ein neues Album zu veröffentlichen, können Freunde des hanseatischen Power Metal also auch durchaus hier zugreifen.

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10.03.2019

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