Jenx - Fuseless

Review

Metalcore und Industrial, dass kann erstaunlich gut funktionieren. Im Falle JENX sogar für all jene, die beim Wort ‚Metalcore‘ schon Belag auf dem Trommelfell bekommen. Die Franzosen reihen sich nämlich nicht in die immer noch anhaltende Fließbandproduktion überflüssiger Sonstwas-Core-Bands ein, sondern haben sich buchstäblich zwischen die Stühle platziert.

Auf ihrem Debütalbum gibt es zwar hörbare Einflüsse aus Hardcore, Death und Thrash Metal moderner Art zu hören, allerdings haben JENX ihren Kompositionen auch ein ziemlich brachiales Industrialgewand geschmiedet. Da liegen die suggerierten Nähen zu Bands wie RED HARVEST oder ihren Landsmännern von TREPONEM PAL gar nicht mal so falsch. Tatsächlich haben die Songs auf „Fuseless“ viel von der Kälte und Brutalität der großen Namen. Der Groove und die schreddernden Gitarrenriffs (und ihr Sound!) erinnern mich allerdings noch an eine ganz andere Band, und zwar die längst vergessenen Neo-Thrasher LOST SOULS.

Zu den klanglichen Höhepunkten zählt zweifelsohne das eingängige „Kira“ mit seinem schmissigen Refrain. Ein simples Gitarrenriff, unterlegt durch einen dezenten Synthesizer — geht sehr schnell ins Ohr.
„Mute“ ist einer der Songs, die einerseits stark an die norwegischen Industrialveteranen erinnern, diesen Eindruck aber zugleich mit typischem LOST SOULS-Riffing vermengen. Solche Momente gibt es auch in anderen Songs und sorgen dafür, dass JENX trotz ihres modernen Sounds gar nicht so modern wirken. Es klingt halt irgendwie authentischer, nicht so aufgestylt wie viele heutige Bands, die auf Teufel komm raus nach etwas Neuem klingen wollen. Die Eigenständigkeit wirkt bei JENX somit viel subtiler, und man findet sich zunächst im vertrauten Terrain der zuende gehenden 90er Jahre wieder.

Leider schaffen es JENX nicht über das ganze Album hinweg, den Hörer bei Laune zu halten, bzw. würde es den Songs nicht schaden, wenn die Franzosen noch ein paar Riffs der Marke „Kira“ mehr in den Pott schmeißen würden. Auch beim aggressiv herausgebrüllten Gesang könnte ein bißchen mehr Variation zwischendurch nicht schaden. Wer zwischendurch mit Ermüdungserscheinungen zu kämpfen hatte, wird dann durch die abschließenden Songs „Last Fuse“ und „Falter“ entschädigt. Hörenswert sind auch die „Demonhead“-Bonustracks, bei denen JENX sich sehr experimentell zeigen, und anders als beim regulären Album stark auf elektronische Elemente setzen.

Fazit: Ein beachtenswertes Debüt mit leichten Hängern, bodenständigem Sound und einer interessanten Stilsynthese, die man in dieser Form nicht sehr oft zu hören bekommt. Wer darf sich nun mehr angesprochen fühlen? Metalcore-Fans oder die Schwerindustriellen? Ich bleibe diplomatisch und gehe davon aus, dass Metaller mit Affinität zu beiden Stilen an dieser Platte etwas finden werden.

27.03.2008

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