Jesus And The Gurus - Blood, Sweat And Tears

Review

Schon in der Vergangenheit waren die drei Jungs von JESUS AND THE GURUS immer mal wieder für Diskussionen und Skandälchen gut, bewegten sich die Schweizer nämlich auch auf ihren bisherigen Alben auf der Schwelle zwischen Zynismus, Provokation und Geschmacklosigkeit.

Auch das neue Album „Blood, Sweat And Tears“ dürfte erneut für Gesprächsstoff sorgen – je nachdem wie ernst man die Jungs nun nimmt, was beim Anblick des Bandfotos nicht immer leicht fällt. Musikalisch geht das neue Album deutlich mehr in Richtung Industrial, teils sehr schwere Gitarrenriffs im Stil von MINISTRY und RAMMSTEIN gesellen sich zu elektronischen Beats & Sounds, ergänzt werden diese noch durch militätische Samples, die stellenweise an FEINDFLUG erinnern. Der Gothic-Anteil wurde etwas zurückgeschraubt, ist in den Synthiebögen jedoch immer wieder hörbar. So hat man es auf „Blood, Sweat und Tears“ mit einer recht wilden Mixtur zu tun, die einem bei dem durchweg egozentrischen Auftreten der Band aber auch nicht weiter überrascht. Ist der Opener „Jesus Marsch“ noch eher im martialisch-rhythmischen Bereich anzusiedeln, werden die restlichen Tracks vor allem von den harten Gitarrenriffs und düster-grunzenden Vocals dominiert („Panzerlied“, „You And Me“, „Kill Em All“). Erinnerungen an LAIBACH, GOTHMINISTER & Co werden wach und nur vereinzelte Songs („Pädo Pedro“, „China China“) sorgen in musikalischer Hinsicht für etwas Entspannung. Insgesamt sind die Songs eher einfach gestrickt und von brachial-platter Eingängigkeit gekennzeichnet, auch die Melodien sind dabei überwiegend plump ausgefallen – das Augenmerk des Hörers soll wohl vielmehr auf die Texte gelenkt werden.

Diese sind es dann auch wieder, die für Gesprächsstoff sorgen könnten. Kirche, Politik, die Musikindustrie, Fremdenfeindlichkeit und Pädophilie sind Themen, die JESUS AND THE GURUS in ihren Texten ansprechen und damit dem ein oder anderen auf den Schlips treten wollen und mit Sicherheit auch werden. Die Grenze zwischen Provokation und Geschmacklosigkeit ist manchmal in gefährlichem Maß fließend, vor allem der Song „Pädo Pedro“ sei hier als Beispiel genannt, da die Grenze hier meines Empfindens nach im negativen Sinn deutlich überschritten wird. Songs wie dieser und auch das völlig uninteressante und ausgelutschte Gebashe gegenüber Teilen der Musiklandschaft („Eiszeit“) hinterlassen einen sehr faden Beigeschmack und lassen das Album derb und niveaulos erscheinen. Provokation, Zynismus und Sarkasmus sind Eigenschaften, die wenn man sie nicht beherrscht, schnell nach hinten los gehen können und eine Band eher in ein lächerliches Licht rückt. Natürlich geht umgekehrt jeder Hörer anders mit solchen Dingen um und nimmt sie anders wahr – Diskussionen werden aufkommen und genau das haben JESUS AND THE GURUS mit „Blood, Sweat And Tears“ zumindest erreicht…

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20.02.2009

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