Kawir - Father Sun Mother Moon

Review

Ein Jahr nachdem ihre Landsleute MACABRE OMEN mit dem Album „Gods Of War – At War“ die Messlatte in Sachen hellenisch angehauchtem Pagan Black Metal auf eine neue Stufe gehievt haben, legen die Griechen KAWIR in Form ihres neuen, sechsten Albums „Father Sun Mother Moon“ (a.k.a. „Πάτερ ‚Ηλιε Μήτερ Σελάνα“) nach. Darauf geht das Sextett rund um Bandgründer, -vordenker und Gitarrist/Bassist/Sänger Therthonax weniger episch zu Werke als MACABRE OMEN anno 2015, dafür bestechen KAWIR jedoch mit ihrer folkigen Herangehensweise.

„Father Sun Mother Moon“ – mehr Folk, weniger Black

Ließen KAWIR auf dem Vorgängeralbum „Ισόθεος / Isotheos“ von 2012 die Folk- und Pagan-Einflüsse fast gänzlich beiseite, um (nahezu) reinen Melodic Black Metal zu spielen, hat sich ihre Herangehensweise auf „Father Sun Mother Moon“ wieder deutlich in Richtung Folk/Pagan Metal bewegt – wenngleich KAWIR auch anno 2016 noch deutliche Einschläge aus dem melodischen Black Metal in ihren Sound integrieren. Dennoch, mit der Wiedereinführung bzw. dem Wiedererstarken von hellenistischem Folk im KAWIR-Stil kehren die Griechen beinahe zu ihrer alten Hochform zurück, nachdem die Black-Metal-lastigeren Werke der Band zuletzt ja etwas beliebig und austauschbar geworden waren.

Kein neues Meisterwerk der KAWIR-Diskografie – aber deshalb nicht schlecht!

Und so kommen KAWIR auch mit „Father Sun Mother Moon“ nicht an die großen Meisterwerke aus der frühen Phase der Bandgeschichte heran, aber es ist doch eine deutliche Steigerung zu den direkten Vorgängern zu beobachten. Stücke wie der Opener „To The Sovereign Sun“, wie das verspielt-folkige „Dionysos“ oder das wuchtige „Hail To The Three Shaped Goddess“ sind klasse Pagan-/Folk-Black-Metal-Stücke, die nie an die ganz großen Heldentaten der Band heranreichen (und auch nicht an die Klasse des letztjährigen MACABRE OMEN-Albums, um das klarzustellen), die aber richtig gut in Ohr und Bein gehen.

Trotzdem ist eben nicht jedes Stück auf „Father Sun Mother Moon“ ein Volltreffer, „To Mother Moon“ zum Beispiel zieht sich relativ unspektakulär über neun Minuten hinweg, „The Taurian Artemis“ lässt erst gegen Ende aufhorchen, „Hercules Enraged“ hingegen gar nicht. Auch der für Black-Metal-Verhältnisse einerseits viel zu saubere, andererseits seltsam dumpfe Sound trägt nicht dazu bei, KAWIRs neues Album in höhere Qualitätsklassen zu tragen.

KAWIR stellen ihre Fans zufrieden

Dennoch ist den Griechen mit „Father Sun Mother Moon“ ein ordentliches Album gelungen, das es zwar nicht mit den Klassikern der Bandgeschichte aufnehmen kann, seine direkten Vorgänger dafür aber um Längen übertrumpft. Fans der Band werden zufrieden sein, aber letztlich findet man im folkig-paganen Black Metal (auch der hellenischen Ausrichtung) zwingendere, grandiosere, epischere und atmosphärischere Bands als KAWIR.

07.05.2016

Der metal.de Serviervorschlag

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