Killing Joke - In Excelsis

Review

Eine meiner favorisierten 80er-Jahre-Bands gibt mal wieder ein Lebenszeichen von sich. Mit der EP „In Excelsis“ geben KILLING JOKE eine kleinen Vorgeschmack auf ihr kommendes Album „Absolute Dissent“, das im August erscheinen wird und womit der 30. Geburtstag der Band gebührend gefeiert werden soll.

Wie es oftmals so ist, Bands, deren Musik aus einem früheren Jahrzehnt gefällt, verliert man später meist aus den Augen, ich zumindest vor Angst, sie würden das Denkmal, das sie sich mit ihren Songs gebaut hat, in einem modernen Gewand wieder einreißen. Daher habe ich mich mit den Ergüssen der Band, die ab 1990 erschienen sind, noch nie beschäftigt und kann dementsprechend zu neueren Alben keine Vergleiche ziehen. Wenn das Material allerdings hält, was der Opener dieser EP verspricht, dann sollte ich das unbedingt nachholen. Schließlich weiß „In Excelsis“ mit den typischen KILLING-JOKE-Trademarks zu überzeugen: eine gewisse Monotonie und ein damit einhergehender melancholischer Einschlag, der die Mischung aus Wave und Punk der Briten so interessant macht. Jaz Coleman klingt am Gesang ein wenig rauer als früher, was mir persönlich recht gut zusagt. Ein guter Einstieg.

Bei dem darauf folgenden „Endgame“ sieht die Sache dann schon etwas schwieriger aus, denn durch die hervorstechenden Bass-Linien und die etwas entspanntere Ausrichtung klingen KILLING JOKE als würden sie eine Mischung aus Stoner Rock und Pop spielen. Es fehlen die sphärischen Key-Sounds, die mir bei der Band stets am Besten gefallen haben. Irgendwie eher FOO FIGHTERS als KILLING JOKE, ein komischer Song, der mich nicht überzeugen kann.

Dafür entschädigen aber schon die ersten Takte von „Kali Yuga“, was wieder über deutlich stärkere New Wave und vor allem Punk-Züge verfügt. Treibende Drums, ein sehr simpler Songaufbau, dafür volle Konzentration auf den Gesang von Jaz ergeben einen extrem eingängigen Song, me like!
Den letzten Song „Ghost Of Ladbroke Grove“ gibt es dann gleich zwei Mal, einmal als normale und einmal als Dub-Version, quasi ein Reggae-Remix. Mal von der Tatsache abgesehen, dass ich von Remixen meist eher weniger begeistert bin, bleibt mir auch ein wenig schleierhaft, warum es dieser zweiten Version bedarf, denn allzu große Unterschiede lassen sich nicht erkennen. Der Song an sich ist nämlich schon sehr entspannt und vermittelt durch sein gemütliches Tempo und die vordergründigen Drums ein starkes Reggae-Feeling.

Insgesamt also ein zweischneidiges Schwert, diese EP. Letztendlich ist es einfach ein Appetithappen für das Album, das sollte man immer vor Augen behalten, wenn man einen Kauf erwägt, zumal laut Infoschreiben auch noch nicht sicher ist, ob sich diese Songs nicht auch auf „Absolute Dissent“ befinden werden. Mir persönlich würden zwei richtig gute Tracks noch nicht unbedingt zum Kauf reichen, die zwei Monate bis August kann man da auf jeden Fall noch warten. Aber auch wenn die Richtung noch nicht wirklich erkennbar ist, so hoffe ich aufgrund von „Kali Yuga“ und „In Excelsis“, dass sich das Warten lohnt!

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29.07.2010

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