Killing Joke - Pylon

Review

Es darf schon als ein kleines Wunder gelten, dass eine Band wie KILLING JOKE, die bereits seit 35 Jahren am Start ist, immer noch so kompromisslos ihrer Linie treu bleibt. Jedenfalls ist auf ihrem neuen Album „Pylon“ von Altersmilde keine Spur, und in irgendwelche Standards verfallen Jaz Coleman und seine Crew auch nicht. Das ist immer noch „the sound of the earth vomitting“, wie es einst für KILLING JOKE formuliert wurde, und die aktuelle Weltlage gibt selbstredend genügend Stoff ab, um weiterhin die düsteren Themen rund um diesen Planeten angemessen finster zu vertonen.

KILLING JOKE sind ja, um das kurz für die Jüngeren einzuordnen, mit der britischen Post-Punk-Welle groß geworden, und diesen im Grunde rebellischen Geist merkt man auch „Pylon“ noch an. Musikalisch drückt sich das in Industrial-Rock-Sounds aus, die gleichermaßen rituell und eingängig sind als auch sperrig. Da gibt es mal treibende, mal stampfende Beats, das markante Gitarrenspiel von Sechssaiter Geordie, das auf offene Akkrode und Arpeggien setzt und teilweise mit bedrohlichen Industrialloops verschmilzt (hier vor allem das hypnotische „Dawn Of The Hive“), und über allem thront die helle Stimme von Fronter Jaz Coleman, der mit seinen Melodien immer wieder einen Kontrapunkt zu den Gitarrenriffs setzt.

Wenn Bassist Youth „Pylon“ als dritten Teil eines Tryptichons aus Alben einordnet, deren ersten beiden Teile „Absolute Dissident“ und „MMXII“ sind, dann stimmt das natürlich: Bei allen klanglichen Unterschieden liegen die Alben doch klar in einer Linie, die sich weiter fortführt – die Produktion ist diesmal nicht ganz so rauh wie bei ersterem und nicht ganz so elektronisch wie bei letzterem Album.

Und auch wenn der erste Zugang eher sperrig ist, kommen nach und nach auch die eingängigen Momente zum Vorschein – wie vergleichsweise beim leichtfüßigen „Euphoria“ oder dem melancholischen „Big Buzz“. Einmal eingetaucht in den Sound kann „Pylon“ auch in Dauerrotation laufen, ohne langweilig zu werden, und wenn es einen Kritikpunkt gibt, dann höchstens der, dass kein Song wirklich aus dem Kollektiv heraussticht. Aber ist das wirklich ein Kritikpunkt oder vielleicht doch eher ein Zeichen von Unangepasstheit – oder einfach nur KILLING JOKEs Beitrag zur aktuellen Weltlage, in der eine Krise auf die nächste folgt, ohne wirklich gelöst zu werden? Bedrückend!

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29.10.2015

- Dreaming in Red -

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