Lares - Towards Nothingness

Review

Das Reinheitsgebot hat ja schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Was Puristen erfreut, ist für den ein oder anderen Tüftler eher ein Hemmschuh der Kreativität. Und was für das Lieblingsgetränk des Metallers gilt, kann leicht auch auf die geliebte Musik übertragen werden. LARES scheinen eher zur Sorte “Kreativbrauer“ zu gehören, um im Bild zu bleiben.

Auf ihrem zweiten Album “Towards Nothingness“ reichern sie ihren psychoaktiven Sud mit allerlei Ingredienzien unterschiedlichster Richtungen an. Eine fiese Basis aus Doom, Post-Metal und Sludge wird ja nach Bedarf um Elemente aus Black Metal, Prog und Stoner erweitert. Stellt sich die Frage, wie das Gebräu am Ende mundet.

LARES – Wilder Genremix durch gnadenlose Heavyness vereint

Mit dem Opener “It Burns“ schalten LARES als erstes einmal die Lavalampe an. Kaum hat diese sich warm gelaufen, liefert sich ihr Wabern einen dynamisches Tanz mit eruptiven Parts, die an die letzte CRANIAL erinnern. Dabei fällt vor allem das dynamische Drumming auf. Das Instrumental “Theiaphobic Ansia“ nimmt mit dann kurzzeitig wieder die Fahrt raus – das passt an dieser Stelle nicht unbedingt.

“Cursed With Embodiment“ punktet mit einem unterschwellig morbiden Black Metal-Vibe. Der über neunminütige Großangriff “SN1987A Space Alteration Machine“ klingt so, als hätten CULT OF LUNA “Vertikal“ direkt nach “Salvation“ aufgenommen. “Grey Haze“ stimmt danach vergleichsweise sanftere, postrockigere Töne an und erinnert an YEAR OF NO LIGHT mit Growls. Mit “Catacomb Eyes“ schleppt sich zum Schluss noch eine doomige Walze aus den Boxen.

“Towards Nothingness“ – Wilder Mix, (etwas) zahmer Abgang

LARES´ wilder Mix setzt mit jedem Song zwar unterschiedliche Schwerpunkt, wirkt aber nie gekünstelt oder gar gewollt. Da passt vieles gut zusammen, wird obendrauf von einer erdigen Produktion zusammengehalten und sorgt entsprechend für Eigenständigkeit. Aber ebenso wie die immer noch gluckernde Lavalampe wabern einige Parts manchmal etwas vor sich hin.

Das könnte von der Anlage der Songs durchaus gewollt sein, bräuchte dann aber auch noch mehr das ISIS-Gespür für Dynamik, das die Highlights stärker herausarbeiten würde. Entsprechend ist mit “Towards Nothingness“ ein wuchtiger Stilmix gelungen, der einen zwar über die gesamte Spieldauer beschäftigt hält, sich aber noch nicht mit vollem Nachdruck im Gehörgang festfressen kann.

16.08.2020

Der metal.de Serviervorschlag

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