Cranial - Alternate Endings

Review

Als 2014 OMEGA MASSIF zerbröckelten verdunkelte sich der Würzburger Himmel und spuckte neben PHANTOM WINTER auch CRANIAL aus. Letztere loten mit ihrer zweiten Langrille ”Alternate Endings“ abermals aus, wie viel Gewicht auf ein Album passt. Derart heavy arbeiten sich die Bayern durch ihre vier Songs. Und so fühlt es sich ab der ersten Minute an, also ob eine Dampfwalze auf der Brust einparkt. Nach einer guten dreiviertel Stunde lassen die Vier einen dann erschlagen zurück.

CRANIAL – Dunkles Pochen Richtung Kopf

Direkt vorweg: Es lohnt sich mit letzter Kraft zum zweiten Mal auf Play zu drücken. Sobald die Atmung sich an den Druck auf der Brust gewöhnt hat, entsteht Raum für eine eingehendere Beschäftigung.

”Burning Bridges“ kann stellvertretend für die restlichen Songs angesehen werden. Basser Julian knarzt mit seinem Arbeitsgerät tonnenschwer voran, seine zornigen Growls schneiden wie ein kalter Wind ins Fleisch. Aus diesem Pochen entfaltet sich langsam ein mächtiges Riff nach dem nächsten.

CRANIAL entgehen dabei fast durchgehend der Gefahr, dass den überlangen Songs die Dynamik abgeht. Die Drums treiben die Dampfwalze immer wieder so an, dass sich von Riff zu Riff immer mehr Facetten aufbauen können.

Der stärkste Song, ”Holistic Figure”, glänzt zu Beginn obendrauf noch mit schimmernden Melodien, die aber dann wieder erwartungsgemäß eingerissen werden. Kraftvoll und immer mit dem Sinn für das nötige Quäntchen Harmonie, das einen davor bewahrt gänzlich erdrückt zu werden.

”Alternate Endings” – Entwicklung unter Volllast

Nachdem sich RED APOLLO mit ihrem letzten Streich aus der einheimischen Sludge/Post-Szene mit einem Knall verabschiedet haben, machen CRANIAL mit Nachdruck auf sich aufmerksam. Im Vergleich zum Erstling gelingt es auch der Produktion von ”Alternate Endings”, die Wucht besser zu verpacken.

Für den ein oder anderen könnten sich zwar ein paar Längen in der Atmosphäre verstecken. Aber es lohnt sich, hier nicht die Geduld zu verlieren und den Druck bis zur nächsten Eruption auszuhalten. CRANIAL machen mit ”Alternate Endings” einen stampfenden Schritt nach vorne und fordern Aufmerksamkeit unter Volllast.

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23.12.2019

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5 Kommentare zu Cranial - Alternate Endings

    1. ClutchNixon sagt:

      Ach was, großes Kopfkino!

      8/10
      1. royale sagt:

        Kopfkino? Ich finde es eher so spannend wie Altglas wegbringen. Nicht meine Musik, darum auch keine Wertung.

  1. Nether sagt:

    Trotz ewiger Trauer um den Abgang von Omega Massif bin ich auf der anderen Seite froh, dass uns dadurch Phantom Winter und Cranial gegeben wurden. Passender Hassbatzen zu den anstehenden Weihnachtstagen.

    8/10
  2. mr.cb sagt:

    Hatte ich noch nie von gehört, aber dank Flatrates kann man inzwischen ja nahezu überall reinhören, und Fehlkäufe reduzieren 😉 aber hier hat es sich m.M.n. eindeutig rentiert. Beim Lesen der Rezension hätte ich eher Krach statt Melodie vermutet, aber die Scheibe zog mich in ihren Bann bis sie aus war. Wird gekauft!

    8/10