Cult Of Luna - A Dawn To Fear

Review

Soundcheck September 2019# 9 Galerie mit 8 Bildern: Cult Of Luna & Julie Christmas – "Mariner" live in Kortrijk

CULT OF LUNA haben zwar schon wieder sechs Jahre seit dem letzten Album verstreichen lassen, aber die Truppe um Bandkopf Johannes Persson war nicht untätig in den letzten Jahren. Mit der großartigen Julie Christmas hat man „Mariner“ als Album und zwei Jahre später als Livemitschnitt veröffentlicht und unter dem Titel „Years In A Day“ gab es eine DVD mit fast zwei Stunden Spielzeit und zwei Bonus-CDs mit Mitschnitten der Auftritte auf den Roadburn Festivals 2013 und 2016.

Bisher hatten CULT OF LUNA jedem Album eine Geschichte oder ein bestimmtes Thema übergeordnet. Das ging soweit, dass die Geschichte von „Eternal Kingdom“ sogar noch auf „Eviga Riket“ mit Musik unterlegt weitererzählt werden musste und jetzt nochmal mit „Eternal Music“ als reine Erzählung ohne Musik veröffentlicht worden ist. “A Dawn To Fear” liegt jetzt aber erstmals kein Konzept zugrunde.

„A Dawn To Fear“ liegt erstmals kein Konzeppt zugrunde.

Dafür gibt es Musik. Und die nicht zu knapp. Mit 79 Minuten Spielzeit haben CULT OF LUNA das Fassungsvermögen einer Standard-CD um fünf Minuten überzogen, sodass „A Dawn To Fear“ als Doppel-CD und Doppel-12” Vinyl erscheinen wird. Metal Blade wird frohlockt haben.

Musikalisch stecken CULT OF LUNA immer noch tief in dem alles und nichts sagenden Genre des Post Metals. Das Gerüst aus Hardcore und Metal wird immer wieder durch ruhigere Ambient- und Akustik-Passagen zerschnitten. „We Feel The End“ ist zum Beispiel so eine ruhige Passage, die von den Schweden auf sieben Minuten gestreckt worden ist und zu einem eigenen Song auf dem Album gewachsen ist. Da CULT OF LUNA aber das Genre definieren und nicht das Genre die Band, haben noch nie irgendwelche Regeln für das Sextett gegolten.

CULT OF LUNA definieren das Genre.

Wie alle Alben von CULT OF LUNA, so ist auch „A Dawn To Fear“ ein verträumter Wutbrocken. Die Sänger brüllen sich in Raserei ihren Ärger über die Welt aus dem Leibe während die Gitarristen über Blumenwiesen schlendern. Wer jetzt eine Blumenwiese nicht für trve und evil hält, der hat „Roadkill Extravaganza“ nie gesehen. Johannes Persson selber betont, dass „A Dawn To Fear“ organischer sei als „Vertikal„, da man weniger Keyboards und mehr analoge Orgeln und akustische Instrumente eingesetzt habe. CULT OF LUNA moderieren jedenfalls den Ausbruch aus der Melancholie und das Zurückfallen in diese durch Tempowechsel und garstige Sänger wieder perfekt.

Für Freunde des Post Metals sind CULT OF LUNA sowieso Album für Album Pflicht und enttäuschen auch mit „A Dawn To Fear“ nicht. Andere Bands wackeln stark am Thron der Genre-Könige, die mit diesem Album aber ihre Vormachtstellung wieder verteidigen dürften.

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24.09.2019

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22 Kommentare zu Cult Of Luna - A Dawn To Fear

  1. nili68 sagt:

    Von dem Vorab-Song war ich auf Anhieb nicht sofort begeistert, aber da ich Cult Of Luna generell wohlgesonnen bin, habe ich mich mit dem Album natürlich dennoch intensiver auseinandergesetzt und man bekommt in Gänze die gewohnte Qualität der Genre-Pioniere geliefert, von der sich die meisten Nachahmer mehr als nur eine Scheibe abschneiden können. Top!

    9/10
    1. ClutchNixon sagt:

      Genre Pioniere? Nili, du als Fachmann, mach mal bitte deine Hausaufgaben 😉

      8/10
      1. nili68 sagt:

        Nicht? Ich meinte eine der Genre Pioniere, nicht DIE Genre Pioniere. Post Hardcore/Metal ist aber nicht mein Spezialgebiet. Wer ist/sind also die Pioniere? Über Cult Of Luna hab‘ ich das nämlich schon gelesen. Da man Google dann aber wohl nicht trauen kann, kannst du mich ja aus erster Hand aufklären.. 😉

      2. ClutchNixon sagt:

        Nö, vorsagen is nich…Wenn du möchtest: Recherche. Wenn nicht, auch gut.

      3. nili68 sagt:

        Joa, schau’n wir mal. Hat jetzt keine Priorität.. 😀

      4. nili68 sagt:

        Hab’s schon rausgefunden. Isis und Neurosis. Wolltest du nicht meine Faulheit unterstützen? Sowas.. 😀

      5. ClutchNixon sagt:

        Na siehste. Und so du noch tiefer gräbst entdeckst du womöglich noch Perlen wie Forced to decay und Mindrot.

      6. Ooooh, Mindrot. Das die mal erwähnt werden. Soul ist echt gut. FtD höre ich heute auch immer noch.

      7. nili68 sagt:

        Auf den ersten Hör sind Forced To Decay und Mindrot zwar nicht schlecht, aber mir fehlt da auf Anhieb erstmal die Breitwand-Epik von Cult Of Luna. Mögen durchaus Parallelen/Einflüsse da sein, ist aber dennoch nicht dasselbe. Muß ja auch nicht..

      8. ClutchNixon sagt:

        @stahl: Soul ist seit Release wenigstens mit ‚In Silence‘ stets in meinem Herzen. Groß! War aber klaryl, dass du die kennst 😉 Album und EP davor sind ebenfalls völlig missachtete Großtaten. Ich hab sogar noch diesen geilen Patch mit Scherenmann aus Demo Tagen.

        @nili:

        https://youtu.be/zubyQaleJ8U

      9. nili68 sagt:

        Da hab‘ ich wohl die „falschen“ Sachen gehört. Das ist in der Tat ziemlich geil. Ich werde meine Mindrot-Recherche also fortsetzen.

      10. ClutchNixon sagt:

        Freut mich.

  2. Und vielleicht, ganz vielleicht: Würde eine Band wie Massacra ihr Album Humanize Human heute veröffentlichen, hätten vielleicht mehr Leute das Album gekauft. Denn das finde ich heutzutage immer noch stark.

    1. ClutchNixon sagt:

      Sicher, auch wenn ich Sick präferiere.

      1. ClutchNixon sagt:

        Ich finde Humanize klingt en gros wie Gemini von Slayer.

    2. Nether sagt:

      Es gab nach „Enjoy The Violence“ noch mehr Platten von denen? 😁

      1. ClutchNixon sagt:

        Und ob 😉

  3. Schraluk sagt:

    Unfassbare Platte. Es scheint, als ob das Projekt mit Julie Christmas und den dazugehörigen Touren einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Auch wenn ‚A Dawn To Fear‘ bisweilen wenig mit ‚Mariner‘ zu tun hat, erkennt man in der Art wie sie Stücke schreiben und strukturieren, dass sie die nächste Hürde genommen haben, wieder zerbrechlicher und fragiler daherkommen und mit ihren subtilen Melodien ein nächstes Level erreichen. Es gibt keinen einzelnen Track herauszustellen, auch wenn es diesmal kein Konzeptalbum sein soll, ‚A Dawn To Fear‘ wirkt genau so. Vielleicht mehr als die anderen Platten. Es ist eine melancholische Reise, die dynamischen Arrangements wirken kaum noch holzschnittartig, das gesamte Konstrukt wieder weniger beliebig. Wie immer kommt die Platte sehr stylisch rüber, das Artwork, die Notes, alles grandios wie gehabt. ‚Cult Of Luna‘ sind eine der wenigen Bands, von denen ich immer sowohl die LP brauche (wegen des passenden Sounds), als auch die CD (wegen des nicht zu unterbrechenden Gesamterlebnisses). Durch Bands wie ‚Cult Of Lunar‘ oder auch ‚ The Moth Gatherer‘ wird dieses Genre auch nach Jahrzehnten wenig langweilig unbd das, obwohl sich die Genre-Grössen eigentlich immer noch im Fahrwasser von Giganten wie ‚Neurosis‘ und ‚Isis‘ befinden. ‚Cult Of Lunar‘ haben meiner Meinung nach kein einzig schlechtes Album gemacht und damit eigentlich ihre eigenen Spuren in der ‚zeckigen Sludge-Post-Doom‘ Abteilung hinterlassen. Große Platte!

    10/10
    1. Schraluk sagt:

      Irgendwie hatte ich ein paar ‚r‘ zu viel;-). Komisch das…

  4. hypnos sagt:

    ich hoffe seit Jahren dass sich die Band mal einen vernünftigen Sänger holt. Das unsägliche und eintönige Gebrüll macht für mich vieles von dem kaputt, was die Band musikalisch auf großartige Weise aufbaut

    7/10
  5. Watutinki sagt:

    Cult of Luna sind bislang an mir vorbeigeschlittert. Waren die schon immer so geil? Unfassbar geniale Musik!

    9/10
    1. nili68 sagt:

      Sind wir uns ja mal einig und ja, die waren schon immer so geil. 😉