Lola Angst - Schwarzwald

Review

Schon mit ihrem ersten Album „The Council Of Love“ konnten die Anarcho-Elektros von LOLA ANGST mehr als nur einen Achtungserfolg in der Elektroszene verbuchen. Die Berliner hatten das fast Unmögliche geschafft, mit ihrem Sound neuen Wind in die angestaubte Elektroszene zu bringen. Nun folgt mit „Schwarzwald“ der zweite Schlag von LOLA ANGST und schon der Albumtitel sowie die optische Gestaltung deuten darauf hin, dass auch auf „Schwarzwald“ wieder Musik fernab der „klassischen“ elektronischen Klischees zu erwarten ist.

Glücklicherweise zeigt sich recht schnell, dass LOLA ANGST auch auf ihrem zweiten Album ihrem ganz eigenen Stil treu geblieben sind und dabei noch einen Tick ausgereifter und kompakter klingen als auf ihrem Debüt. Schon die ersten Songs „Dead Man’s Song“, „Just Slaves“ und vor allem „Mr. TriseX“ legen los wie die Feuerwehr, kombinieren fetzige Elektrobeats mit durchgeknallten Vocals und Lyrics. Musikalisch setzen sich LOLA ANGST keinerlei (elektronische) Grenzen – mal melodisch poppig und verspielt, dann wieder im Stile düsteren Dark Electros oder EBMs bis hin zu ausgeflipptem Elektropunk brechen die Berliner mit allen Konventionen des Elektrogenres.

In diesem Stil geht es munter weiter – Songs wie „The Final War“ dürften auf Tanzflächen zu interessanten, eventuell unkontrolliert wirkenden Bewegungen führen und selbst „harte Elektros“ dürften bei solchen Songs nicht still stehen können. So jagt ein Kracher den anderen, stellvertrendend dafür seien Songs wie „America will not get you“, „Hello Happiness“ oder das völlig durchgeknallte „Fräulein Kurva Sloboda“ genannt. Ein kleines aber sehr feines musikalisches Highlight haben sich LOLA ANGST fast bis zum Ende aufgehoben – „Ziggys’s Lullaby“ ist ein Schlaflied der besonderen Art und nicht nur bei diesem Song lohnt es sich, einen Blick auf die Lyrics zu werfen.

Abgerundet wird die elektronische Achterbahnfahrt mit einer Bonus-CD auf der sich weitere, überwiegend sehr durchgedrehte Remixe von Albumtracks sowie die Bonustracks „Church Of Lola“ und „Lolamobile Sounds“ befinden. Die Remixe sind dabei stellweise sehr gewöhnungsbedürftig und mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Als Leckerli ganz nett, ich bevorzuge jedoch das eigentliche Album.

So sei „Schwarzwald“ jedem Elektro- und auch Nicht-Elektrofan ans Herz gelegt, der Lust auf „Elektro der anderen Art“ hat und nicht den zehnten Klon von SUICIDE COMMANDO & Co hören möchte. LOLA ANGST sind eine Ausnahmeerscheinung in der aktuellen Elektrolandschaft – in jeder Hinsicht.

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02.08.2007

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