Massemord (Pol) - The Madness Tongue Devouring Juices Of Livid Hope

Review

Die Leute um MASSEMORD sind sehr agil. FURIA, CASSABA, F.D.S., MOROWE sind nur einige Bands, in denen man munteres Namedropping spielen kann. Gemein haben sie alle, dass sie von höchster Qualität sind. Nur um das kurz zu erwähnen, wir sprechen hier von den Polen, nicht von den norwegischen MASSEMORD, die im Vergleich zum Fünfer aus Kattowitz um Längen den Kürzeren ziehen.

Da macht auch MASSEMORDs drittes Album „The Madness Tongue Devouring Juices Of Livid Hope“ keine Ausnahme, überrascht aber dennoch. Entgegen der vorangegangenen EP „Notes Of Antihate Profunde“, die von der Band gewohnt rasanten Black Metal bot, geht es nun weit behäbiger zu Werke. Mit einer Spielzeit von mehr als 35 Minuten setzt sich der einzige Song des Albums schleichend in Bewegung und wird von einem monotonen Riff getragen. Temposteigerungen sind so gut wie Fehlanzeige, mal abgesehen von einem kurzen Ausbruch kurz vor der Halbzeit, das Schlagzeug befindet sich mit Ausnahme der Becken eher in der Statistenrolle, und trotzdem gelingt es MASSEMORD einen unnachgiebigen Sog zu erschaffen. Schuld daran sind die Leads und Keyboards (nein, nicht auf Kirmes getrimmte, sondern sehr psychedelisch angehauchte), die nebst Abwechslung für die verstörende Stimmung auf „The Madness Tongue Devouring Juices Of Livid Hope“ sorgen. Das Gekrächze gibt dem Album den Rest und lässt es zu einer schleichenden, bösartigen Reise werden, die ganz anders als das bisherige Material ertönt und dennoch unnachgiebig hasserfüllt ist. Leider schleicht sich nach mehrfachen Hören doch der ein oder andere Part ein, der nicht grandios, sondern „nur“ sehr gut ist, aber dieses Gemecker geschieht auf höchstem Niveau.

Denn auch MASSEMORD gelingt es wieder einmal zu überzeugen. Egal was die Herren treiben, es wird großartig. Auch wenn mir persönlich gerade die beiden Songs der ebenfalls erst kürzlich erschienen EP ein wenig mehr gefallen, ist dieser Opus einen Kauf mehr als wert! Sicherlich nicht so aggressiv wie gewohnt, dafür umso abgedrehter und nicht minder fantastisch!

15.12.2010

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