Metal Church - The Dark

Review

Unter "Blast From The Past" erscheinen jeden Mittwoch Reviews zu Alben, die wir bislang nicht ausreichend gewürdigt haben. Hier gibt es alle bisher erschienenen Blast-From-The-Past-Reviews.

Galerie mit 22 Bildern: Metal Church - Keep It True Rising III 2023

Nach einem bärenstarken Debüt nachlegen. Vor dieser Aufgabe stehen METAL CHURCH 1986. Am 06. Oktober liegt „The Dark“ in den Plattenläden. Zu diesem Zeitpunkt ahnt noch niemand, dass es in den folgenden Jahren zu einem Bruch innerhalb der Bandbesetzung kommt. Das Nachfolgealbum „Blessing In Disguise“ präsentiert einen neuen Sänger, da David Wayne mit Alkoholproblemen zu kämpfen hat. Trotzdem gilt „The Dark“ als ein unverzichtbarer Genre-Vertreter. Was mach die Stärke der zweiten LP von METAL CHURCH aus?

„The Dark“ gilt als unverzichtbarer Genre-Vertreter

Während die klassischen Themen der lyrischen Ergüsse im Rock und Metal von Sex, Drugs und Rock & Roll handeln, liefern METAL CHURCH bereits in jungen Jahren ein Kontrast. Es geht düster zur Sache bezüglich Attentate, Rituale, Tod und kriegerischen Auseinandersetzungen. Ein Beispiel ist „Line Of Death“, das auf den Feindseligkeiten am Golf von Sidra basiert. Das Album widmen Kurdt Vanderhoof und seine Mitstreiter dem neun Tage vor dem Release verstorbenen METALLICA-Bassisten Cliff Burton.

Der Auftakt “Tons Of Bricks“ sorgt mit schnellen Riffsalven, einem eingängigen Refrain und einem keifenden Wayne für das erste Achtungszeichen. „Start The Fire“ nimmt den Faden auf und wabert irgendwo zwischen Thrash und klassischem Metal, wo sich METAL CHURCH nicht hinter METALLICA verstecken müssen. Nach dem verspielten und abwechslungsreichen „Method To Your Madness“ folgt der Höhepunkt der A-Seite mit „Watch The Children Pray“. Ob Power-Ballade, US Power Metal oder einfach nur exzellent gespielt und komponiert – diese Bewertung dürfte in den Ohren der Hörerschaft liegen. Das Video zu dem Titel sorgt für die notwendige Präsenz von METAL CHURCH bei den damaligen TV-Sendern. Das pfeilschnelle „Over My Dead Body“ setzt den Deckel auf eine nahezu perfekte A-Seite.

Düstere, schreddernde Saiten eröffnen die B-Seite mit dem Titeltrack „The Dark“. Der keifende Wayne und die starke Saitenarbeit stechen hervor. Die technisch anspruchsvolle Thrash-Metal-Liga ist für Vanderhoof und Co. anno 2026 genauso eine Spielwiese wie der US Power Metal. „Psycho“ knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an, das bereits erwähnte „Line Of Death“ verändert die Tonart nur geringfügig. Schnell, zum Thema passend aggressiv, und im Thrash Metal agieren METAL CHURCH, wo der angepisst klingende Wayne sich zeigen kann.

Wem die drei Stücke zu sehr auf die Zwölf waren, der wird mit dem stampfenden „Burial At Sea“ abgeholt. Der Schlusspunkt „Western Alliance“ kommt mit Melodie und Tempo daher und macht den Deckel auf die B-Seite.

METAL CHURCH und ihr zweites Album in der Retrospektive

Wie sind die Reaktionen zum zweiten Album? Kritik kommt im Vergleich zum Debüt. „The Dark“ sucht nach kommerzieller Akzeptanz und ist im Vergleich zum Debüt nur solide. Als beeindruckend wird die neue Seite der Band angesehen und expliziert die Power-Ballade „Watch The Children Pray“ hervorgehoben. Die Betrachtung der Leistung von Sänger David Wayne ist ebenfalls unterschiedlich und geht bis zum Wunsch eines Personalwechsels. Dazu ringt die Platte mit ihrer Ausrichtung. Die A-Seite enthält einige der besten Stücke von METAL CHURCH, die zweite Seite ist jedoch nur mäßig interessant und insgesamt klanglich überproduziert.

Die Vocals von Wayne sind Geschmackssache. Gerade in den hohen, kreischenden Passagen passt er nicht in jeden Gehörgang. Dagegen steht eine A-Seite, die wie aus einem Guss aus den Boxen kommt. Auf Schnelligkeit und Aggressivität setzen Vanderhoof und Co. auf der B-Seite. Der Spagat zwischen „Watch The Children Pray“ und „Psycho“ ist sehr groß.

Trotzdem liefern METAL CHURCH einen starken metallischen Vertreter, der verschiedene Genres vermengt. Nach dem Genuss der A-Seite wirken vor allem die ersten drei Tracks der B-Seite etwas zu sehr auf die Zwölf zielend. Von schlechter metallischer Kost kann aber keine Rede sein. Thrash-Metal-Fans werden vermutlich eher ein Problem mit der A-Seite haben.

Unterm Strich liefern METAL CHURCH eine technisch anspruchsvolle LP zwischen US Power Metal und Thrash Metal, die vom Rock Hard Magazin auf Platz 389 im Buch „The 500 Greatest Rock & Metal Albums“ geführt wird. Kommerziell reicht es für Platz 92 in den Billboard-200-Charts. Der Klassiker-Status ist knapp berechtigt, auch wenn die B-Seite weniger stark rüberkommt. Mit dem Stampfer „Burial At Sea“ setzen METAL CHURCH aber auch hier eine Duftmarke, dass die Band weit mehr als Thrash Metal mit schnellen Riffs im Gepäck hat.

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