Midnight Rider - Limited Infinity

Review

Galerie mit 14 Bildern: Midnight Rider - Rock Hard Festival 2023

Solange es Kollegen wie MIDNIGHT RIDER und Platten wie „Limited Infinity“gibt, kann noch nicht alles verloren sein. Zwei Sekunden braucht es im ersten Stück „Charlemagne“ und schon schubst der Gitarrensound alle komprimierten und kompromittierenden (KI-)Geister aus deiner schon lange nicht mehr heilen Rock-Welt. Aber durch die Vordertür, demonstrativ und mit Karacho.

Mastermind Blumi, bekannt vor allem von METAL INQUISITOR, orientiert sich bei MIDNIGHT RIDER alles in allem an aufgeräumten Siebziger-PRIEST bei gelegentlicher SABBATH-Schwere und setzt dabei viel klassische Hardrock-Energie frei.

Die neuen MIDNIGHT RIDER klingen weiterhin alt

Die dritte Langspielplatte der Band huldigt also weiterhin dem Gestern. Da außer dem Gitarristen die komplette Besetzung eine andere ist, unterscheidet sich das Geschöpf etwas von seinen älteren Geschwistern. Dazu trägt vor allem bei, dass am Gesang kein Geringerer als Prof. Chris Black glockenhell der Vergangenheit huldigt. Assoziationen zu HIGH SPIRITS mit Stirnband und nach unten sich verbreiternder Lederhose sind da naheliegend, aber auch keineswegs beängstigend.

„The Battle Of Brighton“ hat viel von THIN LIZZY mit erhobenem Schwert, während „The Renegade“ den frühen Birmingham-Groove und eigentlich das Gitarrenriff als solches feiert. Und der Titelsong fährt Chorgesang und ein Solo auf, dessen sich die SCORPIONS vor den Weltherrschafts-Achtzigern nicht geschämt hätten.

„Limited Infinity“ lodert ordentlich

Alles ist so zuverlässig wie souverän mit einem akustischen Sepia-Filter gesichert, dass hier gar nichts anbrennen kann. Obwohl „Limited Infinity“ durchweg ganz ordentlich lodert. Dass MIDNIGHT RIDER sich nichts Revolutionäres ausdenken, liegt also in der Natur der Sache: „I don’t need dance and discolights. What I need is a hard sound tonight!“ („Generations“)

Dass hier so Einiges bekannt vorkommt, zeugt davon, dass sich alle Beteiligten eben auskennen. Wenn zum Beispiel in „Twice The Pride“ in der Mitte GIRLSCHOOLs „Race With The Devil“ kurz mit Lichthupe grüßt, freut man sich jedenfalls ehrlich.

Dass eine solche Feelgood-Platte im Geiste der Altvorderen die Musikwelt nicht aus den Angeln hebt, das ist auch klar. Aber es reicht ja auch, sie zu retten.

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15.05.2026

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