Molly Hatchet - Justice

Review

Manchmal kommen alte Helden eben mit bärenstarken Scheiben zurück und zeigen der neuen Generation wie man ordentlich und vor allem laut rockt. Im letzten Jahr legten LYNYRD SKYNYRD mit ihrem neuen Album “God & Guns” ein ordentliches Pfund vor. Dass die Genrekollegen MOLLY HATCHET quasi direkt im Anschluss ein ebenfalls superbes Album veröffentlichen würden, hatte ich so nicht unbedingt erwartet. Fünf Jahre sind in den Southern Rock-Kosmos gezogen, ohne ein neues Lebenszeichen der Band und nicht wenige hatten die Band um Gitarrist Bobby Ingram längst abgeschrieben.

Mit “Justice“ kommt nun der Nachfolger des recht erfolgreichen “Warriors Of The Rainbow Bridge” in die Läden und man kann schon anhand der ersten Takte des Openers “Been To Heaven, Been To Hell” feststellen, dass die Southern Rock-Legende nichts verlernt hat. Weder in musikalischer Hinsicht, noch was die Intensität der dargebotenen Kompositionen betrifft. MOLLY HATCHET pendeln dabei immer zwischen den Southern Rock-Wurzeln der Band und dezenten Einflüssen aus anderen, benachbarten Genres. So ist “I’m Gonna Live `Til I Die” (wer kommt bloß auf solch geniale Titel?) beispielsweise ein wunderbar episches, knapp neun Minuten langes Stück, das erst in zweiter Instanz dem Southern Rock zugeschrieben werden kann. Vielmehr handelt es sich hier um ein lupenreines Hard Rock-Stück, das sich aber dennoch gut in den Albumkontext einfügt und neben bandtypischen Rockern wie dem schon genannten Opener, “Safe In My Skin” oder “Deep Water” nicht nur bestehen kann, sondern als ein Highlight der Scheibe durchgeht.

Gleiches gilt für “Fly On Wings Of Angels”, welches einen Ruhepol im Kontrast zu den restlichen Rockern darstellt und, man kann es erahnen, eine Ballade ist. Man kann zu Balladen stehen wie man mag, bei einem solchen Album gehören sie einfach dazu – zudem sich das Stück ebenso wie das folgende “As Heaven Is Forever” nicht im Kitsch verliert. Beide Songs bilden die Mitte des Albums und stehen den rockigen Stücken in nichts nach. Die rauchige Stimme von Sänger Phil McCormack verleiht den Kompositionen – und zwar nicht nur hier – einen ganz eigenen Charme, der neben dem Gitarrenspiel von Bobby Ingram eines der Trademarks der Band ist. Warum es allerdings zwei (gutklassige) Balladen direkt hintereinander sein müssen, weiß wohl nur die Band selbst.

Mit dem Gute-Laune-Song “Tomorrows And Forevers” wird die zweite Runde der rockigen Nummern eingeleitet. Der Song ist zwar kein Ausfall, kann den hohen Standard der anderen Lieder aber nicht halten. Da kommt mit “Vengeance” schon ein ganz anderes Kaliber aus den Boxen. Schön aggressiv und hart vorgetragen, kann dieser, für die Band typische, Southern-Rocker vollends überzeugen. Auch die beiden abschließenden “In The Darkness Of The Night” und “Justice” (mit ähnlich genialem Schluss wie LYNYRD SKYNYRDs “Free Bird”) runden ein starkes Album ab, das ich MOLLY HATCHET so nicht mehr zugetraut hätte.

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16.05.2010

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