Mord'A'Stigmata - Dreams Of Quiet Places

Review

„Eines Tages wirst du einschlafen, eines Tages wirst du anfangen, für immer zu träumen.“ Mit diesen Worten haben MORD’A’STIGMATA ihr aktuelles Album „Dreams of Quiet Places“ im Netz angekündigt. Zur fünften Full-Length-Platte haben sie knapp eine Woche nach Release auch eine Europa-Tour gestartet. Mit dem Foto einer toten Taube bedankten sich die Polen im Anschluss bei Europa, „einem guten Ort, um Tod und Zerfall zu huldigen“. Das Black-Metal-Image steht damit; Zeit also, sich die Musik der vier Jungs zu Gemüte zu führen.

MORD’A’STIGMATA – Der Teufel steckt im Detail

Schon der Einstieg legt die Fahrtrichtung fest: Es geht abwärts. Langsam, düster und doch mit einer freundlich einladenden Wärme, die durch leicht schwingende Musik erzeugt wird. Während der Bass das Gehör umspielt, mischt sich allmählich auch eine experimentelle Komponente unter. Auch der Gesang ist nicht böse. Eher kann man Sänger Ion herzzerreißendes Leid abkaufen, während er zu schnelleren Doublebass-Passagen mit subtil hörbarem polnischen Akzent schreit.

Inhaltlich geht es um Tod, Stille und Kälte. Die Lyrics sind spärlich gesät, der Fokus liegt klar auf der instrumentalen Musik. Temporal variiert jeder Titel. Einige Songs sind sehr langsam, andere etwas zügiger und mit schweren Trommeln bestückt. Auch die Temperatur der Tracks ist mitunter verschieden – mutet das Album anfangs noch warm an, so steigt „Spirit Into Cristal“ mit seinen maschinellen Industrieklängen beispielsweise frostig ein und kehrt nach einem kurzen Abstecher in Richtung Coldwave wieder zum Black Metal zurück. Der Rest der Platte ist tatsächlich etwas langatmig. Nennenswert ist hier allenfalls der Variationsreichtum im Drumset. Ansonsten passiert nicht mehr viel.

“Dreams of Quiet Places“ entführt ins Reich der Träume

Avantgarde wird bei MORD’A’STIGMATA großgeschrieben. Das beweist nicht zuletzt die instrumentale Wechselhaftigkeit der Musik. Das Spiel mit launenhaften Tonarten und unterschiedlichen musikalischen Einflüssen beherrschen die Polen ebenso gut wie den Ausdruck ihrer Emotionen. Wer sich jedoch subtilen Veränderungen verschließt und mehr auf Action steht, ist bei „Dreams Of Quiet Places“ an der falschen Adresse. Melancholie-Liebende können dem Album guten Gewissens eine Chance geben und sich in tiefe Täler hinabführen lassen.

12.05.2019

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3 Kommentare zu Mord'A'Stigmata - Dreams Of Quiet Places

  1. nili68 sagt:

    Hm.. auf den erste Hör würde ich 8,5 Pkt. (Gerade Zahlen sind mir einfach zu ungenau) geben. Gefällt mir wirklich gut, auch gerade die leider etwas zu spärlichen Vocals.

    9/10
  2. der holgi sagt:

    In Polen weiss man aktuell den BlackMetal gekonnt und frisch in Szene zu setzen. Die Parallelen hier zu MGLA/Kriegsmaschine sind im Gesang und den Drums zu finden, auch die Gitarren bewegen sich in ähnlichen Gefilden.

    Ich mag es sehr und werde mir wohl wieder was bestellen müssen, gutes Jahr in Sachen Metal für mich bislang, warte noch auf die aktuelle Kriegsmaschine, kann ich im übrigen wärmstens empfehlen.

    9/10
    1. der holgi sagt:

      Ergänzung:
      Die MGLA Parallelen werden im Verlauf spärlicher…..