Nine Inch Nails - Ghosts I-IV

Review

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Als Alternative, bzw. Ergänzung zu den normalen Veröffentlichungen seiner Formation NINE INCH NAILS bietet Mastermind Trent Reznor mit dem Doppelalbum „Ghosts I-IV“ Song-Kreationen, die zum einen vollkommen ohne Gesang auskommen und zum Teil in die große Schublade Ambient gehören, andererseits aber immer mal wieder diese urtypische Handschrift des Industrial-Rock durchblicken lassen, die nur zu den NINE INCH NAILS gehören kann.

Begleitet von vorsichtigen, melancholischen Klaviertönen, allerlei andersartigen Keyboard-Tönen und gelegentlichen Rhythmen, wabern Klanglandschaften von Ambient über Industrial bis hin zu IDM-Einflüssen durch die Songs. Des Weiteren kommen akustische Saiten, aber auch verzerrte Samples zum Zug, sowie die typisch seltsamen Eigenkreationen an Geräuschen, mit denen Reznor seit jeher begeistern und auch verwundern kann.

Zeitweise klingen manche der „Ghost I-IV“-Kreationen etwas wie unfertige (aber dadurch nicht schlechte) Skelette üblicher NIN-Songs, oder aber Reznor wusste nichts Besseres mit seinen unzähligen Ideen anzufangen und beließ es bei den mitunter recht simpel arrangierten Fassungen, wer weiß. Ich möchte an dieser Stelle nicht allzu viel und vielleicht falsch spekulieren, deshalb nehmen wir die Musik einfach mal als genau so gewollt hin und respektieren sie als künstlerisch wertvollen Schritt.

Gekonnt zieht sich ein konstanter roter Faden durch das Album und lässt das Können Reznors auf „Ghosts I-IV“ abseits der bekannten MTV-Pfade in einem anderen Licht erscheinen. Es dürfte zwar allgemein bekannt sein, dass Trent Reznor ein vielschichtiger, wenn auch leicht kauziger Musiker ist, der seine Stärken besonders im elektronischen Handwerk besitzt, aber eine derart feinfühlige Veröffentlichung jenseits aller Erwartungen hätte ich persönlich ihm nicht zugetraut.

Sein Mut ist groß, mit solch einem Release unter dem Banner NINE INCH NAILS aufzutreten, wobei es andersherum auch eine Aktion auf Nummer sicher ist, denn der Bekanntheitsgrad dieses Namens ist mittlerweile enorm, und dementsprechend die eingefleischten Fans und somit wiederum die willigen Käufer.

Ob „Ghosts I-IV“ unter anderem Projektnamen ebenso großes Aufsehen erregen würde wie unter dem Namen NINE INCH NAILS wage ich zu bezweifeln, denn auch wenn die Arbeit auf „Ghosts I-IV“ gutes Handwerk ist, gibt es speziell im Bereich der rein elektronischen Musik, bzw. Ambient/Industrial/IDM andere Künstler, denen Reznor mit seinen Geistern nicht das Wasser reichen kann. Trotzdem: Gut gemacht der Herr!

Ein Album für den bestimmten Augenblick.

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17.08.2008

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