Nine Inch Nails - Bad Witch

Review

Galerie mit 20 Bildern: Nine Inch Nails - Citadel Music Festival 2018

Im Falle neuen NINE INCH NAILS-Outputs ist das Planspiel des inneren Kritikers meist stets dasselbe. Entweder: Klingt nicht genug nach „Downward Spiral“. Oder: Klingt durchaus nach „Downward Spiral“, aber ist eben nicht „Downward Spiral“.

„Bad Witch“ fällt ohne jeden Zweifel in die letztere Kategorie. Das Schöne daran: Die jüngste Kollaborationsarbeit von Trent Reznor und seinem schlussendlich nun auch offiziellen Bandkollegen Atticus Ross hat nicht nur viel zu viel Nineties-Industrial intus, sondern bedient sich auch wahl- und schamlos an den großen Erfolgsgeschichten der Populärmusik der letzten fünf Jahre.

Rotzigkeit und Rauschegitarren

So bewahrt sich das eröffnende „Shit Mirror“ Reznors präadoleszente Rotzigkeit nicht etwa nur im Titel, sondern auch auf musikalischer Ebene. Eine catchy Hookline gesellt sich zu verfilterten Rauschegitarren, die wiederum versuchen sich durch minimalistische Synthdrums zu kämpfen. „New World / New Times / Mutation / Feels all right“. Da findet wohl jemand seinen inneren Frieden.

Jüngere Livesets verfeinerten Reznor und Ross unter anderem mit einem Track namens „I Can’t Give Everything Away“. Der stammt eigentlich von ehemaligem Kooperationspartner DAVID BOWIE. Wer „Bad Witch“ hört, weiß, warum der Track auf der Bühne musikalisch kaum heraussticht. NINE INCH NAILS bedienen sich hier – in asketischer Verneigung – ebenjener Trip-Hop-Saxophon-Elemente, die Bowies „Blackstar“-Vermächtnis im Jahre 2016 zu so etwas Besonderem machte. „Ahead Of Ourselves“ und „God Break Down The Door“ preschen in einer Rastlosigkeit voran, die man dem 53-Jährigen Reznor seinem durchtrainierten Oberkörper zum Trotz kaum noch zugetraut hätte.

Zwischen Blackjazz und Bowie

Zwischendrin gibt’s viel Gerausche. Das aber bietet – völlig entgegen der Abwärtsspiral’schen Couleur – meist nur kurze Ruhepausen in diesem wahnwitzigen Gesamtwerk aus Hass und Orientierungslosigkeit. Entsprechend böse kommt das Saxophon im Drone-Track „Play The Goddamned Part“ daher, der die Kakophonie in eine ganz ungesunde Ecke zwischen Blackjazz und KAMASI WASHINGTON schiebt – und spätere Aufschlüsselung in Form der dunklen DEPECHE MODE-Konklusion „Over And Out“ erfährt.

Exposition, Höhepunkt, retardierendes Moment. Insofern ist es doch ganz sinnig, dass niemandem so richtig klar ist, ob „Bad Witch“ denn nun die angekündigte dritte Scheibe im aktuellen EP-Kosmos oder doch etwa das neunte NINE INCH NAILS-Studioalbum darstellt. Doch diese 30 Minuten Output sind, was sie sind: Ein echtes Regeldrama. Feels all right.

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17.09.2018

Ja, weißt du … das ist vielleicht … deine Meinung, Mann.

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